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Wissenschaft

«Wasserrucksack» soll bei Katastrophen helfen

Kassel Mit einem «Wasserrucksack» wollen Kasseler Forscher schnell und billig in Katastrophengebieten helfen. Das tragbare Gerät ist so groß wie ein Briefkasten der Post.

Es soll nach Erdbeben oder Überschwemmungen rasch und ohne große Kosten verseuchtes Oberflächenwasser in Trinkwasser verwandeln können, sagte der Entwickler und Kasseler Professor Franz-Bernd Frechen am Sonntag bei der Vorstellung der Apparatur. Mit einem der Wasserrucksäcke könnten 200 bis 500 Menschen mit Wasser versorgt werden. Derzeit gibt es allerdings nur einen Prototyp.

Der Wasserrucksack besteht aus Kunststoff und kann von einem Mann auf dem Rücken getragen werden. «Wasseraufbereitung ist normalerweise teuer und kompliziert. Es gibt hervorragende, zuverlässige Anlagen, doch sind die oft groß und erst nach Tagen im Katastrophengebiet. Außerdem braucht man Fachleute und Energie, um sie zu betreiben», sagte Frechen. «Wir wollten eine Lösung entwickeln, die per Hubschrauber transportiert oder sogar per Fallschirm abgeworfen werden kann. Und die Bedienung ist nicht nur einfach. Ein Piktogramm macht sie auch für den verständlich, der nicht lesen kann oder eine andere Sprache spricht.» Mit dem sauberen Wasser könnten Durchfall und Seuchen als ein Hauptproblem nach Katastrophen verhindert werden. Der Wasserrucksack könne auch da eingesetzt werden, wo die Infrastruktur völlig zusammengebrochen ist.

Der intern «Paul» genannte Apparat basiert auf der Membrantechnik. «Das sind feinste Filter, die keine Festteile durchlassen, nicht einmal Bakterien», sagte der Professor. «Mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt stehen wir in Kontakt, um eine Serienfertigung vorzubereiten. Anfang nächsten Jahres soll es losgehen, und es gibt schon weltweites Interesse.» Dann könnten die Kosten auch auf «deutlich unter 700 Euro» gedrückt werden, zudem werde der noch 32 Kilogramm schwere Rucksack dann erheblich leichter.

dpa-infocom