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Schumacher: Fisichella bester Formel-1-Fußballer

Monza Für Michael Schumacher ist Giancarlo Fisichella zweifellos «der Beste».

Allerdings bezieht sich das Lob des Rekord- Weltmeisters nicht auf die fahrerischen, sondern auf die fußballerischen Fähigkeiten des neuen Ferrari-Stammpiloten.

Jahrelang spielte der begeisterte Hobby-Kicker aus Kerpen mit «Fisico» im Team Nazionali Piloti. «Giancarlo ist technisch gut und torgefährlich», bescheinigte der am Ball ebenfalls talentierte Fan des 1. FC Köln seinem italienischen Kollegen, einem glühenden Anhänger des AS Rom, gute Qualitäten.

Beim Benefizspiel vor dem Großen Preis von Italien verzichteten allerdings Schumacher und Fisichella auf einen Einsatz. «Giancarlo und Michael haben leider nicht mitgespielt», sagte Toyota-Pilot Jarno Trulli bedauernd. Fisichellas volle Konzentration gilt seinem mit Spannung erwarteten Debüt im «roten Renner» als Ersatz des in Ungarn schwer verunglückten Felipe Massa. «Meine Familie und meine Freunde sind sehr stolz auf mich», sagte er.

In stundenlangen Sitzungen mit den Renningenieuren ließ sich der Routinier in die Besonderheiten des F60 einweihen. «Ich war die meiste Zeit in Maranello und hatte viele Meetings», sagte der 36 Jahre alte Römer. Im Simulator bereitete er sich zusätzlich auf Monza vor. «Ich kann noch nicht viel über das Auto sagen, außer dass es rot ist», sagte der zuvor für das unterklassige Force-India-Team startende Fisichella.

Die Umstellungsprobleme machten sich im Freitagstraining bemerkbar. «Ich bin mit dem ersten Tag zufrieden, der aus fahrerischer Sicht teilweise schwierig war», räumte der Ferrari- Frischling nach den Plätzen 8 und 20 in beiden Durchgängen ein. «Die Hauptschwierigkeiten bestanden darin, sich an die anderen Positionen der Knöpfe zu gewöhnen und Vertrauen in KERS zu gewinnen.» Im Force India musste Fisichella ohne das Hybrid-System auskommen. «Ich brauche noch ein bisschen Zeit, um mich zu verbessern.»

Die fünf Grand Prix für Ferrari , dabei gleich zum Auftakt sein Heimrennen auf dem Hochgeschwindigkeitskurs im Königlichen Park von Monza, bilden den kaum noch erwarteten krönenden Abschluss einer 14 Jahre langen Karriere in der Königsklasse. «Für Ferrari zu fahren war mein Traum, seit ich jung war», verriet Fisichella. Als Knirps verfolgte er, gebannt auf dem Fußboden im Wohnzimmer sitzend, mit seinem Vater im Fernsehen die Rennen. «Ich war so glücklich und so aufgeregt, ich habe sogar die Gänge geschaltet - mit einer Klobürste», beschrieb Fisichella, wie er vom Rennbazillus infiziert wurde.

In Monza fährt Fisichella seinen 225. Grand Prix. In dieser Statistik steht er auf Platz fünf der ewigen Bestenliste. Mit bislang drei Siegen und vier Pole Positionen weist der allerdings häufig für zweit- oder gar drittklassige Rennställe antretende Italiener sportlich eine bescheidene Bilanz auf. Mit Ferrari bietet sich Fisichella nun die Möglichkeit, wieder stärker ins Rampenlicht zu rücken. «Mein Ziel ist, dem Team zu helfen, den dritten Platz in der Konstrukteurs-WM zu halten. Für mich wäre es schön, aufs Podium zu kommen.»

Am besten schon in Monza. Dass Fisichella dazu fahrerisch das Potenzial hat, bewies er zuletzt in Spa-Francorchamps, als er im Force India zunächst sensationell die Pole Position holte und dann hinter seinem neuen Teamkollegen Kimi Räikkönen beim Großen Preis von Belgien Rang zwei belegte. Nach dieser eindrucksvollen Bewerbung war klar, dass er den völlig enttäuschenden Luca Badoer bei der Scuderia ablösen würde. Der Testpilot war nach Schumachers geplatztem Comeback wegen dessen Nackenproblemen zum Massa-Vertreter aufgerückt.

Fisichella will seinen Job als Ersatz des Ersatzes des Ersatzes von Massa besser machen. «Ich bin froh, dass wir Giancarlo gewählt haben, und dies nicht nur für dieses Jahr», sagte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo. Die Scuderia will ihren Landsmann nach der Saison als Test- und Ersatzfahrer weiterbeschäftigen. Fisichella hat also eine Perspektive bei den «Roten». Anders als bei seinem ersten Einsatz: Am 27. September 1995 durfte der damals 22-Jährige schon einmal auf der Hausstrecke in Fiorano einen Ferrari testen. Für einen Vertrag reichten die Leistungen des Nachwuchstalents damals nicht. Von Elmar Dreher, dpa

dpa-infocom


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