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Hoeneß kritisiert Länderspieltermine: «Kokolores»

Dortmund In ungewöhnlich scharfer Form hat Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß am Wochenende die Unterbrechung der Bundesliga wegen Länderspiel-Terminen kritisiert.

«Diese Länderspiele gegen Aserbaidschan und Südafrika - das ist ja so langsam Kokolores. Ich meine, wir spielen da 100 000 Spiele und wir Vereine haben den Dreck auszubaden», ereiferte sich Hoeneß in einem Interview im Bezahlsender «Sky». Er reagierte damit auch auf die Verletzungen der Hamburger Profis Collin Benjamin und Paolo Guerrero, die mit schweren Blessuren von ihren internationalen Einsätzen zurückgekehrt waren.

«Wenn ich in der Hamburger Situation wäre, würde ich gegen die Wand springen, was da passiert ist», fügte Hoeneß hinzu. «Wir müssen alle miteinander uns dagegen wehren, dass die Bundesliga jetzt zum 98. Mal unterbrochen wird wegen dieser Länderspiele. Da muss sich etwas ändern, sonst geht die Bundesliga kaputt.» In der ARD- Sportschau legte der Bayern-Manager nach: «Wenn sich die Vereine endlich mal solidarisieren können, dann müssen sie den Verbänden mal die Stirn zeigen und ihnen sagen, was das Wichtigste ist: Das ist der Vereins-Fußball. Denn der bezahlt die ganze Sache.»

Auch für HSV-Trainer Bruno Labbadia gehen die Länderspiele immer mehr zulasten der Clubs. «Wir sind mittlerweile sehr breit aufgestellt. Wir haben viele Spieler aus Afrika und Südamerika, die Reisen sind sehr weit», meinte der Coach des Bundesliga-Ersten, der durch die Kreuzbandrisse von Benjamin und Guerrero besonders hart getroffen wurde, in «Sky». Dadurch, dass die internationalen Spiele heute am Samstag und Mittwoch ausgetragen würden, gestalteten sich die Rückreisen für die Spieler sehr schwierig.

Zugleich äußerte Labbadia aber auch Verständnis für die Verbände. «Es gibt da keine Top-Lösung, weil wir ja auch Fan von der Nationalmannschaft sind.» Zurückhaltend äußerte sich sein Stuttgarter Kollege Markus Babbel: «Es ist natürlich für den Vereinstrainer schwierig, wenn die Spieler erst einen Tag vor dem Bundesliga-Spieltag zurückkommen. Aber wir müssen es so annehmen, wie es ist», meinte der VfB-Coach.

Dies will Hoeneß nicht länger tun. Wie schon früher Bayern- Präsident Franz Beckenbauer fordert er eine vorgeschaltete Ausscheidung für schwächere Fußball-Nationen. «Es muss eine Vor-Qualifikation her. Aserbaidschan und Liechtenstein - all diese Länder: Da muss sich etwas ändern.» Benjamin habe sich in einem Freundschaftsspiel gegen Swasiland verletzt «und jetzt bekommen sie in Hamburg den Spieler zurück mit einem Entschuldigungsschreiben, das besagt: Es tut uns Leid, aber er ist sechs Monate außer Gefecht. Und dasselbe gilt auch für Guerrero.»

So könne es nicht weitergehen , erklärte Hoeneß. «Es gibt ein Sprichwort: Wer zahlt, schafft an - und wir zahlen. Und deswegen ist es eine totale Verkehrung der Tatsachen», schimpfte der Bayern-Manager, als er einmal in Fahrt gekommen war. Im nicht ausverkauften Stadion von Hannover beim WM-Qualifikationsspiel der DFB-Elf sieht Hoeneß erste Anzeichen, dass der Zuschauer «nicht so blöd ist, dass er erkennt, wenn du gegen den 150. der Welt spielst. Ich sage noch einmal: Wenn man gegen Liechtenstein spielt, kann man auch gegen den FC Tegernsee spielen.»

dpa-infocom


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