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Edle Kois: «Hier schwimmen 100 000 Euro»

Nahmitz/Cottbus Beim Kauf von japanischen Zierkarpfen verhalten sich Kunden oft wie bei der Wahl ihres Autolacks: Viele wollen metallisch glänzende Kois. Diese Erfahrung macht Klaus Schulten aus dem brandenburgischen Nahmitz immer wieder.

Seit zehn Jahren importiert er die Edelfische aus Japan und verkauft sie an Liebhaber in Berlin, Brandenburg und darüber hinaus. Wenn auch der vor einigen Jahren herrschende große Boom etwas abgeflaut ist, herrscht in den Gartenteichen alles andere als Ebbe. Die Nachfrage nach den edlen Farbkarpfen sei trotz Krise nach wie vor groß, sagt Schulten.

Rund 4000 Exoten schwimmen in seinen Teichen und Becken, die mit 1,3 Millionen Litern Wasser gefüllt sind. «Die Fische werden nach der Art der Beschuppung und der Farbgebung unterschieden», erklärt der Händler. Am häufigsten vertreten seien ein-, zwei- und dreifarbige Kois. Die Skala reiche von Weiß über Rot, Schwarz, Braun, Gelb, Orange Blau in den verschiedensten Kombinationen - je nach Art der Schuppen in «matt», «metallic» oder «diamant». «Diamantene Schuppen wirken so, als wären sie angeschliffen wie Edelsteine.» Jedes Tier sei ein Unikat. «Sie finden im Teich des Nachbarn einfach nicht den gleichen Fisch», sagt der Firmeninhaber.

Seine Kois kauft er nur bei bekannten Züchtern in Hiroshima und Nigata. Es gebe Kois auch in anderen Ländern Asiens. «Und jeder will bei der Zucht das erste gewesen zu sein.» Nach Angaben des Buchautors und Koi-Experten Martin Kammerer ist die Region Nigata die wahre Wiege der Farbkarpfen. Vor 180 Jahren seien dort erste Exemplare aufgetaucht, die nach und nach veredelt wurden.

In der Verkaufshalle präsentiert Schulten seine prächtigsten Fische. «Hier schwimmen etwa 100 000 Euro», sagt er, auf das Becken mit den etwa 50 größten Tieren deutend. Der Import, die Kosten für Futter, aufwendige Filtersysteme und ärztliche Untersuchungen verschlingen über die Jahre viel Geld. Die «Juwelen der Gartenteiche» sind aber dennoch für jedermann erschwinglich. Ein junger Koi sei schon für 10 bis 20 Euro zu haben, dann allerdings nicht in der Größe und Top- Qualität wie ein 10 000-Euro-Fisch, sagt Schulten, der zu seinen Kunden Hartz-IV-Empfänger genauso wie Bankdirektoren zählt.

Mehrere Tausend Euro müssten in einen Teich investiert werden. Er sollte mindestens 1,80 Tief sein und das Wasser alle zwei Stunden gefiltert werden. Pro Kilo Fisch müsse ein Koi-Besitzer 1000 Liter Wasser einplanen. Kois können bei guter Pflege bis zu 1,30 Meter groß und bis zu 25 Jahre alt werden.

Einer der teuersten Teiche in Brandenburg steht in Burg. Ein Besitzer habe etwa 300 000 Euro in die Anlage investiert, berichtet der Koi-Händler Wolfgang Uentz. Der Cottbuser ist Vorsitzender von Brandenburgs Landesgruppe des Vereins «Koi Liebhaber am Niederrhein» (KLAN). Rund 100 Mitglieder gebe es in der Mark; die Zahl der Koi-Besitzer schätzt er auf ein Vielfaches. Der Verein bietet neben Stammtischen auch Seminare über Krankheiten an.

Zu den gefährlichsten Krankheiten gehöre das tödliche Koi-Herpes- Virus, erläutert die Fischereingenieurin Petra Bartschat. Es habe etwa in Sachsen und Bayern schon ganze Karpfenbestände in Fischereiteichen getötet. Überträger seien vermutlich Kois gewesen. In Brandenburg gibt es inzwischen ein Überwachungsprogramm mit regelmäßigen Tests für Nutzfischbestände. Auch Kois von Privatbesitzern in Brandenburg seien bereits gestorben.

Die Mitarbeiterin des Landesamtes für Verbraucherschutz rät Käufern, sich nur Fische aus sicheren Beständen anzuschaffen und sich zudem Virus-Testergebnisse zeigen zu lassen. «Und die sollten nicht auf Japanisch sein.»

Alles für den Koi: www.schukoi.de

Für Koi Liebhaber: www.koiklan.de Von Anja Sokolow, dpa

dpa-infocom


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