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Tür auf: Was einen schönen Flur ausmacht

Hamburg Tür auf, und schon steht man mittendrin: Mal im penibel aufgeräumten Designer-Traum, mal im kunterbunten Familienchaos. Der Flur wird gern als Visitenkarte des Hauses bezeichnet.

Ähnlich wie eine Vorspeise vermittelt er Besuchern einen wichtigen ersten Eindruck davon, was sie noch erwarten dürfen. Mit Jacken-, Taschen- und Schuhbergen verstellte Flure sind wenig einladend - ein aufgeräumtes, mit Plan eingerichtetes Entrée weckt dagegen Neugier auf mehr.

SCHRITT 1: Die wichtigsten Zutaten - gekonnt kombiniert

«Die ersten zehn Sekunden entscheiden über ganz viel» hat Constanze Köpp beobachtet, die in Hamburg die Einrichtungsberatung «Wohnkosmetik» betreibt. «Der Flur ist das Mini-Format dessen, was mich in der Wohnung erwartet - deshalb sollte er nicht als Abstellkammer benutzt werden.» Als erstes verschwinden daher besser die Schuhe. «Schuhe bedeuten immer ein Stück Mief, auch wenn sie gar nicht müffeln», sagt die Expertin. Sie rät zu möglichst flachen, unauffälligen Schränken, die wenig Platz wegnehmen.

Ebenfalls ein Muss im Flur ist eine Garderobe, die sich aber gleichzeitig häufig zu einem Problemkandidaten entwickelt: «Die Garderobe nimmt oft den halben Platz im Flur ein, weil so viele Jacken und Taschen daran hängen», erzählt Köpp. Sie empfiehlt, lediglich ein oder zwei Jacken dort hängen zu lassen. Der Rest komme in den Schrank. Und nach jeder Saison werde gründlich aussortiert. «Im Hochsommer braucht ja niemand die Winterjacken.»

Ein weiteres unverzichtbares Stück ist eine Ablage für all die Kleinigkeiten wie Schlüssel oder Briefe, die noch zur Post müssen. Eine Schale oder ein Körbchen sind die klassische Aufbewahrungsvariante. «Ich selber habe zum Beispiel für die Post immer eine Tasche an der Garderobe hängen - da habe ich alles gleich beieinander, wenn ich das Haus verlasse», erzählt die Wohnberaterin Katharina Semling aus Oldenburg. Kein Muss, aber sehr angenehm, sei darüber hinaus eine kleine Sitzgelegenheit im Flur zum An- und Ausziehen der Schuhe.

SCHRITT 2: Die Accessoires

«Ein Flur wird oft so genommen, wie er ist. Er sollte aber schön gestaltet werden, um möglichst viel herauszuholen», rät die Innenarchitektin Katharina Dobbertin aus Hamburg. Besonders in kleinen Wohnungen kann ein liebevoll herausgeputzter Eingangsbereich zu einem weiteren Zimmer werden. Wichtig dafür sind die passenden Accessoires. Die Nummer eins ist für Dobbertin dabei ein Spiegel: Der gehöre auf jeden Fall dazu, um vor dem Verlassen der Wohnung noch einmal einen prüfenden Blick auf das eigene Outfit werfen zu können.

«Begeben sie sich in die Rolle eines Gastes: Was sieht man beim Betreten als Erstes? Das sollte immer etwas Schönes sein», empfiehlt Semling. Geeignet wären zum Beispiel ein originelles Poster oder auch ein Blumenstrauß. In ihrem eigenen Flur etwa hänge ein schön gerahmtes Werbeplakat aus den 50er Jahren.

Constanze Köpp hat aus ihrem Eingangsbereich mit vielen Bildern eine kleine Galerie gestaltet - und schwört im Flur ansonsten auf Tapeten und ungewöhnliche Bodenbeläge. «Tapeten sind ein Traum», sagt die Wohnkosmetikerin. Wobei immer nur eine Wand oder auch nur ein Stück der Wand tapeziert werden sollte. Für den Boden empfiehlt sie anstatt eines klassischen Läufers Filzquadrate aus dem Baumarkt. Die seien nicht nur günstig, sie könnten auch jederzeit einzeln ausgetauscht werden, wenn sie abgenutzt sind.

SCHRITT 3: Es werde Licht

«Es soll hell sein, aber auch heimelig», rät Katharina Semling beim Thema Licht im Flur. Da der Eingangsbereich speziell in Wohnungen oft keine Fenster hat, müsse über Leuchten «Licht hineingepumpt werden». Welche Leuchten geeignet sind, bestimmt nicht zuletzt der Schnitt des Flurs. Köpp spricht sich aber in jedem Fall dafür aus, sich von den weit verbreiteten Spot-Leuchten zu verabschieden. Sie sorgten für ungemütliche Büro-Atmosphäre - Kugelleuchten wirkten wesentlich wohnlicher.

SCHRITT 4: Vorzüge herausstellen - Schwächen verbergen

Mit seinem Flur sollte man es nicht anders halten als mit sich selbst, sagt Katharina Semling: «Wenn Sie sich vorstellen, wollen Sie das Schöne herausstellen und das nicht so Schöne verbergen.» Auch im Flur lassen sich mit etwas Geschick Problemzonen kaschieren: Lange, schmale Flure wirken zum Beispiel kürzer und weiter, wenn Spiegel waagerecht statt senkrecht gehängt werden. Oder es wird mit Farbe gearbeitet: Niedrige Flure etwa werden durch Längsstreifen zumindest optisch erhöht.

Tipps zum Wohnen: www.die-wohnexpertin.de

Wohnen und Wohlfühlen: www.wohnkosmetik.de Von Sandra Cantzler, dpa

dpa-infocom


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