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Wann Studenten auf Einkünfte Steuern zahlen müssen

Berlin Kaum ein Student kommt heute noch ohne Nebenjob aus: Studiengebühren, Miete, Bücher, Kino und Coffee to go zehren das Geld schnell auf.

Allzu viel sollte der Job aber auch nicht einbringen - sonst drohen der Verlust des Kindergeldes und Steuerzahlungen.

«Grundsätzlich werden Steuern erst fällig, wenn das zu versteuernde Einkommen den Grundfreibetrag von 7834 Euro überschreitet», erklärt Marlies Spargen vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) in Berlin. Im kommenden Jahr wird der Grundfreibetrag ein wenig angehoben: Dann müssen Einkünfte erst ab einer Grenze von 8004 Euro versteuert werden.

Wer also regelmäßig kellnern geht, am Wochenende im Klettergarten aushilft oder Zeitungen austrägt und am Jahresende unter diesem Betrag bleibt, muss dem Staat nichts von seinem Einkommen abgeben. Die Gesamteinkünfte allein sagen allerdings noch nicht aus, ob Steuern zu entrichten sind, fügt Spargen hinzu: «Man sollte sich zunächst fragen, was man für Einkünfte hat.» Denn je nachdem, ob man angestellt auf Steuerkarte arbeitet, einen Minijob hat oder freiberuflich tätig ist, sehen die Verpflichtungen unterschiedlich aus.

Am einfachsten haben es Minijobber: Sie verdienen monatlich nicht mehr als 400 Euro und müssen grundsätzlich keine Steuererklärung abgeben: «Sie müssen sich in der Regel um nichts kümmern», bestätigt Jörg Schwenker, Geschäftsführer der Bundessteuerberaterkammer in Berlin. «Hier fallen nur pauschale Steuern an, die der Arbeitgeber gleich einbehält und an das Finanzamt abführt.»

Wer auf Steuerkarte arbeitet und dabei monatlich mehr als 400 Euro verdient, hat es ähnlich leicht. Bei ihm behält der Arbeitgeber von vorneherein die Lohnsteuer ein, die sich für jeden individuell nach der Steuerklasse richtet, die auch auf seiner Steuerkarte notiert ist. «Der Steuerpflichtige kann am Ende des Jahres eine Einkommensteuererklärung abgeben, muss es aber nicht», sagt Schwenker. Anders verhalte es sich, wenn zusätzlich noch weitere Einkünfte erzielt werden - dann sei die Steuererklärung Pflicht.

Auch wer selbstständig tätig ist , muss im Folgejahr seine Einnahmen gegenüber dem Finanzamt erklären. Neben der Schriftform - die Vordrucke gibt es beim Finanzamt - ist das heute auch über das Internet möglich. Kernstück jeder Steuererklärung ist der Mantelbogen, dazu kommen mehrere Anlagen. Sie müssen nicht alle ausgefüllt werden - welche für wen interessant sind, hängt von der persönlichen Situation und der Tätigkeit ab, erklärt Spargen. Das ist auf den Bögen schnell ersichtlich.

Mit einem elektronischen Programm für die Steuererklärung kann man die erforderlichen Angaben direkt in vorgefertigte Felder am Rechner eintragen und an das zuständige Finanzamt versenden. Neben kostenpflichtigen Programmen gibt es eine kostenlose Variante, die von der Finanzverwaltung im Internet bereitgestellt wird. «Elster» enthält alle Angabenfelder, die auch eine herkömmliche Steuererklärung auf Papier enthält.

Neben den über das Jahr zusammengerechneten Einkünften werden berufsbezogene Ausgaben eingetragen. Sie mindern den Betrag, der am Ende unter Umständen gezahlt werden muss. Experten unterscheiden vier Ausgabenarten, wie der Bund der Steuerzahler in Berlin erklärt. Für Studenten und Berufseinsteiger sind vor allem die Werbungskosten und Sonderausgaben interessant: Sie werden von den Einkünften abgezogen - Fachleute sagen «abgesetzt». So verringert sich das Einkommen, das zur Versteuerung in Ansatz gebracht wird. Und so kann es unter Umständen sein, dass auch Studenten, die mehr als den Grundfreibetrag verdient haben, steuerfrei bleiben. Denn ihr zu versteuerndes Einkommen liegt unter der Grenze.

Zu den Werbungskosten zählen Aufwendungen für Fahrten zum Arbeitsplatz mit Auto, Bus oder Bahn - dafür darf eine Pauschale angesetzt werden. Hinzugerechnet werden Fortbildungs- und Bewerbungskosten, Arbeitsmaterialien und in einigen Fällen auch die Berufskleidung. Wie Schwenker erklärt, bekommt jeder Arbeitnehmer automatisch einen Pauschbetrag von 920 Euro für Werbungskosten angerechnet. Nur wenn die Ausgaben höher sind, lohnt es sich, sie dem Finanzamt mit Hilfe von Quittungen und Belegen nachzuweisen und möglicherweise zusätzlich abzusetzen. Auch Ausbildungs- und Studienkosten von bis zu 4000 Euro pro Jahr können abgesetzt werden. Sie fallen unter die Sonderausgaben. Von Stefanie Hiekmann, dpa

dpa-infocom


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