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Freunde verabschiedeten „ihre“ Schwester Irmgard

Bad Kreuznach Menschen vom Rand der Gesellschaft haben Schwester Irmgard Schmitt in ihre Mitte genommen und ihr Vertrauen geschenkt.

Die Leiterin des Wohnungslosentreffs „Reling“ betrachtet die Offenheit und Herzlichkeit ihrer Gäste als einen „ganz großen Reichtum“. Gestern mussten sie Abschied von ihr nehmen.

„Cirrian, der Flötenmann“ nennt sich ein Wohnungsloser aus dem Kreisgebiet. Auch wenn es eigentlich ein trauriger Anlass ist, entlockt er seinem Instrument fröhliche Töne. Schon fordert ein Gast die Leiterin zum Tanz auf. Alle klatschen dazu, wie sich die zwei im Kreis drehen. Mitarbeiterin Maria Bennacer hatte vorher die Stammgäste der Reling gebeten, ein Album mit Segenswünschen für Schwester Irmgard zu füllen. Eine Frau namens Soraya schrieb: „Sie sind für mich das, was man den Fels in der Brandung nennt.“

Später blättern die Seniorinnen Helga Dockendorf und Katharina Ehle in dem Album. Unter den Gästen heißen die zwei nur „unser Meed“. Seit Eröffnung der Reling im Februar 2002 packten die beiden Frauen ehrenamtlich mit an. Helga Dockendorfs Gesundheit erlaubt es ihr seit zwei Jahren nicht mehr, dort zu helfen. Am 26. und 27. September wird sie aber in der Franziskusgemeinde einen Flohmarkt zugunsten der Reling mitorganisieren. Das Foto eines lachenden Mannes im Album stimmt Katharina Ehle traurig. Sie erzählt ihrer alten Reling-Kollegin: „Schade, dass dieser liebe Kerl da jetzt so abgesackt ist.“ (gb)

Mehr dazu im Oeffentlichen Anzeiger vom 16. September

Di, 15. Sep. 2009, 20:41 © Rhein-Zeitung & Rhein-Zeitung
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