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Schadstoffbelastung: Besser im Sommer renovieren

Köln Die Sommerzeit eignet sich besonders gut zum Renovieren. Einerseits ist helles Tageslicht hilfreich beim Werkeln.

Vor allem aber kann Tag und Nacht gelüftet werden - Schadstoffe weichen so schneller aus den Räumen.

«Viele Bauprodukte wie Farben , Lacke und Bodenbeläge enthalten immer noch Lösungs- und Konservierungsmittel», erklärt Walter Dormagen vom TÜV Rheinland in Köln. Manchmal werden die Schadstoffe über Jahre ausgedünstet und schaden so dem Raumklima und der Gesundheit.

«Nach einer Renovierung riecht es in den Räumen manchmal längere Zeit unangenehm«, sagt Silke Christiansen von der Bremer Umwelt Beratung. In diesen Fällen sei eine mögliche Belastung durch Ausdünstungen einfach festzustellen. Auch werde gegen Gerüche instinktiv stark gelüftet. Viele Emissionen bemerke die menschliche Nase aber nicht. Auch ohne Geruchsbelästigung sollte deshalb nach einer Renovierung einige Monate lang gut gelüftet werden. Um nicht unnötig Energie zu verschwenden, biete sich das Renovieren im Sommer an.

«Praktisch alle Bauprodukte emittieren flüchtige organische Substanzen, die in die Raumluft gelangen», erläutert Wolfgang Plehn vom Umweltbundesamt in Dessau. Wer Bauprodukte sucht, ohne zuvor Datenbanken und Analyseberichte studieren zu wollen, sollte auf das Umwelt-Label «Blauer Engel» achten.

Hilfe leistet Dormagen zufolge eine Baustoffliste vom TÜV Rheinland, in der zum Beispiel alle Produkte, die das Toxproof-Siegel tragen, aufgeführt sind. «Dieses Prüfsiegel garantiert, dass die gemessenen Schadstoffemissionen deutlich unter den gesetzlichen Forderungen liegen», erklärt der Experte.

Trotz Orientierung an Siegeln oder Tests: «Völlig schadstoffarme Farben und Lacke gibt es nicht», stellt Dormagen klar. Daher sollten die Fenster schon während des Streichens geöffnet werden. So wird die Schadstoffbelastung für den Anstreicher nicht zu groß. Auch Umweltfarben seien nicht völlig unbedenklich. Denn bei ihnen würden die Lösungsmittel häufig durch Terpene ersetzt. Diese Stoffe seien natürlichen Ursprungs und würden aus Kiefernharz oder Zitrusschalen gewonnen. Terpene könnten allergische Reaktionen auslösen.

Bei schönem Wetter kann bei offenem Fenster gestrichen werden. Ist es zu heiß, sollte das Renovieren jedoch verschoben werden. Denn Farbe ist nach Angaben des Paint Quality Institute in Frankfurt/Main wetterfühlig und mag keine Temperaturen von mehr als 30 Grad.

Weitere Schadstoffquellen können Teppiche sein. Darum sollten sich Heimwerker vor dem Kauf genau über die Belastungen des Materials informieren. «Synthetische Bodenbeläge enthalten in den verschiedenen Qualitäten Lösungsmittel in unterschiedlichen Konzentrationen», erklärt Dormagen.

Selbst Naturteppiche seien nicht frei von Chemie. Denn Wollteppiche würden mit Mitteln gegen Mottenfraß behandelt, die allergische Reaktionen auslösen könnten. Um den Schadstoffgehalt möglichst gering zu halten, rät der TÜV-Experte, beim Verlegen Teppichklebeband zu verwenden. Dabei sei die Schadstoffbelastung wesentlich geringer als beim vollständigen Verkleben des Teppichbodens.

TÜV Rheinland: www.tuv. com/de

Umwelt Beratung Bremen: www.bremer-umwelt-beratung.de

Umweltbundesamt: www.umweltbundesamt.de

Paint Quality Institute: www.farbqualitaet.de Alptraum «schwarze Wohnung» nach dem Renovieren Nach Abschluss aller Renovierungsarbeiten sollte über viele Monate hinweg regelmäßiges Lüften nicht vergessen werden, rät die Bremer Umwelt Beratung. Auf diese Weise lasse sich auch dem sogenannten Fogging-Effekt vorbeugen. Fogging, auch als Phänomen «schwarze Wohnung» bekannt, kann in frisch renovierten Wohnungen mit Beginn der Heizperiode in Wohnräumen entstehen: Die rußartigen Beläge bestehen meist aus Staub und Fasern, die sich mit einer Vielzahl an unterschiedlichen schwerer flüchtigen organischen aus Farben, Lacken und Klebstoffen verbunden haben. Von Stephanie Hoenig, dpa

dpa-infocom


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