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Piraten-Landesvorsitzender hält Fünf-Prozent-Hürde für "nicht utopisch"

Rheinland-Pfalz Phänomen Piraten: Die Mitgliederzahlen der jungen Partei explodieren.

Unsere Zeitung hat mit dem Landesvorsitzenden der Piraten in Rheinland-Pfalz, Angelo Veltens, gesprochen.

Was sagen Sie Leuten, die meinen, Sie sind nur Computerfreaks, die freie Downloads wollen?

Es stimmt zwar, dass viele junge, technikaffine Männer bei uns sind. Aber mittlerweile kommen aus allen Gesellschafts- und Altersschichten Leute zu uns, auch immer mehr Frauen. Zudem geht es uns nicht ums freie Downloaden: Wir wollen, dass das Urheberrecht modernisiert wird.

Wovon sollen denn Künstler leben, wenn Musik kostenlos heruntergeladen werden kann?

Es muss ein neues Geschäftsmodell her, beispielsweise über die kostenlose Creative-Commons-Lizenzen. Damit findet Musik Verbreitung, der Künstler gewinnt neue Fans, die wiederum zu Konzerten gehen und Fanartikel kaufen.

„Die Piraten sind eine Ein-Themen-Partei“ – stimmt das?

Absoluter Unsinn. Wir bieten ein Gesamtkonzept für die Informationsgesellschaft. Uns geht es um Datenschutz und Bürgerrechte, eine Modernisierung des Urheber- und des Patentrechts.

Warum sollte man die Piraten wählen? Sie ziehen sowieso nicht in den Bundestag ein...

Die Fünf-Prozent-Hürde ist zwar unwahrscheinlich, aber nicht utopisch. Unsere Mitgliederzahl ist mittlerweile bei knapp 9000. Außerdem ist jede Stimme für die Piraten Druck auf die anderen Parteien: Das zeigt, dass unsere Themen wichtig sind für die Bevölkerung.

Was unterscheidet Sie von den etablierten Parteien?

Unsere Glaubwürdigkeit, unsere organisatorische Offenheit: Wir haben ein sehr großes Mitmachpotential an der Basis. Die Leute können sich ganz einfach und schnell selbst einbringen.

Warum sind Sie gegen Sperren von Kinderpornoseiten?

Ganz einfach: Weil die Seiten gelöscht werden müssen und die Täter erfasst. So was hat im Internet nichts verloren.

Die Fragen stellte Anna Spiegel

RZO



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