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Fußball

Europameisterinnen am Frankfurter Römer umjubelt

Frankfurt/Main EM-Top-Torjägerin Inka Grings griff sich das Mikrofon und zeigte, dass sie derzeit nicht nur auf dem Platz den Ton angibt.

Das «Humba - tätärätätä» krächzte sie dann aber mehr schlecht als recht.

«Ich habe meine Stimme wohl in Helsinki verloren», sagte Grings lachend beim Empfang der Fußball- Europameisterinnen im Frankfurter Römer. «Aber wenn man so wie wir Europameister wird, kann man sich's auch mal gut gehen lassen», meinte die 30 Jahre alte Stürmerin vom FCR Duisburg, die mit ihren sechs Turnier-Toren - davon zwei beim 6:2-Finalerfolg über England - maßgeblich am siebten EM-Titel für Deutschlands Fußball-Frauen beteiligt war.

Blickten die Nationalspielerinnen, die in der Mehrzahl schwarze Sonnenbrillen trugen, vom Balkon nach unten, sahen sie ein schwarz- rot-goldenes Fahnenmeer und mehr als 5000 ausgelassene Fans. «Dass hier mittags an einem Wochentag so viele Leute kommen, zeigt wie geil Deutschland auf Frauenfußball ist», freute sich eine immer noch leicht humpelnde Ariane Hingst. Längst hatte die Abwehrchefin vergessen, dass sie wegen ihrer Verletzung das Finale verpasst hatte.

Neben ihr im noblen Kaisersaal hinter dem Balkon stand Torhüterin Nadine Angerer, eine Mütze tief ins Gesicht gezogen. «Sehe ich so aus, als hätte ich geschlafen?», fragte sie keck mit einem Bier in der Hand. Die Frankfurterinnen im Team wollen am Abend noch weiterziehen in einen Club, kündigte sie an. Aber «ganz sicher nicht» in dem selben, in dem am Abend Paris Hilton erwartet wird.

Auch Bundestrainerin Silvia Neid, sonst stets mahnend mit Blick auf nächste Aufgaben, gab sich einmal ausgelassen. Recht rotbäckig sagte sie: «An die nächsten Spiele denken wir erst übermorgen.» Es werde im Frauenfußball immer schwerer, Titel zu gewinnen. «Deswegen muss man das jetzt auch mal genießen.» Die 45-Jährige versicherte, dass sie sich in der Party-Nacht in Helsinki «schon» gegen 4.00 Uhr in ihr Hotel-Zimmer zurückgezogen hatte. «Aber dann konnte ich nicht schlafen, weil noch so viel Halli-Galli auf dem Flur war.»

Ein großer Fan der Frauen-Nationalmannschaft, Theo Zwanziger, wollte sich den Empfang im Kaisersaal nicht nehmen lassen. «Unsere Mädchen und Frauen haben es sich verdient, sie sind gut, sie sind die besten», sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Er klatschte wie elektrisiert in die Hände und trug sich anschließend gemeinsam mit dem Team ins Goldene Buch der Stadt Frankfurt ein. 12 000 Euro spendierte der DFB jeder seiner Europameisterinnen.

Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) war ebenfalls voll des Lobes und gab sich ein wenig feministisch. «Für das WM-Qualifikationsspiel in Moskau sollten sich die Männer ein Beispiel an unseren Frauen nehmen.» Steffi Jones, Chefin des Organisationskomitees für die WM 2011 im eigenen Land, sah in dem spektakulären Finale gegen England «eine ganz tolle Werbung für den Frauen- und Mädchenfußball». Dieser EM-Titel, der fünfte für die Deutschen nacheinander, mache ihr die Vorbereitung der Weltmeisterschaft nur leichter.

Und was machte eigentlich Spielführerin Birgit Prinz? Für die scheue deutsche Rekordtorschützin, die im Finale mit einem Doppelpack die Kritiker verstummen ließ, war der ganze Trubel zu viel: «Ich will jetzt einfach nur noch nach Hause.»

dpa-infocom


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