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Bolt siegt - Jeter mit Super-Zeit - Nerius geht

Thessaloniki Das Weltfinale der Leichtathleten hat seinen Namen in diesem Jahr wirklich verdient.

Ausnahmesprinter Usain Bolt beendete in Thessaloniki mit einem weiteren Sieg seine Saison, Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius gleich ihre ganze Karriere.

Versüßt wurde ihnen das mit üppigen Prämien: Bolt und die einzige deutsche Siegerin Betty Heidler (Hammerwurf) kassierten für ihre Erfolge jeweils 30 000 US-Dollar, Platz drei brachte Nerius 12 000 Dollar ein. Insgesamt dotierte der Weltverband IAAF den Abschluss seiner Grand-Prix-Serie mit etwas mehr als drei Millionen Dollar.

Die herausragende Leistung bot zum Abschluss die Amerikanerin Carmelita Jeter über 100 Meter: Sie lief mit 10,67 Sekunden eine Weltjahresbestzeit und besiegte damit Weltmeisterin Shelly-Ann Fraser aus Jamaika. Schneller als Jeter lief in den vergangenen elf Jahren keine Sprinterin. «Ich habe in diesem Jahr meinen Coach gewechselt und finde langsam meinen Rhythmus», sagte Jeter, hinter Weltrekordlerin Florence Griffith-Joyner (10,49) und Marion Jones (10,65/beide USA) nun die drittbeste Sprinterin der Welt.    

Bolt trat nur über 200 Meter an und war dort wie im gesamten Verlauf der Saison praktisch konkurrenzlos. Er kam nach 19,68 Sekunden mit großem Vorsprung ins Ziel. Vor und nach dem Rennen bot er sein bekanntes Showprogramm: die «Bogenschützen»-Geste und allerlei Grimassen. Trotzdem entschuldigte er sich fast dafür, keinen Weltrekord gelaufen zu sein: «Ich habe das Beste gegeben, bin aber schon sehr müde», meinte er. Am Montag fliegt der 23-Jährige in den Urlaub nach Jamaike. «Dort will ich nur noch schlafen», sagte er.

Für Bolt galt das gleiche wie für Sanya Richards, LaShawn Merritt (beide 400 Meter), Andreas Thorkildsen (Speerwurf) oder Blanka Vlasic (Hochsprung): Sie gewannen nach WM-Gold auch das Weltfinale in ihrer Disziplin. Vlasic übersprang im mit 25 000 Zuschauern jeweils fast ausverkauften Kaftanzoglio Stadion 2,04 Meter. An der Weltrekordhöhe von 2,10 scheiterte sie jedoch.

Speerwerfer Mark Frank belegte mit 82,46 Metern überraschend den dritten Platz. Die Höhepunkte aus deutscher Sicht gab es in Thessaloniki aber bereits am Samstag. Heidler gewann das Hammerwerfen, Nerius beendete ihre erfolgreiche Karriere. «Ich bin froh, dass das mein letzter Wettkampf war», sagte die 37-Jährige. «Ich habe ihn noch einmal genossen, habe mich aber auch die ganze Zeit auf den Tag danach gefreut.» Die Zuschauer verabschiedeten sie mit viel Applaus. Nerius hatte während des Wettkampfes ein Stirnband getragen, auf dem sie in deutscher, englischer und griechischer Sprache «Tschüss» sagte. Christina Obergföll, hinter Nerius Vierte, meinte: «Steffi hat die deutsche Leichtathletik geprägt.»

Betty Heidler ist zumindest auf einem guten Weg dorthin. Nach ihrem zweiten Platz bei der WM in Berlin dominierte sie das Hammerwerfen in Thessaloniki nach Belieben. «Mein Ziel war es, hier zu gewinnen, deshalb bin ich sehr zufrieden», sagte die 25-Jährige. «Ich habe eine Top-Saison hinter mir. WM-Silber war die Krönung, das Weltfinale ein schöner Abschluss.»

Diskuswerfer Robert Harting und Kugelstoßer Ralf Bartels knüpften dagegen nicht an ihre WM-Form an. Weltmeister Harting belegte hinter dem 37-Jährigen Virgilijus Alekna aus Litauen Platz zwei, sagte aber: «Die WM hat eine Menge Kraft gekostet. Mit meiner Saison bin ich sehr zufrieden.» Für Bartels gilt das gleiche. Die Bronzemedaille von Berlin überstrahlt seinen fünften Rang beim Weltfinale.

Nadine Kleinert wurde im Kugelstoßen Vierte. Sie sprach danach ein Manko an, das dieses «World Athletics Final» genauso kennzeichnete wie die hohen Prämien: der späte Termin. «Mir fiel es nach der langen Saison schwer, mich noch einmal zu motivieren», sagte die WM-Zweite. Außer Jeter kam an beiden Tagen kein Athlet an einen der mit 100 000 Dollar dotierten Weltrekorde heran. Von Sebastian Stiekel, dpa

dpa-infocom


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