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Aufgalopp in Haifa: Bayern mit 85-Millionen-Sturm

Tel Aviv Tore, Tore, Tore: Nach der Machtdemonstration in der Bundesliga will der FC Bayern München mit seiner Offensivkraft auch in der Champions League vom Anpfiff weg für Furore sorgen.

«Es ist wichtig, dass wir gut aus den Startlöchern kommen, das kann uns Sicherheit und Selbstvertrauen geben», sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor dem Aufgalopp beim israelischen Fußball-Meister Maccabi Haifa. Nach dem Offensivzauber zuletzt in der Bundesliga ist die Vorfreude auf die Königsklasse groß. «Es ist immer schön für einen Trainer, auf dem höchsten Podium zu spielen», sagte Bayern-Coach Louis van Gaal bei der ersten Rückkehr seit seiner Barcelona-Zeit in Europas Eliteliga. «Ich hoffe, dass wir sehr weit kommen, aber ich denke auch, dass es Clubs in Europa gibt, die noch ein bisschen weiter sind als Bayern München.»

Im Mannschaftshotel im sonnigen Tel Aviv, wo die Partie stattfindet, hob van Gaal erneut hervor, dass die Champions League ein «langfristiges Ziel» ist. Franck Ribéry brennt schon jetzt. «In der Champions League können wir uns messen. Das erste Ziel ist, dass wir die Gruppenphase überstehen», erklärte der Franzose, der mit aller Macht in die Startelf drängt: «Auf der Bank wird es langsam langweilig.»

Auch wenn die letztjährigen Champions-League-Topstürmer Miroslav Klose (7 Treffer) und Luca Toni (3) den über dreistündigen Flug nach Tel Aviv gar nicht erst antraten und stattdessen im regnerischen München an ihrer Fitness arbeiten müssen, hat van Gaal im Angriff ein echtes Luxusproblem. Ivica Olic und der beim 5:1 in Dortmund zweimal erfolgreiche Youngster Thomas Müller sind mehr als nur Alternativen zum 85 Millionen Euro teuren Star-Trio mit Ribéry, Arjen Robben und Mario Gomez. «Ich habe schon das Gefühl, gleichwertig zu sein», sagte Billig-Kicker Müller kess.

In Europas Königsklasse dürfte die «individuelle Qualität», die van Gaal in Dortmund als Erfolgsfaktor benannt hatte, noch wichtiger für Erfolge sein. Und nach Ribérys spektakulärem Sprung in die Arme des Trainers und seinen warmen Worten an Club und Anhänger («ich fühle mich geliebt vom Verein und von den Fans»), scheint urplötzlich sogar ein Vereinswechsel wieder ganz weit weg zu sein. «Das sind Worte, die den Fans sehr gefallen», kommentierte Rummenigge und bemerkte zu einer möglichen Verlängerung mit Ribéry über das Vertragsende am 30. Juni 2011 hinaus: «Wir werden diese Dinge in aller Ruhe intern diskutieren.»

Madrid bleibt trotz allem ein großes Ziel, denn am 22. Mai 2010 findet ausgerechnet im Stadion von Real das Champions-League-Endspiel statt. Titel und Finale sind vorerst aber nur Wunschträume. «Es gibt Vereine, die im Moment noch einen Tick besser sind», gestand Ribéry. Bei der 13. Champions-League-Teilnahme wollen die Bayern acht Jahre nach dem Titelgewinn 2001 erst einmal wieder über das Viertelfinale hinauskommen. «Es gibt Mannschaften, die in einer größeren Favoritenrolle sind als wir», befand Rummenigge und hofft auf das nächste Offensivfeuerwerk seines Clubs. «Das war in den letzten zwei Spielen der FC Bayern, den wir uns wünschen. Acht Tore gemacht und nur eins reinbekommen.» Dennoch warnte der Vorstandschef: Schon das Weiterkommen in der Gruppe mit Juventus Turin, Girondins Bordeaux und Außenseiter Haifa sei «kein Selbstläufer».

Die Angriffsformation weckt Hoffnungen , an der Abwehrstärke wird weiterhin gezweifelt, zumal Martin Demichelis nach wie vor ausfällt. «Momentan fehlt es in der Defensive an Ausstrahlung und Persönlichkeiten. Bis auf Lahm wackelt im Prinzip die gesamte Abwehr», sagte Ex-Kapitän Stefan Effenberg in München als Experte des Champions-League-Senders Sky. «Verteidigen ist immer die Sache von der Mannschaft und nicht von einzelnen Spielern», erklärte van Gaal.

Maccabi Haifa hat seine Stärken gerade in der Offensive mit den beiden Angreifern Wladimir Dabalischwili und Muhamad Ghadir sowie dem 17 Jahre alten Rohdiamanten Eyal Golasa. Haifa hat aber den Nachteil, nicht im heimischen Stadion antreten zu können, sondern ins Ramat Gan von Tel Aviv ausweichen zu müssen. Da legten die Bayern vor fünf Jahren mit einem 1:0 gegen Maccabi Tel Aviv schon einmal den Grundstein zum Überstehen der Gruppenphase. Damals schon dabei: Bastian Schweinsteiger, der gleich nach der Ankunft im Mannschaftshotel vom Balkon den Blick auf das Meer genoss. «Es ist sehr schön, das war vor 5 Jahren genauso», meinte Schweinsteiger. Doch Ferienfeeling kommt nicht auf. «Drei Punkte sind unser Muss, und die Aufgabe müssen wir erfüllen.»

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Maccabi Haifa: Davidovitch - Meshumar, Teixeira, Keinan, Masilela - Boccoli, Kayal - Katan, Golasa - Ghadir, Dabalischwili

FC Bayern München: Butt - Lahm , van Buyten, Badstuber, Pranjic - Altintop, Timoschtschuk, Schweinsteiger - Robben, Gomez, Ribéry

Schiedsrichter: Skomina (Slowenien) Von Christian Kunz, dpa

dpa-infocom


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