pic Zählpixel
kalaydo leftkalaydo logo
RZ-Blog  |  Twitter  Mobil&RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Lifestyle

Auf die Straße, fertig, bunt - Die neue Streetwear

Berlin Eine verwaschene Jeans und ein knalliges Oberteil: Der Street-Style ist derzeit rau und bunt.

Shirts sollten leuchten, Hemden dürfen auch kariert sein. In jedem Fall gilt: Farbe muss sein.

Designer Stefan Dietzelt beobachtet die Parade der Trendwütigen jeden Tag durch das Schaufenster seines Streetwear-Ladens «Eisdieler» an der Kastanienallee in Berlins Stadtteil Prenzlauer Berg. «Was sich wirklich gut verkauft hat», sagt er, «ist dieses Kurzarm-Hemd für Männer.» Darauf leuchten weiße Gießkannen auf Rot - auf einem frischen, orange-stichigen Rot. Es muss also etwas dran sein an der Farbigkeit.

Auf anderen T-Shirts treffen große Farbflächen aufeinander, häufig sind es Neon-Farben. Grafische Muster-Drucke kommen dazu. Kombiniert wird das mit rauen Jeans. «Es muss 'destroyed' aussehen», sagt Karl-Heinz Müller, Geschäftsführer der Streetwear-Messe Bread and Butter in Berlin. «Und je mehr der Stoff kaputt ist, desto teurer wird die Jeans - gerade teure Marken lassen den Effekt oft in Handarbeit herstellen.» So entsteht ein Eindruck von Authentizität.

Grundsätzlich beschreibt er den Street-Style derzeit als «maskulin»: Jungs greifen zu rauen Jeans mit Karo-Hemd und T-Shirt - zu sehen zum Beispiel in der Kollektion von Forvert. Frauen tragen Jeans und Hemden im «Boyfriend Style», erklärt Müller, der in Berlin-Mitte den Streetwear-Laden «14 Oz.» betreibt. Dabei sieht die Jeans aus, als sei sie zu groß und vom Freund geliehen. Als Gegentrend seien aber auch hautenge Jeans und Leggins zu sehen. Darüber flattert das Jersey-Kleid, zum Beispiel bei Dickies - das ist der feminine Widerpart.

Mit «Boyfriend Look» beantwortet auch Marc Lohausen vom Online-Streetwear-Versand «Frontline» in Hannover die Frage nach dem Trend. Dabei ist die Kleidung für Frauen absichtlich so geschnitten, als würde sie nicht richtig passen, erklärt er. So, wie man eben aussieht, wenn man morgens vom Bett aus Hose und T-Shirt des Freundes angelt und darin Brötchen holen geht. Lässig, weit und tief sitzen zum Beispiel die Jeans von Nikita.

Die Kollektion ist ein Beispiel für den Farbtrend: «Helle, frohe Farben», Gelb, Koralle oder helles Mint listet der Kollektionsbericht auf. Dazu kommen dann Laufschuhe im Stil der 1980er Jahre oder knöchelhohe Basketball-Stiefel im Hip-Hop-Stil, sagt Lohausen. Selbst am Fuß dürfen die Farben wieder wie vor zwanzig Jahren sein: Lila, Gelb, Hellblau, Rosa.

«Popper-Zitate» in Form von Leinen-Schuhen kommen dazu - bei Vans, Nike oder Adidas. Nach dem spießigen Chic aus amerikanischen College-Filmen sehe das auf den ersten Blick aus: «Vieles ist aus Baumwolle oder Canvas», sagt Lohausen. Dennoch sei der Geist dieses Stils ein anderer: «Es ist zwar schon ein Popper-Zitat, aber wir brechen es auf - zum Beispiel, indem die Schuhe coole Farben haben.»

Das passt zu den knalligen Neon-Farben , die das besonders gewagte Outfit prägen. Da gibt es leichte, sonnengelbe Jersey-Kleider, zum Beispiel von Bench. Es gibt mit Neon-Grafiken bedruckte T-Shirts. Und es gibt himmelblaue Trainingsjacken. «Extrem stark ist momentan Adicolor von Adidas Originals. Das sind im Prinzip Trainingsanzüge aus den 1970ern», sagt Lohausen, «aber in Neongelb, Grün oder Hellblau.» Da muss sich mancher Trendbewusste an ganz alte, wieder neue Schnitte gewöhnen. Von Neela Richter, dpa

dpa-infocom



Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
Eventkalender
RZ-Blog
Kräuterspiralen