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Vettels Titeltraum platzt: Privatduell bei Brawn

Monza Championats-Knockout statt erneutes Monza-Märchen: Für Sebastian Vettel ist der Traum vom Titel ausgerechnet an der Stätte seines bislang größten Triumphes wohl endgültig geplatzt.

«Das war frustrierend», fasste der im Königlichen Park regelrecht gedemütigte Vorjahressieger den herben Rückschlag beim Großen Preis von Italien als «Tritt in den Hintern für uns» zusammen. Die Formel-1-Weltmeisterschaft ist faktisch nur noch ein Duell zwischen den beiden BrawnGP-Teamkollegen Jenson Button und Rubens Barrichello. «Ich denke, dass die Titelentscheidung zwischen uns fällt», sagte der brasilianische Monza-Sieger zuversichtlich.

Vettel sprach nach seinem achten Platz zwar noch nicht offen vom WM-Ende, aber seine Durchhalteparolen machten klar, dass er nicht mehr an ein Wunder glaubt. «Die WM ist noch nicht völlig futsch», sagte der Red-Bull-Pilot aus Heppenheim tapfer. «Wir kämpfen weiter. Was dann passiert, passiert eben.» Aber angesichts von nun 26 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Button droht ihm bereits beim Grand Prix in Singapur am 27. September vorzeitig das definitive Aus im Titelrennen. Verliert Vettel dort weitere vier Zähler auf den Briten, werden die letzten drei Läufe nur noch zum Schaulaufen für ihn.

Red-Bull-Teamchef Christian Horner räumte ein: «Das ist ein Big Point für die Brawns. Vor allem in der Konstrukteurswertung haben die einen großen Coup gelandet.» Hier sind die nach einem Zwischentief wieder bärenstarken «Brawnies» auf 146:105,5 Zähler davon gezogen. «Aber es ist noch nichts entschieden - wir geben nicht auf, wir kämpfen weiter», versicherte Horner. «In dieser WM ging es ja schon so oft hin und her.» Der Engländer gab nach Vettels Rutschpartie und Mark Webbers Ausscheiden nach wenigen hundert Metern aber enttäuscht zu: «Das war unsere schlechteste Vorstellung in dieser Saison. Einige unserer Schwächen sind klar zum Vorschein gekommen.»

Horner verzichtete aber im Gentleman- Stil darauf, Schuldige zu benennen. Dagegen griff Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko Triebwerks-Lieferant Renault frontal an: «Für einen WM-Titel muss alles passen - das Auto, der Fahrer, der Motor. Und der Motor passt bei uns derzeit überhaupt nicht.» Eigentümer Dietrich Mateschitz konstatierte etwas zurückhaltender eine «motorische Unterlegenheit».

Während im Lager der «Roten Bullen» die einen wutschnaubend tobten und die anderen konsterniert die Köpfe senkten, herrschte bei der britischen Konkurrenz ausgelassene Stimmung. «Es ist einfach, sich nur noch auf einen statt auf drei Rivalen zu konzentrieren», sagte Button genüsslich. «Ich habe zwar zwei Zähler auf Rubens verloren, aber sieben auf Sebastian gut gemacht.» Vettel und Webber hat der Favorit im WM-Kampf nach deren Pleiten nicht mehr auf der Liste.

Und Barrichello bereitet Button wohl nicht wirklich schlaflose Nächte. Der Brasilianer gilt bei BrawnGP angesichts seiner 37 Jahre als «Auslaufmodell» und dürfte deshalb im WM-Ernstfall kaum erste Wahl sein. Zudem beherrschte der 14 Punkte mehr aufweisende Brite den Routinier bislang klar. «Ich habe nie von Druck gesprochen», bekräftigte Button. Im Gegensatz zu manchen Medien sei er im Titelrennen auch während seiner vorübergehenden Talfahrt stets völlig entspannt geblieben. «Ich bin in einer prima Position.»

Dazu hat angesichts der komfortablen Ausgangslage auch Ross Brawn allen Grund. «Ein perfekter Tag», fasste der Teamchef den vierten Doppelerfolg der Saison zusammen. Vettels Rückschlag bezeichnete er grinsend als «schon hilfreich für uns». Die britischen Medien feierten die Brawn-Gala und das Desaster des deutschen Widersachers. «Da waren es nur noch zwei», titelte die «Daily Mail». Die «Sun» schrieb: «Jenson Buttons Griff nach der Weltmeisterschaft ist nun ein Privatduell mit seinem Kumpel Rubens Barrichello.» Von Elmar Dreher, dpa

dpa-infocom


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