pic Zählpixel
kalaydo leftkalaydo logo
RZ-Blog  |  Twitter  Mobil&RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Tiere       » News         » Tipps zur Tierhaltung

Hilfe für Haustiere in Zeiten der Krise

Karlsruhe Für seine große Liebe Betty würde Jens Schubert alles tun.

«Ohne sie könnte ich mir ein Leben nur noch schwer vorstellen», sagt der arbeitslose Karlsruher.

Deshalb ertrug er es auch kaum , als seine kleine Hündin krank wurde. «Der Tierarzt verschrieb ihr teuere Schmerzmittel und Spezialfutter, das ich mir eigentlich nicht leisten konnte.» Der Hartz IV-Empfänger war verzweifelt und ratlos. «Was soll ich nur tun?», fragte er sich immer wieder. Vor wenigen Wochen hatte die Qual aus Schuberts Sicht dann endlich ein Ende: Der Karlsruher TierTisch (KATT) hat seine Türen geöffnet. «Der teilt jeden Freitag Bedürftigen Tierfutter aus.»

Tiertafeln, Tiertische oder «Food For Pets»: Überall in Deutschland entstehen derzeit solche Einrichtungen, um Tierhalter in der Wirtschaftskrise zu unterstützen. «Denn ein Haustier kann - vor allem wenn es krank ist - viel Geld kosten», berichtet die stellvertretende KATT-Vorsitzende Hannelore Lacroix. Beim Karlsruher Tiertisch gebe es für bedürftige Menschen deshalb Trocken- oder Dosenfutter, aber auch spezielles Diätfutter. «Die Nachfrage ist groß», sagt Lacroix. Innerhalb weniger Wochen hätten sich schon 18 Tierhalter angemeldet, die nun jeden Freitag in eine Karlsruher Zoohandlung kommen und sich ihre zugeteilte Ration abholen.

Eine von ihnen ist Charlotte Pierschel. «Ich bin so dankbar, dass es diese Einrichtung nun gibt», sagt sie mit einem glücklichen Lächeln auf dem Gesicht. Eine ihrer zwei Katzen hat einen Blasendefekt und braucht dringend Spezialfutter und Medikamente. Mit einem speziellen KATT-Karteikärtchen ihrer Katzen mit Größe, Gewicht und Futterart kann Pierschel jede Woche ohne Stress das Futter abholen. «Wir finanzieren die Dinge hauptsächlich über Spenden», sagt Lacroix. So steht an der Kasse der Zoohandlung auch ein riesiges Porzellan-Sparschwein, das nur darauf wartet, gefüttert zu werden.

Josef Swoboda wirft gerne Münzen in dieses Schwein. «Ich finde es gut, dass es solch eine Unterstützung für Bedürftige gibt», betont der Karlsruher. Es müsse unbedingt vermieden werden, dass Tiere unter der finanziellen Not von Menschen leiden. Aber: «Sehr schade fände ich es, wenn dieses Angebot ausgenutzt wird - ich hoffe sehr, dass die Kontrollen gut sind, um sozialen Missbrauch zu verhindern.» Er müsse sich darüber keine Sorgen machten, betont Lacroix. «Ohne einen entsprechenden Bedürftigkeitsnachweis bekommen prinzipiell keine Tierhalter etwas umsonst», versichert sie.

Meist seien es Rentner und dabei vor allem Witwen, die zu ihnen kommen, sagt Lacroix. «Für diese Menschen ist das Tier meist der ganze Lebensinhalt - die sparen noch eher an sich selbst, als dass sie Tier leiden lassen», berichtet das KATT-Mitglied. Dank des Tiertisches könnten viele Besitzer - auch wenn sie arbeitslos werden - ihre Lieblinge behalten. Was auch sehr wichtig sei, denn in Zeiten der Wirtschaftskrise seien viele Tierheime mehr als ausgelastet.

Für Jens Schubert sind Betty und seine anderen beiden Hunde Bobby und Jim «wie Kinder». Er liebe sie vielleicht sogar viel zu sehr, gesteht Schubert. «Aber sie füllen mein Leben aus und ich bin einfach nur froh, dass ich - auch Dank des Tiertisches - gut für sie sorgen kann.» Von Miriam Steinbach, dpa

dpa-infocom


Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
Regioticker
Eventkalender
rz lexikon
Energiesparen