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IFA beflügelt Stimmung der Industrie

Berlin Der anfängliche Optimismus hat sich bestätigt: Von Wirtschaftskrise ist auf der 49. Funkausstellung nichts zu spüren.

Die Auftragsbücher der Industrie sind gut gefüllt und der Handel wird mit neuer Technologie und energieeffizienten Geräten versorgt.

Nach ernsthaften Befürchtungen um das Geschäft für Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte zum Jahresbeginn hat die am Mittwoch (9. September) endende weltgrößte Branchenschau den Anbietern viel Freude bereitet.

«Das ehrgeizige IFA-Ziel von Aufträgen in Höhe von mehr als drei Milliarden Euro wird sicherlich erreicht», sagt Rainer Hecker, Aufsichtsratsvorsitzender des IFA-Veranstalters gfu. Dabei muss bedacht werden, dass die Messe 2008 mit drei Milliarden Euro ein Rekord-Ordervolumen gemeldet hatte. Bittere Pille für die Industrie bleibt ein anhaltender Preisverfall. Den Verbraucher freut es, wenn der Handel wegen der Konkurrenz Neuheiten schnell mit hohen Rabatten in den Markt drückt.

«Die Messe ist ihrem Innovationscharakter wieder gerecht geworden», meint der Direktor der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), Jürgen Boyny. «Auf der IFA wurden Bedürfnisse und Wünsche geweckt.» Und der Kunde lernt, dass er mit seinem Fernseher mehr machen kann: Zum Beispiel ins Internet gehen oder digitale Fotos ansehen.

Mit dem Angebot von Filmen in gestochen scharfer Bildqualität steigt auch der Wunsch, einen entsprechenden (Kino)-Ton zu haben. Das treibt das Geschäft an, meint Boyny. Deshalb ist HiFi wieder ein Thema für die Verbraucher geworden. Ein ganz neues Erlebnis ist 3D-TV. «Das wird die Zukunft des Fernsehen, zumindest des Heimkinos sein», meint der GfK-Direktor. Die Experten sind sich allerdings uneins, ob es für 3D-Geräte eine schnelle Einführung gibt oder die Technik noch einige Jahre bis zur Marktreife braucht. Durch falsche Ankündigungen dürften die Verbraucher nicht verunsichert werden, wird gemahnt.

Bei den TV-Geräten haben sich flache Bildschirme mit 40 Zoll (104 Zentimeter) als eine Art Standardgröße etabliert, berichtet die gfu. Bei alten Röhrengeräten waren es 26 Zoll, allerdings hatten diese Schrankgröße. Der Hersteller Sharp sieht allerdings einen Trend zu noch größeren Formaten. «Wir registrieren eine Nachfrage für 52-Zoll-Geräte. Davon sind wir etwas überrascht worden», räumt Deutschland-Geschäftsführer Frank Bolten ein. Er begründet die Nachfrage mit der besseren Filmqualität durch Blu-Ray.

Erste Rekorder des Abspielformats sollen im kommenden Jahr angeboten werden. Zudem erkennt der Handel die Verbindung von Internet und Fernsehen zunehmend als Markt. Angebote für mobile Kommunikation dürften im Herbst- und Weihnachtsgeschäft ebenfalls eine große Rolle spielen.

Die Anbieter von Haushaltsgeräten sind ebenfalls zufrieden. «Wir haben mehr Aufträge als im vergangenen Jahr und der Handel ist für Neuheiten sehr aufgeschlossen», sagt Ulrich Twiehaus, Marketingleiter der Siemens-Elektrogeräte. Schonendes Kochen mit Dampfgarer sei ein Thema. Insgesamt interessiere sich der Handel vor allem für neue Geräte mit geringem Wasser- und Energieverbrauch. Ähnliches berichtet Bosch. Gefragt seien Produkte und Technologien, die die Umwelt schützen, die Lebensqualität in den Alltag bringen und Geld sparen. Die IFA 2009 zeigt auch: Note- und Netbooks gehören demnächst ebenso zur Haushaltsausstattung wie Kühlschränke.

dpa-infocom



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