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Psychotherapie oft hilfreicher als Medikamente

Erfurt/Ulm Depressionen, Ängste, Essstörungen und psychosomatische Beschwerden lassen sich nach Einschätzung des Ulmer Mediziners Horst Kächele mit einer Psychotherapie häufig besser behandeln als mit Medikamenten.

«Neun von zehn Patienten, die eine solche Therapie beginnen, hilft diese Behandlung auch», sagt Kächele. Bei einer leichten bis mittelschweren Depression etwa sei eine Psychotherapie besser geeignet als die Behandlung mit Antidepressiva.

Die Krankenkassen verzeichnen seit Jahren eine Zunahme der Krankschreibungen wegen psychischer Probleme. Allein bei AOK- Versicherten sind die Fehlzeiten nach Erhebungen des wissenschaftlichen Institutes der Krankenkasse seit 1995 um 80 Prozent angestiegen. Eine Psychotherapie komme nahezu für jedes psychische Krankheitsbild infrage, sagte Kächele, der an der Universität Ulm die Klinik für psychosomatische Medizin und Psychotherapie leitet. «Für den Behandlungserfolg sind dabei die Motivation der Patienten und die richtige Chemie zwischen Patient und Therapeut ausschlaggebend.» In Deutschland arbeiten etwa 13 000 Psychologen und 5000 Ärzte als niedergelassene Psychotherapeuten.

Die Therapiemethode spielt dem Mediziner zufolge für den Behandlungserfolg weniger eine Rolle. In Deutschland sind zur ambulanten Behandlung bei gesetzlich Krankenversicherten drei Therapieverfahren zugelassen, für die die Kassen auf Antrag die Kosten übernehmen. Am häufigsten genutzt würden die tiefenpsychologisch fundierte Therapie und die Verhaltenstherapie, sagte Kächele. «Damit lassen sich alle gängigen Störungen behandeln.» Bei stark chronischen Persönlichkeitsstörungen werde meist die klassische Psychoanalyse angewandt. Bei allen drei Verfahren steht das Gespräch zwischen Patient und Therapeut im Mittelpunkt.

Den Anteil der Patienten, für die eine Psychotherapie nicht mit dem gewünschten Erfolg endet, bezifferte Kächele unter Berufung auf Studien auf zehn bis zwölf Prozent. «Vor allem bei langwierigen Erkrankungen kann man von einer Psychotherapie allerdings auch nicht gleich Wunder erwarten.» Beispielsweise nehme ein Drittel der Depressionen einen chronischen Verlauf, was Rückfälle einschließe.

Weitere Informationen: www.psychotherapie-woche.de

dpa-infocom


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