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RZ-Wein-Kolumne

 

Wein-Presse (19): Am Mittelrhein verliert der Riesling immer mehr an Boden

Es gibt kaum ein anderes deutsches Weinanbaugebiet, das die touristische Sehnsucht nach dem romantischen Weinbau so sehr erfüllt wie der Mittelrhein.

Hoch über dem Fluss, auf steilen malerischen Rebterrassen neben pittoresken Burgen und Ruinen gelegen, klammern sich die Weinberge an die Steilhänge des Mittelrheins.

Alarmierend ist jedoch, dass seit Jahrzehnten der Weinbau am Mittelrhein kontinuierlich schrumpft. Die kostenaufwendige Handarbeit in den Steil- und Hanglagen zwingt die kleinen Familienbetriebe zur Aufgabe der Bewirtschaftung. Waren es 1980 noch rund 750 Hektar, die mit Riesling, Müller-Thurgau und Kerner bepflanzt waren, so sind es heute gerade noch 460 Hektar.

Die Konsequenz: Auf den nicht bewirtschafteten Weinbergslagen breiten sich Pionierpflanzen wie Brombeere, Heckenrose oder Vogelkirsche schnell aus. Es entsteht eine Verbuschung - was allein optisch kein Aushängeschild für die Region ist. Der Staat hat den Ernst der Lage mittlerweile erkannt. Er fördert durch Flurbereinigungen die Rekultivierung und wirtschaftliche Bearbeitung der Steillagen. Doch das allein wird nicht reichen: Es muss dringend nach weiteren Lösungen zur Erhaltung der Weinberge gesucht werden.

Schließlich sind es Klima und Boden , die den Weincharakter meines Erachtens am häufigsten prägen und den Wein aus dem Mittelrheintal so einzigartig machen. Der mittelrheinische Boden besteht überwiegend aus Schieferschutt und Grauwackverwitterung. Gemäßigte Winter, ein früh einsetzendes Frühjahr und eine lang währende Vegetation bis in den Spätherbst hinein zählen zu den klimatischen Vorteilen, von denen vor allem der Riesling profitiert. Daher stellt er mit einer Pflanzfläche von rund 70 Prozent die Leitsorte am Mittelrhein dar.

Ein Riesling besitzt die Fähigkeit, den Charakter eines Gebietes besonders gut zum Ausdruck zu bringen. So zeichnet sich der Riesling vom Mittelrhein in seiner Jugend durch vielfältige fruchtige Aromen wie Apfel, Pfirsich, Limone und Passionsfrucht aus. Normalerweise sind die Weine leicht bis mittelschwer und werden als rassig und mineralisch beschrieben. Die Fruchtaromen weichen im Laufe der Reifung mineralischen und erdigen Tönen. Altersgereifte Weine weisen zudem ein besonderes Gütezeichen, die"Petrolnote", auf.

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RZO