Neururer geht nicht im Streit aus Duisburg fort
Duisburg Das Aus für Peter Neururer kam nicht überraschend. Doch die Scheidung zwischen Fußball-Zweitligist MSV Duisburg und seinem Cheftrainer «ist keine im Streit». Das betonte Vereinschef Walter Hellmich einen Tag nach der Beurlaubung des Fußball-Lehrers.
Auch Neururer sieht kein Porzellan zerschlagen: «Das Verhältnis zwischen mir, dem MSV und Bruno Hübner ist und war hervorragend. Wir sind einvernehmlich zu der Entscheidung gekommen, dass wir uns trennen werden», sagte der 54-Jährige dem TV- Spartensender DSF.
Hellmich hat beim Neururer-Erbe klare Vorstellungen: Er favorisiert die ehemaligen Erstliga-Trainer Klaus Augenthaler und Frank Pagelsdorf. «Na klar spielen beide in unseren Überlegungen eine Rolle», sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa. Beide seien «gute Leute». Sportdirektor Hübner habe den Auftrag erhalten, mit Augenthaler und Pagelsdorf die Verhandlungen zu suchen.
Spätestens nach dem peinlichen 0:5 im Pokal-Achtelfinale beim Liga-Konkurrenten FC Augsburg sah sich die MSV-Führung zum Handeln gezwungen. «Mir steckt jetzt noch der Schreck in den Gliedern. Ich habe in Augsburg ein Ohnmachtsgefühl erlebt», sagte Hellmich. Er und Hübner «mussten den Schnitt machen, damit der Hebel umgelegt werden kann».
Die Übergangslösung heißt Uwe Speidel. Der bisherige Neururer-Assistent übernimmt vorläufig die Verantwortung für die verunsicherte Mannschaft, die als Aufstiegs-Mitfavorit in die Niederungen des Tabellen-Mittelfelds abgerutscht ist. Doch Speidel, der die Aufgabe bei der TuS Koblenz bewältigen muss, wird nicht lange der Boss bleiben. Hellmich kündigte nach dem turbulenten Tag und der einstimmigen Entscheidung gegen Neururer ein Eilverfahren bei der Trainersuche an: «Wir wollen schnell handeln und den neuen Mann zügig präsentieren.»
Im Gegensatz zum Trend bei anderen Vereinen soll bei den Duisburgern ein gereifter Stratege die Wende zum Besseren schaffen. Hübner, der sich dem Votum gegen seinen Kumpel Neururer nur «schweren Herzens» anschloss, machte am Tag danach deutlich, dass nur ein Trainer-Routinier Abhilfe schaffen kann: «In dieser verfahrenen Situation brauchen wir einen erfahrenen Mann.»
Den hatte der MSV in Neururer , der die «Zebras» am 17. November 2008 übernommen hatte, aber beim Formen eines Top-Zweitligateams scheiterte. Ein anderer soll es richten. «Da kann man in unserer Szene nichts machen», zeigte sich Neururer im DSF resigniert. Er traut seinen ehemaligen Schützlingen trotz der misslichen Lage die Rückkehr in die Elite-Liga zu: «Ich bin überzeugt, dass sie den Aufstieg schaffen.»
Sportdirektor Hübner steht nun die Pflicht bevor, mit Neururer die von allen bekundete einvernehmliche Lösung auch vertraglich zu fixieren. Der MSV strebt einen Auflösungsvertrag mit Abfindung an, weil der neue Coach bezahlt werden muss und zudem der ehemalige Trainer Rudi Bommer noch bis Juni auf der Gehaltsliste steht.
dpa-infocom
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