pic Zählpixel
kalaydo leftkalaydo logo
RZ-Blog  |  Twitter  Mobil&RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Auto     » News     » Tests     » Liebhaber-Autos     » Aus zweiter Hand     » Auto-ABC     » Recht

Eilige Chefsache: Der neue Porsche Panamera

Hamburg Auf der Überholspur war die Hackordnung in Deutschland schon immer klar: Sobald im Rückspiegel ein Porsche 911 auftaucht, machen selbst eine Mercedes S-Klasse oder ein 7er BMW freimütig Platz.

Die Vorteile aller Luxuskonkurrenten vereint

Doch nun will der schwäbische Sportwagenhersteller die Dickschiffe auch von ihren Stammplätzen in den Vorstandsgaragen verdrängen. Denn am 12. September startet zu Preisen ab zunächst 94 575 Euro der Panamera, mit dem Porsche erstmals den Spagat zwischen Sportwagen und Luxuslimousine stehen will.

Vorne hui, hinten pfui

Diesen Widerspruch lösen die Schwaben bereits im Design auf. Denn obwohl der Panamera mit 4,97 Metern deutlich länger ist als etwa ein 911er, wirkt er zierlicher und zugleich sportlicher als seine Konkurrenten. Dafür sorgen vor allem die coupéhafte Silhouette, in der die hinteren Türen beinahe untergehen, die dicken Backen über den breiten Reifen, die markanten Kiemen in den Kotflügeln und vor allem die niedrige Scheitelhöhe: Bei gerade einmal 1,42 Metern wird der Panamera von S-Klasse & Co. um mehr als eine Handbreit überragt. So sieht die vierte Baureihe von vorne aus wie ein etwas breit geratener 911er und gibt von der Seite den Modellathleten. Nur von hinten muss man sich den Viersitzer erst schön schauen - dabei ist das die Perspektive, aus der man den Panamera wohl am häufigsten sehen wird.

Kraftakt mit bis zu 500 Turbo-PS

Dafür sorgen die Motoren. Zwar soll es später mit Rücksicht auf Kosten und Klima auch einen Sechszylinder mit etwa 221 kW/300 PS sowie einen Hybridantrieb geben. Doch startet der Panamera nur mit 4,8 Liter großen V8-Motoren. Schon der Sauger kommt dabei auf 294 kW/400 PS, und der Turbo des Topmodells erreicht sogar 369 kW/500 PS.

Bei allem Luxus ist der beste Platz hinterm Lenkrad

Mehr als andere Limousinen ist der Panamera ein Fahrerauto. Man kann zwar auch hinten überraschend bequem reisen und darf unterwegs sogar fernsehen, so dass der Viersitzer zur Not auch als Chauffeurslimousine durchgeht. Doch der schönste Platz in einem Porsche ist hinterm Lenkrad. Mit einer schmucken Uhrensammlung vor Augen, gebettet auf einen straffen Sportsitz und eingeschlossen von der hohen Mittelkonsole fühlt man sich wie der Pilot eines Jets und genießt die volle Kontrolle.

Bissig jagt der Panamera über die Überholspur

Die kann man auch brauchen. Schließlich mobilisiert der Turbo schon im Normalbetrieb bis zu 700 Newtonmeter (Nm) Drehmoment und kommt mit eingeschalteter Hilfe für den perfekten Kavalierstart kurzfristig sogar auf 770 Nm. Damit beschleunigt er den immerhin zwei Tonnen schweren Wagen in 4,2 Sekunden auf Tempo 100 und fährt der Konkurrenz kurz darauf endgültig davon. Denn wo die Flaggschiffe aus Ingolstadt oder München bei 250 km/h abgeregelt werden, lassen die Schwaben dem Turbo freien Lauf bis 303 km/h.

