pic Zählpixel
kalaydo leftkalaydo logo
RZ-Blog  |  Twitter  Mobil&RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Sportsline ·  » 

Lehrstunde für Vettel: Brawn-Duo siegt in Monza

Monza WM-Spitzenreiter Jenson Button und seine «Brawnies» haben im Kampf um den Formel-1-Thron zurückgeschlagen und Kronprinz Sebastian Vettel eine bittere Lehrstunde erteilt.

Der Brite Button beendete im Königlichen Park von Monza seine Talfahrt und raste auf Platz zwei hinter seinem BrawnGP-Teamkollegen Rubens Barrichello. Für Vettel, der im Vorjahr noch den Großen Preis von Italien sensationell gewonnen hatte, sanken die Chancen im Titelrennen mit Rang acht auf den Nullpunkt. «Das ist ein Tritt in den Hintern für uns», bekannte der Heppenheimer. Bester Deutscher war Überraschungsmann Adrian Sutil, der im Force India hinter Ferrari- Pilot Kimi Räikkönen Platz vier belegte. «Ein Super-Resultat, das habe ich gebraucht», meinte der Gräfelfinger nach dem besten Ergebnis seiner Formel-1-Karriere.

In der WM-Gesamtwertung liegt Button mit 80 Punkten nun noch 14 Zähler vor Barrichello. Vier Rennen vor Saisonende hat Vettel als Dritter bereits 26 Punkte Rückstand auf die Spitze. «Es war wichtig, dass ich den Abstand zu Vettel vergrößert habe. Rubens hat den besseren Job gemacht und ist mein größter Titelrivale», erklärte Button, der nach fünf Rennen Schwächephase erstmals wieder auf das Podium fuhr. «Das fühlt sich super an. Es wird noch ein toller WM- Kampf», jubelte Barichello. Für den Brasilianer war es der zweite Saisonsieg und der elfte insgesamt. In Monza hatte er zuvor schon zweimal im Ferrari gewonnen.

Der tief enttäuschte Vettel dagegen erlebte ein Jahr nach dem Märchen von Monza, als er im unterlegenen Toro Rosso seinen ersten Formel-1-Sieg eingefahren hatte, einen Alptraum. Der 22-Jährige konnte nie wirklich mithalten und zeigte bei einem Ausritt ins Gras Nerven. «Einmal nicht zur Stelle, und man wird bestraft. Das ist schon ein bisschen frustrierend», sagte der hessische Jungspund.

Ein famoses Wochenende gelang Sutil. Schon in der Qualifikation glänzte der Oberbayer als Zweiter hinter Weltmeister Lewis Hamilton, ehe er auf dem dem 5,793 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitskurs zum ersten Mal im Force India punktete. «Es macht richtig Spaß, wieder da zu sein und vorn mitzufahren», sagte Sutil.

Am Ende war sogar noch mehr möglich. Trotz eines verpatzten zweiten Boxenstopps machte Sutil Jagd auf den Finnen Räikkönen, kam aber nicht mehr vorbei. Allerdings profitierte der 26-Jährige am Ende noch von Hamiltons Crash. Der britische McLaren-Mercedes-Fahrer raste in der letzten Runde als Dritter von der Piste und kann damit auch rechnerisch seinen Titel nicht mehr verteidigen. «Ein Jammer», sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Der von Platz 15 gestartete BMW-Sauber- Fahrer Nick Heidfeld rettete mit einer starken Vorstellung als Siebter noch zwei WM- Punkte. «Ich gehe glücklich nach Hause. Das war mehr, als man erwarten konnte», urteilte der Mönchengladbacher. Dagegen ging Williams-Pilot Nico Rosberg aus Wiesbaden als 16. diesmal leer aus, nachdem er zuletzt achtmal in Serie gepunktet hatte. Timo Glock aus Wersau wurde im Toyota Elfter.

Vettel kam wie so oft in dieser Saison zunächst nicht in Schwung und musste Renault-Pilot Fernando Alonso sowie BMW-Sauber-Fahrer Robert Kubica passieren lassen. Als Zehnter verlor er früh viel Boden auf die Spitze. «Ich hatte unheimlich Probleme mit dem Auto. Der Speed war das ganze Wochenende nicht gut. Das war mit Sicherheit nicht unser stärkstes Wochenende», analysierte Vetel. Noch härter erwischte es seinen australischen Red-Bull-Teamgefährten Mark Webber. Der WM-Vierte schied nach einer Kollision mit Kubica schon nach wenigen Metern aus.

Ganz vorn dominierte zunächst Pole-Mann Hamilton das Rennen. Räikkönen hatte dank der Zusatz-PS durch das Hybrid-System KERS am Start zwar Sutil überholt, konnte den Gräfelfinger aber danach nicht abschütteln. Hamilton bog als Erster der Spitzengruppe zum Nachtanken an die Box, Sutil und Räikkönen folgten. Nun übernahm das Brawn-Duo Barrichello und Button, das wie der Rest des Feldes eine Ein-Stopp- Strategie gewählt hatte, die Führung und gab sie nur kurz wieder ab. Vettel fuhr längst chancenlos hinterher.

Die entscheidende Szene folgte zu Beginn des letzten Renndrittels. Hamilton kam zum zweiten Mal als Spitzenreiter an die Box, Barrichello und Button zogen wieder vorbei. «Das war ein hartes Rennen», betonte Teamchef Ross Brawn. «Ich habe im Ziel einfach keine Worte gefunden. Es ist einfach nur toll», sagte Barrichello, der nach 53 Runden und 1:16:21,706 als Erster die Ziellinie überfuhr.

dpa-infocom


Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
RZ-Blog