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Das große Glück im Kleinen finden

Ulm/Bremen Freunde, ein Partner, soziale Anerkennung, genügend Bewegung, Schlaf und Gesundheit: Wer das alles hat, kann glücklich sein. Und fast die Hälfte aller Deutschen ist es auch.

Das ergab jedenfalls eine im August veröffentlichte Umfrage des Marktforschungsinstituts gdp aus Hamburg. Als ihr schönstes Erlebnis nannten über ein Drittel der Befragten die Geburt ihres Kindes oder Enkelkindes. Auf Platz zwei der Glücksbringer folgten Freunde.

«Seit über 30 Jahren gibt es solche Studien, die Höhe des Anteils der glücklichen Deutschen ist immer der gleiche», sagt der Psychiater Prof. Manfred Spitzer von der Universitätsklinik in Ulm. Geändert hat sich jedoch die Wahrnehmung der Wissenschaftler. Seit den 90er Jahren beschäftigen sie sich erstmals intensiv mit positiven Gefühlen, zuvor standen eher Themen wie Wut, Angst und Depression im Fokus.

Langfristig glücklich machen eher die Dinge des Alltags, fanden sie heraus. Der Mensch ist gesellig, glücklich wird er vor allem durch andere Menschen. Ganz oben auf der Liste stehen Partner und Freunde. Gut geht es in der Regel den meisten Menschen im Jugend- und frühen Erwachsenenalter sowie den sogenannten jungen Alten. Von etwa 16 bis 29 Jahren haben die meisten zwar wenig Geld, aber dafür umso mehr Freiheit und Gestaltungsmöglichkeiten. Letzteres kommt im Rentenalter wieder - wer Glück hat, bekommt dazu auch noch eine gute Rente. In den Jahrzehnten zwischen Ausbildung und Rente kümmern sich die meisten um Job und Familie. Beides kann glücklich machen, aber auch der sichere Weg ins Unglück sein.

Wer seinen Job oder Partner nicht mag , tut sich im mittleren Lebensalter viel schwerer mit einem Umbruch als noch mit Mitte 20. Ein solcher Schritt ist dann hoch riskant, das ganze Leben gerät dabei ins Wanken. Insgesamt ist in dieser Lebensphase die Belastung am höchsten, ein gutes Gehalt tröstet dabei nicht. Allerdings macht zu wenig Geld unglücklich, die Grundbedürfnisse müssen schon gedeckt sein. «Aber an ein gutes Gehalt gewöhnt man sich schnell», sagt die Soziologin Hilke Brockmann von der Jacobs University in Bremen.

Das universelle Glücksrezept gibt es den Wissenschaftlern zufolge nicht - jedoch viele kleine, banale Tipps für den Alltag: ausreichend schlafen und sich bewegen, sich um andere Menschen kümmern, nicht nur körperlich, sondern auch geistig präsent sein. Außerdem sind Extrovertierte glücklicher als Introvertierte - wer selbstbewusst durchs Leben geht, hat mehr davon. Wer sich dagegen ständig mit scheinbar Besseren vergleicht, läuft in Richtung schlechtes Gefühl.

«Außerdem ist nicht derjenige am glücklichsten, der am wenigsten Unglück hat», sagt Torsten Passie, Psychiater an der Medizinischen Hochschule in Hannover. Denn das Glück ist immer nur ein Gast auf Zeit. «Man gewöhnt sich an die neuen Annehmlichkeiten, die einen dann langfristig nicht glücklicher machen», erklärt Spitzer. Allerdings hat die Gewöhnung auch etwas Gutes: bei schlimmen Ereignissen. Menschen, die nach einem Unfall nicht mehr laufen können, sind zwei Jahre später in etwa so glücklich und zufrieden wie vor dem Unfall.

Doch auch in Sachen Glück neigen Menschen zur Verzerrung der Tatsachen. Viele sind überzeugt, dass sie früher glücklicher waren und in Zukunft viel glücklicher wären, wenn sie nur dieses oder jenes erreichen würden. Dabei ist der einzige Moment zum Glücklichsein die Gegenwart. «Sie können wir gestalten», sagt Passie. Aber die meisten sind viel zu selten mit ihren Gedanken im Hier und Jetzt. Von Sabine Maurer, dpa

dpa-infocom


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