Nur böser Wille bringt ihn aus der Ruhe

Dabei bewahrt der vornehme Sprinter dank Allradantrieb, adaptiver Luftfederung und guter Gewichtsverteilung stets die Contenance und lässt sich nur mit Vorsatz aus der Ruhe bringen. Damit ist er Luxuslimousinen haushoch überlegen. Doch so spitz, scharf und emotional wie ein 911er fährt er nicht. Dafür ist die Lenkunterstützung zu groß und der Motorsound auch mit gedrückter Sporttaste zu brav.

Preis und Verbrauch sind attraktiver als erwartet

Bei aller Lust und Leidenschaft bedient Porsche mit dem Panamera auch die Vernunft der Besserverdiener. Nicht nur der Preis von 135 154 Euro etwa für den Turbo ist - zumindest gemessen an der Konkurrenz - überraschend knapp kalkuliert. Sondern auch den Verbrauch haben die Schwaben mächtig gedrückt: Dank der üblichen Sparmaßnahmen bei Fahrwiderständen, Thermomanagement und Bremsen sowie Diätbausteinen wie der Doppelkupplung, der Direkteinspritzung und der ersten Start-Stopp-Automatik in diesem Segment ist der Achtzylinder in der günstigsten Kombination mit 10,8 Litern zufrieden. Und selbst der Turbo steht mit nur 12,2 Litern in der Liste. Viele Konkurrenten brauchen mehr.

Zum Luxusliner fehlen dem Renner die Assistenzsysteme

Auf der Überholspur macht dem Panamera kein anderer Viersitzer etwas vor. Außerdem gibt es keinen anderen Porsche mit so viel Langstreckenkomfort. Aber so entspannt und gelassen wie eine große Limousine bewegt man den Porsche nicht. Dafür fehlen ihm auch eine Reihe von Assistenzsystemen, mit denen S-Klasse oder 7er punkten. Nachtsichtsystem, Spurführungshilfe, Notbremse? Fehlanzeige. Viel mehr als prima Klima, eine Abstandsregelung, adaptive Scheinwerfer und acht Airbags hat er hier nicht zu bieten.

Fazit: Der Panamera trägt Smoking und Rennanzug in einem

Auch wenn ihm zur Gediegenheit eines Luxusliners etwas Masse und Muße fehlen, ist der Panamera die sportlichste Reiselimousine am Markt und zugleich der komfortabelste Sportwagen. Dass diese Kombination von hohem Reiz ist, beweist auch die Reaktion der Konkurrenz: Egal ob Audi oder Aston Martin, viele stricken längst an einem ganz ähnlichen Konzept.

Datenblatt: Porsche Panamera Turbo
Motor und Antrieb: V8-Benzindirekteinspritzer mit Turbo
Hubraum: 4806 ccm
Max. Leistung: 368 kW/500 PS bei 6000 U/min
Max. Drehmoment: 770 Nm bei 2250 bis 4500 U/min
Antrieb: Allradantrieb
Getriebe: Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe
Maße und Gewichte:
Länge: 4970 mm
Breite: 1931 mm
Höhe: 1418 mm
Radstand: 2920 mm
Leergewicht: 1970 kg
Zuladung: 530 kg
Kofferraumvolumen: 432 bis 1250 Liter
Fahrdaten:
Höchstgeschwindigkeit: 303 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 4,2 s
Durchschnittsverbrauch: 12,2 Liter/100 km
Reichweite: 820 km
CO2-Emission: 286 g/km
Kraftstoff: Super
Schadstoffklasse: EU5
Kosten:
Basispreis der Modellreihe: 94 575 Euro
Grundpreis des Panamera Turbo: 135 154 Euro
Typklassen: KH 21/VK 31/TK 31
Kfz-Steuer pro Jahr: neue Kfz-Steuer 430 Euro/Jahr
alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke
Wichtige Serienausstattung:
Sicherheit: ESP, Front-, Seiten- und Vorhang-Airbags
Komfort: Zwei-Zonen-Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung

dpa-infocom


Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
Regioticker
Eventkalender
rz lexikon
Energiesparen