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Schwebende Schalen in Pastell: Herbstanemonen

Bonn Die Blüten der frühen Sorten erscheinen Ende Juli.

Fast aus dem Nichts scheinen die duftigen Schalen der Herbstanemonen aufzubrechen. Sie läuten den Spätsommer ein.

Weiß und rosa schweben sie durch den Herbst, bis der raue Oktober ihrem Spiel ein Ende setzt. Dann erinnern nur noch weiße, wollige Fruchtstände an ihre Pastelltöne.

Wer bei Anemonen an die Frühlingsteppiche der Buschwindröschen denkt, kann wahrscheinlich kaum glauben, dass die Herbstanemonen (Anemone hupehensis, Anemone japonica und Anemone tomentosa) zur gleichen Gattung gehören. Stattlich schieben sich die Triebe mit den großen, dreigeteilten Blättern im Frühjahr ans Licht. Schon ohne Blüten wirken sie sehr dekorativ. Ragen die kräftigen Stängel mit den locker verzweigten Blütenständen darüber auf, entstehen Blütenschleier in 60 bis 120 Zentimeter Höhe. Die besonders stattliche Anemone tomentosa 'Robustissima' trägt ihre Schalenblüten sogar 120 bis 150 Zentimeter hoch.

Bei diesem eleganten Anblick erstaunt es nicht, dass sie in ihrer chinesischen Heimat schon früh als Zierpflanzen kultiviert wurden. Halbgefüllte Kulturformen gelangten von dort nach Japan, wo sie der deutsche Arzt Andreas Cleyer Ende des 17. Jahrhunderts in einem Garten in Nagasaki entdeckte. 1844 gelang es Robert Fortune, lebende Exemplare nach England zu schicken. Sie waren so hübsch, dass ihre Nachkommen sich rasch in den europäischen Gärten verbreiteten.

Bereits aus dieser Zeit stammt eine Sorte, die Gartenbesitzer bis heute begeistert. 1858 erblühte im französischen Verdun eine halbgefüllte Herbstanemone, deren sieben Blütenblätter in makellosem Weiß erstrahlten. Herrlich hob sich davor der Kranz goldgelber Staubgefäße rund um den grünen Mittelknopf ab. 'Honorine Jobert' nannte sie ihr Besitzer nach seiner Tochter. Die Staudensichtung aus dem Jahr 2005 verlieh ihr das Prädikat «ausgezeichnet» und bescheinigte ihr: Hohe Vitalität, sehr reichblütig, ausgezeichnete Blütenschmuckwirkung, ausgezeichnet standfest. So durchstrahlt sie den Herbst von Ende August bis Ende Oktober.

Wirklich jung sind auch die meisten anderen Sorten nicht - was für ihre Schönheit und lange Lebensdauer spricht. 1900 entstand 'Robustissima', die ihrem Namen alle Ehre macht. Sie blüht von Anfang August bis Ende September sehr reich mit feinen, ungefüllten altrosa Blüten. Trotz ihrer Höhe von bis zu 150 Zentimetern ist sie standfest. Der einzige Wermutstropfen: Sie breitet sich sehr stark aus. Zarte Nachbarn bestehen nicht neben ihr. Wer ihr aber Platz in einer extensiven Pflanzung geben kann, der hat viel Freude an ihrer pastellfarbenen Schönheit.

Auch die Sorte 'Praecox' neigt dazu, sich auszubreiten, wächst aber mit 60 bis 80 Zentimeter Höhe verhaltener. Sie blüht zeitgleich mit 'Robustissima'. Ihre ebenfalls einfachen Blüten spielen zwischen dunklem Altrosa und Karminrosa.

'Prinz Heinrich' ist dagegen ein verträglicher Partner für Astilben, Silberkerzen, Gräser und vieles andere. 1902 entstanden, zeigen ihre gefüllten Blüten von Anfang September bis Ende Oktober, manchmal sogar noch im November ein kräftiges Altrosa. 'Bressingham Glow' ist ihr ähnlich, blüht nur etwa 14 Tage vor dem Prinzen. Die relativ neue, erst 1993 gezüchtete 'Ouvertüre' startet bereits Ende Juli und steht bis Mitte September im Schmuck ihrer einfachen, zart-violettrosa Blüten.

Schönheiten über Schönheiten, unter denen es jetzt während der Blüte auszuwählen gilt. Wer sich in eine von ihnen verguckt hat, sollte mit der Pflanzung aber noch bis zum Frühjahr warten. Frisch verpflanzt nehmen Herbstanemonen den Winter oft übel und gehen ein. Zwar kann eine dicke Mulchschicht ihnen den Start erleichtern. Besser ist aber Frühjahrspflanzung, wenn bereits erste kräftige Triebe sichtbar sind. Trotzdem wird sie in den ersten Jahren nur einen schwachen Abglanz ihrer Schönheit liefern. Erst vom dritten oder vierten Standjahr an erreicht sie ihre wahre Höhe und erfreut über Jahrzehnte mit ihrer Schalenfülle. Tipps für Herbstanemonen-Fans - Jetzt die Schönste aussuchen und im Frühjahr pflanzen.

- Herbstanemonen gelten vielfach als Pflanzen für den Halbschatten, aber bei zu viel Schatten lässt die Blühfreude nach.

- Sonnige bis halbsonnige Standorte mit frischen bis feuchten, nährstoffreichen Böden bekommen ihnen am besten.

- Standort sorgfältig wählen. Eingewachsene Herbstanemonen lassen sich kaum noch umpflanzen.

- Silberkerzen, Eisenhut, Herbstastern, Gräser und Farne sind den Herbstanemonen wunderbare Nachbarn. Von Helga Panten, dpa

dpa-infocom


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