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Dax erholt sich von Gewinnmitnahmen

Frankfurt/Main - Schritt für Schritt hat der Dax am Montag seine Verluste verringert. Der Leitindex schloss zum ersten Mal nach sechs Handelstagen im negativen Terrain und gab 0,07 Prozent auf 5.620,24 Zähler nach.

Im Tagesverlauf war der Index in der Spitze bis auf 5.532,30 Zähler zurückgefallen. In der Vorwoche hatte er indes noch mehrfach ein neues Jahreshoch markiert. Das Erreichen dieser Höchststände hat die Investoren Börsianern zufolge ermutigt, Kasse zu machen. Gleichzeitig entwickelten sich die US-Börsen aber zu Handelsbeginn besser als befürchtet und sorgten damit in den letzten zwei Handelsstunden für einen Abbau der Kursverluste. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es zum Wochenbeginn um 0,86 Prozent auf 7.130,15 Punkte runter, der Technologiewerte-Index TecDax verlor 1,32 Prozent auf 735,82 Zähler.

"Der Markt ist zwar schon sehr weit gelaufen, doch es sind nach wie vor viele Investoren noch nicht investiert", sagte Günther Gerstenberger, Fondsmanager bei der PEH Wertpapier AG. "Viele Marktteilnehmer setzen auf eine Korrektur, aber die ist bislang nicht gekommen." Der "große Verfall" an den Terminmärkten am kommenden Freitag könnte zumindest kurzfristig Bewegung in den Markt bringen. An diesem so genannten "Hexensabbat" schwanken die Aktienkurse oft stark. Allerdings dürfte sich der Markt vorerst auf hohem Niveau weiter stabil halten, da derzeit jede Schwäche ausgenutzt würde, fügte der Experte hinzu.

Vor allem Finanztitel litten unter den Gewinnmitnahmen, sagten Händler. Ein weiterer Börsianer verwies zudem auf Aussagen des Wirtschaftsnobelpreisträgers Joseph Stiglitz. Dieser habe sich am Wochenende erneut kritisch geäußert und gesagt, er sehe Banken weiter in der Krise. "Das hat die Finanzwerte in Asien teilweise schon negativ beeinflusst", so der Händler. So verloren Deutsche Bank um 0,93 Prozent auf 49,300 Euro und die Anteilsscheine der Commerzbank fielen um 1,63 Prozent auf 8,150 Euro. Im MDax sanken Postbank-Papiere um 3,98 Prozent auf 24,10 Euro. Aktien der Aareal Bank verbilligten sich um 2,58 Prozent auf 15,51 Euro. Die Papiere dieses staatlich gestützten Instituts sind noch im SDax gelistet, notieren aber ab kommenden Montag, dem 21. September, wieder im MDax.

Die Aktien der Deutschen Post hielten sich ebenfalls hartnäckig in der Verlustzone schlossen um 1,18 Prozent schwächer bei 12,545 Euro. Ein Händler verwies auf einen Bericht der "WirtschaftsWoche", wonach die Wettbewerber des Logistikkonzerns einen zweiten Versuch starten, eine eigene bundesweite Briefbeförderung aufzuziehen. Für die "T-Aktie" gaben Anleger 1,15 Prozent weniger aus und bezahlten 9,425 Euro. Einem Bericht des "Sunday Telegraph" (ST) zufolge hat die Deutsche Telekom die Deutsche Bank beauftragt, ein mögliches Übernahmeangebot für den US-Mobilfunkbetreiber Sprint Nextel zu prüfen. Medien zufolge wollte der Telekomkonzern dazu keine Stellung nehmen. Analyst Theo Kitz von Merck Finck würde einen solchen Schritt aufgrund der technologischen Integrationsrisiken - die Mobilfunknetzwerke von Sprint Nextel und T-Mobile USA basieren auf unterschiedlichen Standards - nicht begrüßen. Frank Rothauge, Analyst bei Sal. Oppenheim, äußerte sich ebenfalls kritisch über die Berichte.

Vor Beginn der "Internationalen Automobilausstellung" (IAA) entwickelten sich die Automobilwerte uneinheitlich. Die BMW-Aktien legten gegen den schwächeren Trend um 1,67 Prozent zu auf 35,020 Euro. Börsianer sahen die Autotitel durch Aussagen des Vorstandschefs Norbert Reithofer in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" gestützt, wonach er sich "durch die letzten Wochen zuversichtlich gestimmt" zeigte. Daimler gehörten mit minus 0,31 Prozent auf 33,40 Euro zu den schwächeren Werten. Hier verweisen Händler auf Charttechnik. VW fielen am Dax-Ende um 2,06 Prozent auf 125,20 Euro, während Porsche-Papiere um 1,84 Prozent auf 49,01 Euro sanken.

Die Titel von HeidelbergCement sackten im MDax wiederum um 3,05 Prozent auf 41,90 Euro ab. Der mit 11,3 Milliarden Euro verschuldete Baustoffkonzern beschloss eine Kapitalerhöhung. Jetzt sei nachvollziehbar, warum Beteiligungsgesellschaften rund um die Familie Merckle in den vergangenen Wochen so massiv Aktien verkauft hätten, meinte ein Börsianer. "Auf der anderen Seite könnte HeidelCement eine Art Befreiungsschlag gelingen: Sollte die Kapitalerhöhung Zuspruch finden und die Aktien gut im Markt platziert werden können, ist vorerst wieder genug Luft zum Atmen da". Demag Cranes AG gehörten mit einem Kursplus von 2,23 Prozent auf 22,88 Euro derweil zu den deutlicheren Gewinnern. Medienberichte um eine angeblich geplante Kooperation des Kranbauers mit dem japanischen Maschinenbau-Konzern Mitsubishi Heavy führten am Markt zu Verwirrungen. Letztlich stellte sich heraus, dass die Düsseldorfer seit drei Monaten mit den Japanern über die Fortführung einer bestehenden Zusammenarbeit in Vertrieb und Service verhandeln.

dpa-infocom