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Schwarzgeld-Skandal bei HSG Mülheim-Kärlich/Bassenheim? Ex-Vorstand vor Gericht

Koblenz/Mülheim-Kärlich Einst mischte die Spielgemeinschaft Mülheim-Kärlich/Bassenheim in der zweiten Handball-Bundesliga mit.

Im Mai kam das Ende: Der Verein löste sich auf. Jetzt der nächste Tiefpunkt: Die frühere Führung steht vor Gericht.

Die frühere Spitze der Handball-Spielgemeinschaft (HSG) Mülheim-Kärlich/Bas- senheim soll Spielern jahrelang illegale Gehälter gezahlt haben: Dem Finanzamt und den Sozialversicherungsträgern entstand dadurch ein Schaden von insgesamt 314 000 Euro - so die Staatsanwaltschaft Koblenz.

Jetzt müssen sich der frühere HSG-Vorsitzende (50), der Ex-Geschäftsführer (60) und der Ex-Schatzmeister (66) vor dem Amtsgericht Koblenz verantworten. Ihnen droht als Höchststrafe bis zu zwei Jahren Haft. Schwarzgeldvorwürfe gab es in den vergangenen Jahren auch immer wieder bei anderen rheinland-pfälzischen Sportvereinen. Laut Anklage flossen die verdeckten Zahlungen von 2001 bis 2006 an 25 Spieler. Das Schwarzgeldsystem soll nach der Insolvenz der HSG GmbH und dem Abstieg aus der 2. Bundesliga in die Regionalliga installiert worden sein. Die HSG-Spitze sei bemüht gewesen, einen geordneten Spielbetrieb der ersten Mannschaft zu ermöglichen und Stammspieler an einem Vereinswechsel zu hindern. Darum erhöhte sie die Gehälter je nach Leistung. Sie konnte aber die damit verbundenen Lohnsteuern und Sozialabgaben nicht entrichten.

Um das Geld nicht zahlen zu müssen , soll der Verein die Spielergehälter mit lohnsteuer- und sozialversicherungsfreien Aufwandsentschädigungen aufgestockt haben.

Die Staatsanwaltschaft geht sogar davon aus, dass ein solches System schon vor der Insolvenz der HSG GmbH etabliert war. Aber Vorwürfe, die sich auf die Zeit vor 2001 beziehen, sind verjährt. Die Summen, die die Spieler erhalten haben, lagen zwischen 800 Euro und 48 000 Euro. Anlässe für Aufwandsentschädigungen waren: Fahrtkosten, Punkte- und Siegprämien und Trainerpauschalen. Zudem wurden Autos zur privaten Nutzung zur Verfügung gestellt.

Der Ex-Vorsitzende, der sich jahrzehntelang ehrenamtlich für die HSG engagiert hatte, sagte vor Gericht: "Ich trage meinen Teil der Verantwortung. Aber es wäre unfair, meine Existenz zu zerstören." Seine Aufgabe sei es gewesen, den Verein zu repräsentieren.

Über Finanzielles habe ein Ausschuss entschieden, dem er nicht angehörte. Die anderen Angeklagten äußerten sich nicht. Bis zum nächsten Prozesstag am 10. November verhandeln die Angeklagten mit dem Finanzamt darüber, wie sie den Schaden wiedergutmachen können.

Hartmut Wagner

RZO