Jede siebte Lebensmittel-Probe beanstandet
Rheinland-Pfalz Das Landesuntersuchungsamt hat bei seinen Kontrollen von Lebensmitteln auch im vergangenen Jahr wieder einige Entdeckungen mit hohem Ekelfaktor gemacht. Doch die Behörde ist grundsätzlich zufrieden mit ihren Ergebnissen.
Die Lebensmittel im Land sind nach Ansicht von Verbraucherschutzministerin Margit Conrad (SPD) "grundsätzlich sicher". Sie sieht ebenso wie Stefan Bent, Präsident des Landesuntersuchungsamtes, die Kontrollen auf einem hohen Niveau - auch wenn jede siebte Lebensmittelprobe beanstandet wurde. Das machten die beiden bei der Vorstellung des Jahresberichts der Behörde deutlich.
Reinigungslauge im Mineralwasser , ein Metalldraht im Eis am Stiel, Bakterien im Ricotta-Käse: drei nicht alltägliche Beispiele aus der täglichen Arbeit der Kontrolleure des Untersuchungsamtes. Die Behörde mit 540 Mitarbeitern und Standorten in Koblenz, Trier, Mainz, Speyer und Landau hat im vergangenen Jahr rund 21 000 Proben von Lebensmitteln, Arzneimitteln, Kosmetika und Bedarfsgegenständen untersucht. Zwar wurde jede siebte Probe beanstandet, doch "nur ein Bruchteil von 28 Proben hätte gefährlich für die Gesundheit der Verbraucher werden können", sagte Bent. Die Proben erfolgen nicht repräsentativ wie bei einer Wahlumfrage. 80 Prozent werden nach einem zuvor festgelegten Plan genommen. "Wir ziehen 5 bis 5,5 Proben pro 1000 Einwohner und liegen damit im Bundesdurchschnitt", erläuterte Conrad. Die restlichen 20 Prozent erfolgen aufgrund von Auffälligkeiten oder Warnungen.
Ein Ärgernis stellen fehlerhafte oder irreführende Kennzeichnungen von Lebensmitteln dar. Es müsse "drin sein, was draufsteht, und draufstehen, was drin ist", forderte die Ministerin. Sei dies nicht der Fall, könne das etwa für Allergiker gefährlich werden. Margit Conrad betonte, dass die staatliche Überwachung "nur ein Baustein" im Verbraucherschutz sei. Die behördliche Überwachung entlasse die Wirtschaft nicht aus ihrer Verantwortung. Die Betriebe müssten ihre Eigenkontrollen ausdehnen.
Die Kritik der CDU-Opposition , es gebe nicht genügend Lebensmittelkontrolleure und "massive Rückstände bei der Prüfung von Proben", lässt Conrad nicht gelten. Grundsätzlich seien die Kommunen für die Überwachung zuständig, nicht das Land. Sie würden bei ihrer Aufgabe beraten und unterstützt. FDP-Sprecherin Uta Schellhaaß mahnte eine effizientere Organisation des LUA an. Sie sieht Handlungsbedarf bei modernen Managementinstrumenten wie Controlling und Labor-EDV. (Frank Giarra)
RZO
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