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Tanztheater-Premiere in Mainz: Eisbären weinen nie

Mainz Sechs langjährige Freundinnen mit verschiedenen Ideen für Tanztheaterstücke - das Ergebnis ihrer Zusammenarbeit zeigt heute Abend ab 20 Uhr die Premiere von "Frische Schnittblumen - von lieblich bis stachelig" in den Kammerspielen.

Der Abend umfasst fünf Stücke, die thematisch scheinbar unabhängig nebeneinander stehen. Verbunden werden sie durch das wiederholte Erscheinen von Lola, einer Frau mit einer intensiven Beziehung zu ihrem Rollkoffer auf dem Weg durch Singapur. Gespielt wird sie von Anne Walkembach, zu sehen ist sie nur auf der Leinwand.

In einem Beitrag geht es um Wege und Irrwege der Kommunikation, im nächsten um die Untersuchung von Vorurteilen. Dann sieht man das Ende des Sommers und schließlich, was es heißt, wenn Tänzerin und Choreografin Ute Faust sagt: "Ich möchte ein Eisbär sein. Eisbären müssen nie weinen." Und doch: Im sechsten Stück des Abends finden sie alle zusammen, tauschen sich aus, lernen voneinander. Die überraschende Schnittmenge der Stücke und Themen bildet das Finale des Abends.

So unterschiedlich die behandelten Themen sind, so breit ist auch das Spektrum der Musik. Klassische Stücke stehen neben Techno, Rock 'n' Roll und der Neuen Deutschen Welle. Kombiniert wird die Musik mit der Einspielung von Sprachstücken. Stilistisch orientiert sich die Gruppe am zeitgenössischen und modernen Tanz, hinzu kommt der Einsatz von Sprache, Aktion und Darstellung auf der Bühne - die Inszenierung ist also kein reines Tanztheater.

Gemeinsam mit Faust und Walkembach haben die anderen Tänzerinnen Astrid Eisinger, Michaela Jazvin, Tanja König und Magdalena Roguska in diesem Jahr das Ensemble "Turn Tanzwerk Mainz" gegründet, nachdem sie seit 2006 bereits zusammen an verschiedenen Projekten gearbeitet hatten. "Frische Schnittblumen" ist das erste Programm des Ensembles in den Kammerspielen.

Genauso bunt wie der Abend ist auch seine Entstehungsgeschichte. Nachdem die Entscheidung gefallen war, die Ideen zu kombinieren, arbeiteten die Mitglieder des Ensembles weitgehend separat an ihren Stücken, begleitet nur von einem regen Austausch per E-Mail. Erst knapp drei Wochen vor der Premiere zeigten sie sich gegenseitig ihre Arbeit und begannen, intensiv an der Schnittmenge zu arbeiten. Das Ergebnis ist ab heute zu sehen. (sla)

Für die Premiere und die Vorstellungen von Freitag bis Sonntag, 11.bis 13. September, jeweils 20 Uhr, sind noch Karten zu haben. Eintritt: 13 Euro. Kartentelefon: 06131/225 002.

RZO