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Umzugskisten packen und Steuern sparen

Berlin/Frankfurt/Main Neuer Job, neue Freundin, Nachwuchs oder der Traum vom Eigenheim: Gründe für einen Umzug gibt es jede Menge.

Um die Kosten zu begrenzen, sollten Verbraucher eine Reihe von Steuervergünstigungen nutzen.

Bei beruflich verursachten Wohnungswechseln dürfen Arbeitnehmer außerdem damit rechnen, dass ihnen die Firma finanziell und organisatorisch unter die Arme greift. Sowohl bei privaten als auch bei beruflich bedingten Umzügen beteiligt sich das Finanzamt an den Kosten. So ließen sich zum Beispiel die Ausgaben für Spedition und Möbelpacker steuermindernd geltend machen, erklärt Nora Schmidt-Keßeler, Hauptgeschäftsführerin der Bundessteuerberaterkammer (BStBK) in Berlin. Bei einem selbst organisierten Umzug ist die Leihwagen-Miete ebenso abzugsfähig wie Lohn und Essen für fleißige Helfer oder Ummeldegebühren.

«Wer seine Umzugskosten vom Finanzamt anerkannt bekommen will, sollte sämtliche Belege aufbewahren», empfiehlt Schmidt-Keßeler. Für private Wohnungswechsel akzeptiert das Finanzamt unter der Rubrik «haushaltsnahe Dienstleistungen» maximal 4000 Euro. «Das betrifft aber nur Arbeitskosten, nicht den Kauf von Umzugskartons.» Wer beruflich die Kisten packen muss, kann entweder einen Pauschalbetrag absetzen oder die tatsächlichen Kosten.

Für den Pauschalbetrag gelten seit dem 1. Juli 2009 folgende Sätze: 628 Euro für Ledige und 1256 Euro für Verheiratete. Hinzu kommen laut den Steuerberatern 277 Euro für jede weitere im Haushalt lebende Person, etwa Kinder oder Großeltern. Benötigen Kinder Nachhilfeunterricht, um in der neuen Schule mitzukommen, können Eltern bis zu 1584 Euro steuermindernd anrechnen lassen.

Viele Firmen unterstützen ihre Mitarbeiter bei Umzügen wegen Versetzung oder Stellenwechsel. Sie zahlen zum Beispiel «Gardinengeld» oder schalten eine sogenannte Relocation-Agentur ein. Diese Dienstleister übernehmen alle lästigen Arbeiten von der Wohnungssuche über die Ämtergänge bis zur Auswahl der neuen Schule.

Dafür zahlen die Unternehmen vierstellige Beträge. In den Genuss der Betreuung kommen in der Regel Führungskräfte und Spezialisten, sagt Petra Grossmann aus Frankfurt, die seit zehn Jahren die Agentur «Averto» betreibt. «Die Leistungen werden üblicherweise zwischen Arbeitgeber und Mitarbeiter ausgehandelt.»

Werden ganze Abteilungen verlegt, schließen Unternehmen und Betriebsräte meist eine Betriebsvereinbarung ab. Diese gilt für alle betroffenen Mitarbeiter und sorgt dafür, dass «alle in gleicher Situation gleich behandelt werden», sagt Jochen Homburg vom Bundesvorstand der IG Metall in Frankfurt. Neben Umzugs- und Maklerkosten kann das Abkommen Zuschüsse für Familienheimfahrten oder für weite Wege zum Arbeitsplatz regeln. Solche Vergünstigungen müssen aber in der Steuererklärung aufgeführt werden.

Etwa eine halbe Million Menschen arbeiten weit weg von zu Hause und unterhalten deshalb eine Zweitwohnung - hier kommt das Stichwort «doppelte Haushaltsführung» ins Spiel. Die Miete für die Wohnung oder ein Hotel erkennt das Finanzamt steuermindernd an. Am Kauf von Tisch, Bett und Schrank beteiligt sich der Fiskus genauso wie an Makler-Ausgaben oder der Renovierung. Bei eigenen Immobilien sind unter anderem Zinsen und Nebenkosten absetzbar.

Seit zwei Urteilen des Bundesfinanzhofs (Az.: VI R 58/06 und VI R 23/07) akzeptieren Finanzämter auch aus privaten Gründen unterhaltene Zweitwohnungen. Der Knackpunkt: «Arbeitsort und Lebensmittelpunkt dürfen nicht übereinstimmen», sagt Schmidt-Keßeler. Das nachzuweisen, dürfte Familien leichter fallen als Singles. Die Zweitwohnungssteuer Die Zweitwohnungssteuer darf nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts nicht auf Zweitwohnungen von Ehepaaren erhoben werden, weil das die Ehe benachteiligen würde. Singles können die von den Kommunen erhobene Steuer als Werbungskosten absetzen. Von Monika Hillemacher, dpa

dpa-infocom


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