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Beruf & Bildung     » News     » Recht     » Weiterbildung     » Wie werde ich…?

Wie werde ich...? Bergbautechnologe

Salzwedel/Bonn Der Bergbau bleibt unverzichtbar. Traditionelle Bergwerkmechaniker sind aber immer weniger gefragt.

Künftig sollen die Bergbauchtechnologen die neuen Fachleute für Arbeiten im Unter- und Übertagebetrieb werden.

«Dieser Fachmann erledigt seine eigene Arbeit und koordiniert die der anderen», erklärt Projektingenieur Eberhard Hoppe von der Erdöl-Erdgas Workover GmbH (EEW) Salzwedel. Er hat an der vom Bundesinstitut für Berufsbildung in Bonn (BIBB) entwickelten neuen Ausbildungsverordnung mitgearbeitet. Ausbildungsstart ist im August.

Bergbautechnologen bedienen Maschinen, Systeme und Anlagen der Bergbautechnik und warten sie. Darüber hinaus organisieren sie logistische Prozesse. «Junge Leute mit Interesse an Geologie und an Rohstoffen, die man aus der Erde holen kann, sind in dem Beruf richtig», sagt Marlies Dorsch-Schweizer vom BIBB. Betriebe mit Rohstoffgewinnung - darunter auch der Kali- und Steinsalzbergbau - oder der Tiefbohrtechnik sind mögliche Arbeitgeber.

Der Standort der Firma spielt eine untergeordnete Rolle. Bergbautechnologen arbeiten überall dort, wo Lagerstätten vermutet werden oder schon bekannt sind. Fünf bis acht Monate Arbeit unterwegs zu sein, ist durchaus üblich. «Im Bergbau müssen wir Vorschriften deutlich strikter einhalten als in den meisten anderen Branchen. Abenteurer im Wortsinn brauchen wir nicht», erklärt Hoppe. Wenn beim Anbohren von Lagerstätten zum Beispiel mit hohem Druck oder heißem Wasser umzugehen ist, empfiehlt sich bedächtiges Arbeiten.

Berufsanfänger haben sich für die Spezialisierungen Tiefbohrtechnik oder Tiefbautechnik zu entscheiden. Tiefbohrer sind die Fachleute über Tage. Sie analysieren geologische Gegebenheiten, stellen Bohrlöcher her und kontrollieren diese, so die Bundesagentur für Arbeit. Darüber hinaus überwachen sie die Prozessabläufe der Bohrtechnik und beim Gewinnen der Rohstoffe. «Sie müssen auch Störungen erkennen, aber nicht selbst beheben», sagt Eberhard Hoppe. «Dafür holen sie die richtigen Leute ran.»

Bergbautechnologen der Fachrichtung Tiefbautechnik sind für den Unterhalt und die Sicherung der Grubenbaue verantwortlich. Sie arbeiten im Steinkohlebergbau, Kali- und Steinsalzbergbau, Erzbergbau, in Betrieben der Untertagedeponien oder der Rohstoffgewinnung. In beiden Fachrichtungen wird Wert auf Teamarbeit, IT-Kenntnisse und umfangreiches Wissen zu Sicherheitsstandards gelegt.

Marlies Dorsch-Schweizer nennt das Metier eine «Männerdomäne». «Wenn eine Frau die Voraussetzungen für den Beruf erfüllt, richten wir aber eine Waschkaue für sie ein», ergänzt Hoppe. Bislang arbeiten Frauen im Bergbau grundsätzlich über Tage, oft in technologischen Bereichen. Seit Anfang 2009 dürfen Frauen nach EU-Recht auch untertage arbeiten.

Die duale Ausbildung zum Bergbautechnologen setzt keinen bestimmten Schulabschluss voraus. Die Fachrichtungen bauen auf zwei identischen Lehrjahren und dem dritten Jahr der Spezialisierung auf, so das BIBB. Die Abschlussprüfung muss vor der Industrie- und Handelskammer abgelegt werden. Die Azubis organisieren beispielsweise eine Bohrlochmessung oder stellen eine Richtbohrstrecke zusammen.

Die Chancen am Arbeitsmarkt gelten als ausgesprochen gut. Das liegt laut Hoppe daran, dass seit der Wende kein Lehrberuf mit genau diesen modernen Inhalten existierte. Unternehmen stellten bisher oft Seiteneinsteiger ein und schulten sie mit vergleichsweise großem Aufwand. Nach Hoppes Überzeugung trifft der neue Beruf genau in diese Marktlücke: «Die Jungs haben Arbeit ohne Ende.»

Der neue Ausbildungsberuf im Überblick: www.bibb.de/de/50152.htm

Infos zum Beruf (Stichwort «Bergbautechnologe») www.berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/index.jsp Gehalt orientiert sich am Vorgängerberuf Zahlen zum neuen Beruf des Bergbautechnologen gibt es noch nicht. Im Vorläuferberuf Bergmechaniker gab es 2006 genau 93 neue Azubis. 37 Prozent von ihnen verfügten über einen mittleren Bildungsabschluss, 32 Prozent besaßen einen Hauptschulabschluss, Hochschulreife 2 Prozent. Azubis bekamen bis dato nach BIBB-Angaben im Westen durchschnittlich 703 Euro im Monat und im Osten 586 Euro im Monat. Zum Grundgehalt für Berufsanfänger von monatlich bis zu 2500 Euro kommen noch Zulagen für Übernachtung, Reisekosten und andere Aufwendungen. Von Katlen Trautmann, dpa

dpa-infocom


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