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Hofmann-Göttig wird neuer Stadtchef in Koblenz

Koblenz Vom Staatssekretär zum Oberbürgermeister: Joachim Hofmann-Göttig hat den Sprung auf den Chefsessel der Stadt Koblenz geschafft.

Am Sonntag wurde der 58-jährige Sozialdemokrat, der als unabhängiger Bewerber ins Rennen gegangen war, mit 54,4 Prozent der Stimmen zum neuen Oberhaupt der drittgrößten rheinland- pfälzischen Stadt gewählt.

Der Staatssekretär im Mainzer Kulturministerium folgt Eberhard Schulte-Wissermann (SPD), der nach gut 15 Jahren im Amt aus Altersgründen nicht mehr angetreten war. "Ich danke Koblenz", sagte Hofmann-Göttig, der zum Mai 2010 ins Koblenzer Rathaus wechselt. Der Sieger hat hart gekämpft. In den vergangenen Wochen standen jeden Tag zehn bis zwölf Wahlkampftermine in seinem Kalender. Und am Abend, als er nach Hause kam, betrieb er noch vier bis fünf Stunden "virtuellen Wahlkampf" am Computer. "Ich hatte eine Fangemeinde von 800 täglichen Nutzern", sagte Hofmann-Göttig zu seinem Online- Tagebuch, in dem er von früh bis spät berichtete. "So ein Tagebuch lebt von Glaubwürdigkeit und Authentizität", sagte er.

"Extrem erfolgreich, aber auch strapaziös", bilanziert der Politologe. Hinzu kamen noch Mails, nicht selten um die 100 am Tag, die alle beantwortet werden mussten. Auch im "normalen Wahlkampf" zog der mit 18 Jahren im Amt dienstälteste Staatssekretär Deutschlands alle Register: "Ich war auf der Kirmes, in Geschäften, habe Klinken geputzt." 18 bis 20 Stunden lang am Tag habe er für sich geworben. Und: "Die Grenze der physischen Belastbarkeit war erreicht."

Hofmann-Göttigs Gegenkandidat Peter Labonte (CDU), der ebenfalls sehr umtriebig war, kam auf 45,6 Prozent der Stimmen. Der 55-Jährige ist seit 1998 Oberbürgermeister der Stadt Lahnstein. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 67 Prozent. Zur Wahl waren etwa 83 300 Wähler aufgerufen. Das Kulturministerium in Mainz verlässt Hofmann-Göttig mit "einem lachenden und einem weinenden Auge". Schließlich habe der Job viel Spaß gemacht. Die "Kultur" werde er aber nicht hinter sich lassen. Schließlich sei Koblenz ja die "heimliche Kulturhauptstadt" des Landes. "Ich renne ja nicht von was weg, ich gehe ja zu was hin." Koblenz liege ihm "sehr am Herzen", er sei dort sehr vernetzt.

"Als ich vor zehn Jahren nach Koblenz zog, war das eine Lebensentscheidung." Da habe er schon 20 Wohnsitze hinter sich gehabt, sagte der gebürtige Leipziger. Im Wahlkampf unterstützt wurde Hofmann-Göttig von einer rund 150-köpfigen Wählerinitiative "quer durch alle Parteien und Berufe". Auch in Zukunft will er auf breite Bündnisse, runde Tische und parteiübergreifende Arbeit setzen.

Jetzt will er aber erst einmal was anderes: "Ich werde in den Herbstferien richtig Urlaub machen", sagte er. Wohin er reise, sei ihm völlig egal, sicher ist aber: "Das Laptop bleibt zu Hause."

Birgit Reichert (dpa); Archivbild: RZ

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