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 Brennpunkt 

Forschungscamp - Teil 1: Archäologie

Ein Erdklumpen birgt Reste der Römerwelt

Landsweiler-Reden Archäologen graben Gegenstände aus, die viele Jahrhunderte unter der Erde liegen.

Aber was passiert danach mit den gefundenen Scherben, Münzen und Schmuckstücken? Die Aktion „Wissen macht Freude“ von unserer Zeitung und Fielmann hat zehn Kinder dahin gebracht, wo es nach der Ausgrabung weiter geht.

Langsam und vorsichtig bewegt der zehnjährige Alexander Sputh aus Sinzig den Sandstrahl über den bräunlichen Klumpen, in dem sich ein kleines Stück Geschichte verbirgt. Dieses ist umhüllt von Erde und Dreck, doch der Druck des Gerätes lässt den Schmutz langsam abbröckeln. Erst vor wenigen Tagen ist der Erdklumpen in das Landesdenkmalamt des Saarlandes gekommen. Klaus-Peter Henz hat ihn hergebracht. Er ist Projektleiter des Vicus Wareswald, einer archäologischen Ausgrabungsstätte im Landkreis St. Wendel, in der bereits seit 2001 gegraben wird. Henz hat das Relikt selbst gefunden und in das Landesdenkmalamt gebracht. Jeder Fund aus dem Wareswald landet automatisch hier zur Restaurierung und hilft den Archäologen, Rückschlüsse auf Struktur, Aussehen und Entwicklung des antiken Römerdorfes zu ziehen.

Nicole Kasparek, die die Restaurierungswerkstatt des Landesdenkmalamtes leitet, kann schon anhand der Form erahnen, um was für einen Fund es sich hier handelt. „Wahrscheinlich ist das ein Nagel“, erklärt sie den Kindern, während das Sandstrahlgerät immer mehr kleine Stückchen des Schmutzes abbröckeln lässt. „Davon bekommen wir viele.“

Jeder der zehn Teilnehmer , die bei unserer Aktion „Wissen macht Freude“ einen Tag im Saarland gewonnen haben, darf das Gerät für zwei Minuten ausprobieren. Vorsichtig nehmen die Kinder nacheinander den ausgegrabenen Klumpen in die eine und das Sandstrahlgerät in die andere Hand und arbeiten hoch konzentriert. Dabei lassen sie sich nicht einmal von der kleinen Menschentraube ablenken, die sich um sie herum bildet. Das Arbeiten mit dem Sandstrahlgerät gehört zur täglichen Arbeit hier im Landesdenkmalamt. Denn nie kommen Scherben oder Knochen sauber aus der Erde. Doch das ist nicht das einzige, was in Landsweiler-Reden passiert. Die gefundenen Schätze werden nicht nur gesäubert, sondern auch entsalzt, konserviert oder wieder repariert, wenn sie in Einzelteile zerbrochen sind.

Am Abend sind die Kinder sich einig: Der Besuch in der Restaurierungswerkstatt war der Höhepunkt des Tages. Auch Melissa Sprengnöder aus Weidenhahn ist froh, an diesem Tag im Saarland dabei gewesen zu sein. Bereits Tage vorher war sie aufgeregt, und es hat sich gelohnt: „Ich habe mich schon vorher für die Römer interessiert, trotzdem konnte ich heute noch viel lernen.“ Auch Caroline Schöneberger hat den Tag genossen und erzählt: „Es ist immer schön, wenn man selbst mit anpacken kann.“ Und plötzlich hat der eine oder andere die Idee, dass er später eigentlich auch Archäologe werden könnte. (Katharina Dielenhein)

RZO