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Eklat und Jackson-Tribut bei MTV-Awards

New York Ein herzzerreißender Abschied von Michael Jackson und ein Wutanfall von Rapper Kanye West: Die Vergabe der MTV-Videomusikpreise in New York sorgte in der Nacht auf Montag für eine Achterbahn der Gefühle.

Souldiva Beyoncé (28), Popsängerin Lady Gaga (23) und die US-Punk-Rocker Green Day gingen mit jeweils drei Trophäen als große Sieger aus dem Rennen. Für die ergreifendsten Augenblicke jedoch sorgte Überraschungsgast Madonna, als sie in einer sehr persönlichen Rede dem einstigen «King of Pop» Tribut zollte. «Manchmal müssen wir Dinge verlieren, ehe wir sie richtig schätzen können», sagte sie. Das Publikum spendete lange im Stehen Applaus.

Einen Eklat, wie ihn die aufwendige Glitzershow wohl noch kaum gesehen hat, liefert Szeneschreck Kanye West. Bei der Auszeichnung der Countrysängerin Taylor Swift (19) zur bester Nachwuchskünstlerin stürmte er auf die Bühne und riss der zarten, völlig fassungslosen Kollegin das Mikrofon aus der Hand. «Taylor, ich freue mich für Dich», fauchte er. «Aber Beyoncé hat eines der besten Videos aller Zeiten.»

West, der schon mehrfach bei Preisverleihungen ausgerastet ist, entschuldigte sich später auf seiner Website. «Es tut mit soooooo leid für Taylor Swift und ihre Fans und ihre Mutter.» Das Publikum in der traditionsreichen New Yorker Radio City Music Hall vergab ihm freilich nicht und buhte jedes Mal, wenn sein Name genannt wurde. West wurde von der Veranstaltung ausgeschlossen.

Für einen versöhnlichen Ausgang sorgte schließlich R&B-Legende Beyoncé, die für ihr mitreißendes «Single Ladies» den Hauptpreis als Video des Jahres bekam. Sie holte Swift auf die Bühne, umarmte sie herzlich und stellte ihr die eigene Redezeit zur Verfügung. Sie erinnere sich, wie aufgeregt sie selbst als 17-Jährige bei ihrem ersten MTV-Award gewesen sei, sagte Beyoncé. «Ich möchte, dass Taylor hier hochkommt und ihren Auftritt bekommt.»

Größter Star des Abends blieb gleichwohl Michael Jackson. Eine schwarz gekleidete Madonna würdigte den ehemaligen Freund als eines der größten Talente der Welt. «Er war ein König, aber er war auch ein Mensch», sagte sie. «Es lebe der König!» Zugleich bedauerte sie, dass sie den einst engen Kontakt zu dem Sänger verloren hatte. «Die meisten von uns haben ihm den Rücken gekehrt. (...) Wir werden nie wieder so jemanden haben wie ihn.»

An der Gala nahmen auch Jacksons Vater Joe und sein Bruder Jermaine teil, dessen eigenes, in Wien geplantes Gedenkkonzert vergangene Woche mangels Promi-Teilnahme geplatzt ist. Janet Jackson, die jüngere Schwester, tanzte nach einem Potpourri bekannter Hits ein letztes Mal des Duett «Scream» mit ihrem Bruder - sie in glitzerndem Jackson-Outfit, er als Vergrößerung auf der Videoleinwand im Hintergrund. Begleitet wurde sie von einer Tanzgruppe, die bei den geplanten Comeback-Konzerten mit Jackson in London auftreten soll.

Der Popstar, der selbst eine Reihe seiner bahnbrechenden Videos bei den MTV Awards vorgestellt hatte, war Ende Juni im Alter von 50 Jahren nach einem tödlichen Cocktail von Beruhigungsmitteln an Herzversagen gestorben. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus.

Der Musiksender MTV vergab seine begehrten Preise zum 26. Mal. Britney Spears, im vergangenen Jahr mit drei Trophäen bedacht, konnte ihr Comeback mit einem weiteren Preis für das Pop-Video «Womanizer» festigen. Eminem erhielt für «We Made You» die Auszeichnung für das beste Hip-Hop-Video, und Rapper T.I. wurde als bester männlicher Künstler geehrt. Für den faszinierendsten Auftritt des Abends sorgte Pink: Sie präsentierte ihren Song «Sober» bei einer akrobatischen Trapeznummer hoch über den Köpfen des Publikums.

dpa-infocom