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EM für U 21 in Gefahr - Adrion: «Das ist bitter»

Düsseldorf/Belfast Nach dem verschenkten Sieg im Dauerregen von Belfast schlichen die deutschen Nachwuchs-Kicker wie begossene Pudel vom Platz.

Vor knapp fünf Monaten feierten die U-21- Junioren des DFB triumphal den EM-Titel, jetzt muss die Elf um die Qualifikation für die Endrunde 2011 in Dänemark bangen. «Das Ergebnis ist natürlich bitter für uns», befand Trainer Rainer Adrion nach dem 1:1 (0:0) in Nordirland. Nach drei Spielen liegt die DFB-Elf mit vier Punkten zunächst abgeschlagen hinter Tschechien und Island (beide 12) auf Rang drei. «Jetzt gilt es für uns, in den kommenden Spielen eine optimale Ausbeute zu holen. Wir kämpfen weiter um unsere Chance auf das Erreichen der Play-offs», meinte Adrion.

Es könnte am Ende ein Finale mit dem Rechenschieber werden. Für den ersten Platz wird es für den Europameister wohl nicht mehr reichen. In den verbleibenden fünf Spielen muss die deutsche Mannschaft die optimale Punktausbeute holen, um als einer der vier besten Gruppenzweiten noch die Playoff-Spiele zur Endrunde zu erreichen. Möglicherweise reichen auch vier Siege und ein Remis. In der Qualifikation zur EM 2009 in Schweden haben sich drei Gruppenzweite mit 17 Punkten für die Playoffs qualifiziert, einer sogar nur mit 16.

Die von einigen Ausfällen betroffene DFB-Elf kam trotz leichter spielerischer Überlegenheit gegen die Nordiren lange Zeit nicht gut zurecht. Erst in der Schlussphase drängte die Mannschaft auf den Führungstreffer, nachdem die Gastgeber zwei sehr gute Chancen vergeben hatten. Im Nachschuss gelang dem eingewechselten Eric-Maxim Choupo-Moting dann in der 89. Minute das lang ersehnte 1:0, eine Minute später traf Thomas Müller nur den Pfosten, ehe ein Freistoßtreffer von Oliver Norwood in der Nachspielzeit alle Siegesträume beendete. «Das 1:0 war verdient, weil wir die Begegnung zu diesem Zeitpunkt bestimmt haben. Dass wir dann so spät den Gegentreffer kassiert haben, war dann natürlich unglücklich», befand Adrion.

Wie schon im letzten Testspiel gegen Israel fehlte der Mannschaft von Beginn an die Bereitschaft, den spielerisch unterlegen Gegner massiv unter Druck zu setzen. «Die Partie war schwer zu spielen. Nordirland hat typisches kick and rush gezeigt», befand Bayern-Profi Müller. Kapitän Mats Hummels, der den Freistoß in der Nachspielzeit verursachte, war sichtlich unzufrieden. «Natürlich sind wir schwer enttäuscht. Aus meiner Sicht war das in der Nachspielzeit kein Freistoß, weil ich zum Ball gehe. Ich hoffe, dass wir so ein Spiel nicht noch einmal erleben», sagte der Mittelfeldspieler.

Schon am 17. November kann sich die Mannschaft beim Außenseiter San Marino rehabilitieren. «Ab jetzt müssen wir maximal punkten, sonst sind unsere Ziele gefährdet», forderte Hummels. Auch Trainer Adrion betonte, dass die Playoff-Spiele nicht unerreichbar seien. «Punktverluste dürfen jetzt allerdings nicht mehr infrage kommen», meinte der DFB-Coach.

Allerdings muss die U 21 auf Julian Schieber verzichten. Wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mitteilte, leidet der Stürmer des Bundesligisten VfB Stuttgart an Knieproblemen und ist aus dem DFB-Quartier in Belfast abgereist. Für Schieber nominierte Adrion den Leverkusener Richard Sukuta-Pasu, der einen grippalen Infekt auskuriert hat, für den Kader.

dpa-infocom


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