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Das Plus-Energie-Haus: Mit Strom Geld verdienen

Berlin/Darmstadt Ein Haus bauen und nie wieder für die Heizung zahlen: Diese Vision hatten Wissenschaftler und Architekten schon in den 1980er Jahren. In der Forschung entstanden erste Niedrigenergiehäuser und Drei-Liter-Häuser.

Auch mit ersten Häusern, die ohne fossile Brennstoffe auskommen, wurde experimentiert. Doch bei null Litern war nicht Schluss: Heute gibt es sogar Häuser, die mehr Energie erzeugen, als sie verbrauchen.

Ein Passivhaus ist laut Sabine Stillfried vom Passivhaus Institut in Darmstadt ein Gebäude, in dem eine behagliche Temperatur ohne separates Heiz- oder Klimatisierungssystem möglich ist. Es gelte als sogenanntes Effizienzhaus 55 und werde deshalb von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert. Ein Passivhaus komme im Jahr mit weniger als 1,5 Liter Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche aus.

Doch es geht noch weniger. «Vor über zehn Jahren hat man gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Bauphysik ein Null-Heizenergie-Haus entwickelt», sagt Klaus-Dieter Schwendemann von Weber Haus in Rheinau-Linx in Baden-Württemberg. Das damalige Konzept setzte auf gute Wärmedämmung, Südausrichtung und das optimale Ausnutzen regenerativer Energien. «Da Sonnenkollektoren für die Heizung zuständig sind, muss für den Wärmebedarf im Winter ein Langzeitspeicher eingebaut werden», erklärt Schwendemann. Dieser Speicher müsse ein Volumen von 20 000 Litern Wasser haben - und nehme den halben Kellerraum ein. Die Mehrkosten für den Speicher und gut gedämmte Wände rechneten sich durch die Energie-Ersparnis im Vergleich zu anderen hochgedämmten Konzepten nicht unbedingt.

Das erste Plus-Energie-Haus hat der Architekt Rolf Disch aus Freiburg mit dem drehbaren Solarhaus Heliotrop verwirklicht. «Ein Plus-Energie-Haus ist etwa 15 000 Euro teurer als ein vergleichbarer Standardbau», sagt Tobias Bube vom Architekturbüro Disch. Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern und an den Fassaden liefern mehr Strom, als im Haus verbraucht wird. Da nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz die Abnahme und der Preis festgelegt sind, speisen die Hausherren den gesamten produzierten Strom ins Netz ein und kaufen den Eigenbedarf zu einem günstigeren Preis wieder zurück.

Die jährlichen Einnahmen durch den Stromhandel beziffert Tobias Bube auf rund 3000 Euro pro Haus. Außerdem seien die Kosten für Heizung und Warmwasser sehr gering. Für 130 bis 140 Quadratmeter Wohnfläche müssten nach den bisherigen Erfahrungen im Jahr 150 Euro aufgewendet werden. «Ein Vorteil des Plus-Energie-Hauses besteht darin, dass es schrittweise nach dem Baukastenprinzip erst im Laufe der Jahre verwirklicht werden kann», erklärt Schwendemann. So lassen sich die finanziellen Belastungen besser schultern. Bauherren können zunächst ein gut gedämmtes Passivhaus errichten und später zum Plus-Energie-Haus ausbauen.

Webseite des Passivhaus Instituts: www.passiv.de

Weitere Informationen: www.plusenergiehaus.de Energiesparwände gab es schon in der Bronzezeit Bereits in der Bronzezeit konnten die Menschen ihre Behausungen verblüffend gut isolieren. «Denn anders, als lange angenommen, gab es keine Wände aus einfachem Flechtwerk mit innerem Lehmbewurf, sondern schon Energiesparwände», erklärt Werner Eicke-Hennig von der «Hessischen Energiespar-Aktion» in Darmstadt. Diese Wände waren so konstruiert, dass an Pfosten jeweils außen und innen eine mit Lehm abgedichtete Flechtwand angebracht wurde. Der Zwischenraum wurde mit einer Dämmschicht aus Gras gefüllt. Dies habe die Archäologin Irene Staeves aus Gelnhausen herausgefunden. Der Dämmwert dieser Wände sei erst 3500 Jahre später wieder erreicht worden, sagt Eicke-Hennig. Von Stephanie Hoenig, dpa

dpa-infocom



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