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Flauschige Chinchillas: Zum Kuscheln ungeeignet

Bonn/Frankfurt/Main Mit ihrem weichen Fell, ihren Knopfaugen und den großen Ohren sind Chinchillas äußerst drollige Tierchen.

Doch das niedliche Aussehen trügt: Die Nager aus Südamerika mögen keine intensiven Streicheleinheiten.

«Chinchillas sind keine Kuscheltiere für Kinder», sagt Astrid Behr vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte (BPT) aus Frankfurt. «Die Tiere sind sehr anspruchsvoll in der Haltung.»

Schon beim Anfassen ist wegen des äußerst feinen Fells Vorsicht angebracht. «Nimmt man die Tiere von oben, besteht immer die Gefahr, dass sie Teile ihres Fells abwerfen, weil sie instinktiv einen Greifvogel vermuten», erklärt Steffen Beuys vom Deutschen Tierschutzbund aus Bonn. «Zurück bleibt dann nur die nackte Haut. Und es dauert bis zu drei Monate, bis das Fell wieder nachgewachsen ist.» Stattdessen fasse man Chinchillas am besten mit einer Hand unter die Brust und mit der anderen am Becken an. Generell solle aber direkter Kontakt bei den anfangs scheuen Tieren möglichst vermieden werden.

Um das Fell, bei dem aus einer Haarwurzel bis zu 60 Haare sprießen können, zu entfetten, ist auch das regelmäßige Bad äußerst wichtig - allerdings auf gar keinen Fall im Wasser. «Die Chinchillas brauchen ein Sandbad», erläutert Klaus Oechsner, Präsident des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands (ZZF) in Wiesbaden. «Allerdings sollte dafür nur spezieller Sand verwendet werden.» Vogelsand beispielsweise kommt nicht infrage, wie Astrid Behr hinzufügt: «Der ist zu scharfkantig, wodurch die Chinchillas Fellbruch bekommen können.»    

Hinzu kommt, dass die Tiere nachtaktiv sind, weshalb sie sich als Haustiere eher für Erwachsene eignen. «Wenn die abends Feierabend haben und nach Hause kommen, sind die Chinchillas wach», sagt Behr. Überhaupt sollte man sich die Anschaffung von Chinchillas reiflich überlegen: Schließlich können sie nicht nur älter als 20 Jahre werden. «Man sollte Chinchillas auch nicht einzeln, sondern immer mindestens paarweise mit einem Männchen und einem Weibchen halten», so Behr. Um dabei regelmäßigem Nachwuchs vorzubeugen, müsste das Männchen kastriert werden.

Ursprünglich stammen Chinchillas wie Meerschweinchen aus den südamerikanischen Anden, wo sie in Familienverbänden in Höhenlagen bis zu 5000 Metern leben und nachts auf Futtersuche gehen. «Dort ist die Landschaft karg und dementsprechend ist auch die Nahrung», erläutert Behr. «Sie besteht aus viel Rohfaser, aber wenig Eiweiß und Fett.» Deswegen sollten Chinchillas vor allem mit den sehr mageren, speziellen Chinchillapellets gefüttert werden. Außerdem brauchen sie laut Behr regelmäßig frisches und hochwertiges Heu.

Doch auch wenn die Chinchillas auf karge Kost eingestellt sind, lässt sich durchaus ein wenig Variation in den Futteralltag bringen: «Man kann ihnen verschiedene Leckerbissen geben», sagt Oechsner. «Dazu gehören getrocknete Hagebutten oder Bohnenblätter, ein paar Maiskörnchen oder auch kleine Stückchen Möhre oder Apfel, was die Verdauung der Tiere anregen soll.» Doch diese Leckerlis sollten sehr sparsam eingesetzt werden.

Weil die hellgrauen Nager bewegungsaktiv und sehr kletterfreudig sind, brauchen sie außerdem viel Platz. «Für ein Pärchen muss der Käfig eine Grundfläche von mindestens 100 mal 60 Zentimeter haben und 1,20 Meter hoch sein», rät Behr. Dabei sollte er aus nagefestem und unbeschichtetem Material bestehen wie etwa glattem Hartholz.   

Der Käfig sollte nicht nur mit ebenfalls nagefesten Schlafhäuschen und Futternäpfen, sondern auch mit vielen Klettermöglichkeiten ausgestattet werden. «Neben Sprungbrettern aus Naturholz kann man dicke, harzfreie Äste aus Hartholz zum Klettern hinein tun», empfiehlt Oechsner. Die Bretter dürften allerdings nicht verleimt sein. «Es sei denn, der Leim ist frei von Formaldehyd.» Darüber hinaus bräuchten Chinchillas Nageholz, Weide etwa oder Haselnuss. Der richtige Standort des Käfigs Der Chinchilla-Käfig sollte so stehen, dass die Tiere vor Zugluft geschützt sind. Außerdem darf er auf keinen Fall neben der Stereoanlage oder dem Fernseher platziert werden, warnt Steffen Beuys vom Deutschen Tierschutzbund aus Bonn. «Der Standort sollte möglichst ruhig sein, damit die Tiere tagsüber schlafen können.» Der Käfig darf auch nicht direkt in der Sonne stehen. «Chinchillas können nicht schwitzen, weil ihrer Haut die Schweißdrüsen fehlen», erklärt der Experte. «Wenn es über 25 Grad warm wird, stellt das dichte Fell ein Problem dar.» Die optimale Raumtemperatur liegt für die Tiere zwischen 10 und 16 Grad. Von Sascha Rettig, dpa

dpa-infocom


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