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Gummi statt Eisen: Neue Wege beim Pferdebeschlag

Gießen/Warendorf Seit mehr als 1000 Jahren werden Pferdehufe mit Eisen beschlagen.

Es soll den Huf unter anderem vor zu viel Abrieb des Horns schützen. Doch der traditionelle Hufbeschlag hat unter den Fachleuten nicht nur Freunde.

«Die Pferde mit Eisen zu beschlagen , ist so ähnlich, als würden wir auf Stahlkappen rumlaufen», sagt etwa der Hufschmied Joachim Küster aus Bermoll bei Gießen. Er hat einen Hufschutz aus Gummi entwickelt.

Alternative Produkte sind beim Hufschutz nichts Neues, durchgesetzt haben sie sich in der traditionellen Reitsportszene jedoch nicht. Bei den alternativen Reitern sieht das schon anders aus: «Der Trend geht hier zu Beschlägen aus Kunststoff, die aufgenagelt werden», sagt der Hufschmied Volker Lukas aus dem westfälischen Warendorf, von dem auch viele internationale Sportreiter ihre Pferde beschlagen lassen - allerdings mit Hufeisen.

Weitere Alternativen hierzu sind Produkte aus Kunststoff, die auf den Huf geklebt werden. Wie beim Eisen, müssen sie alle sechs bis zehn Wochen erneuert werden. Anders sieht es bei Hufschuhen aus, die bei Bedarf auf den Huf gezogen werden. Allerdings ist hier das An- und Ausziehen oft umständlich.

Dallmer, Easyboot und marquis gehören zu den größten Anbietern in Deutschland von alternativen Produkten. Die Hersteller argumentieren damit, dass ihre Produkte leichter sind und den Hufmechanismus nicht einschränken.

Pferde können auch barfuß laufen , auch hierfür gibt es viele Befürworter - zum Beispiel Jochen Biernat aus Morbach (Rheinland-Pfalz), der eine eigene Methode zur Hufbearbeitung entwickelt und auch gleich ein eigenes Institut gegründet hat. Bei ihm wird das Horn stets nur hauchdünn abgeraspelt, dafür allerdings deutlich häufiger als bei einem Hufschmied. Ein ausdrücklicher Gegner von Hufbeschlägen ist er nicht, nur von Eisen hält er nichts. Kunststoff sei viel besser geeignet.

Das hat sich auch Hufschmied Joachim Küster gedacht, als er vor drei Jahren mit der Entwicklung seines «Turf Cord» begann. Dass sich der Kunststoff als Beschlagsmaterial nicht so recht durchsetzt, liegt nach Meinung von Küster auch an den traditionell veranlagten Hufschmieden. «Wenn Schmiede nur das Wort Kunststoff hören, sträuben sich bei ihnen schon die Haare.»

Das sieht sein Kollege Lukas anders. Er beschlägt auch mit Kunststoffprodukten. «Sie haben einen leichten Metallkern, der mit Kunststoff ummantelt ist», erklärt der Schmied. Von einem angeklebten Hufschutz hält Lukas wenig. Er benutzt sie nur, wenn das Pferd nicht mehr genug Horn hat, in das er die Nägel schlagen könnte.

«Es ist ja nicht so, dass sich bei den Hufeisen nichts entwickelt hat», sagt Lukas. Ständig gebe es neue Produkte, die heutigen Hufeisen seien viel leichter und besser für den Hufmechanismus als ihre Vorgänger. Ein großer Vorteil sei der Preis. Hufeisen sind deutlich günstiger als die Alternativprodukte. Zwischen 60 und 120 Euro kostet es den Besitzer, wenn alle vier Hufe seines Pferdes beschlagen werden. Für die Kunststoffprodukte muss er in der Regel ein Drittel mehr zahlen. Von Sabine Maurer, dpa

dpa-infocom


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