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USA-Reisen: Zweiter Koffer kostet häufiger Geld

Frankfurt/Main Nachdem vor kurzem bereits mehrere US-Fluggesellschaften sowie British Airways ihre Regeln zur Gepäckmitnahme geändert haben, führen nun auch Air France/KLM und United Airlines neue Richtlinien ein.

Früher durften USA-Reisende mehr Gepäck aufgeben, als die meisten von ihnen tragen konnten: Pro Passagier waren zwei Koffer auf dem Flughafen-Förderband kostenfrei, und jeder durfte bis zu 32 Kilogramm wiegen. Diese Zeiten liegen noch gar nicht so lange zurück: Viele Fluggesellschaften haben ihre Gewichtsgrenze in der Economy-Class erst im Jahr 2005 auf maximal 23 Kilogramm pro Gepäckstück gesenkt. Das «Two-Piece-Konzept» an sich mit zwei kostenlosen Koffern nach Nordamerika blieb bei den meisten Airlines jedoch bestehen. Doch auch das ändert sich jetzt: Immer öfter muss für die Mitnahme eines zweiten Koffers eine Gebühr gezahlt werden.

Vom 1. November an dürfen Economy-Class-Passagiere bei Air France und KLM nur noch jeweils einen Koffer kostenlos einchecken. Für das zweite Gepäckstück werden dann je nach Abflughafen 50 Euro oder 50 Dollar (etwa 33 Euro) fällig, teilte Air France/KLM in Frankfurt mit. Sechs Wochen später folgt die US-Fluggesellschaft United Airlines dem Beispiel: Vom 15. Dezember an kostet der zweite Koffer in der Economy 50 US-Dollar, erklärte Sprecher Ralph Steffen im hessischen Alsbach. 5 Dollar Rabatt soll es geben, wenn der Flug online eingecheckt wird.

Air France/KLM und United folgen damit dem Beispiel von Anbietern wie Delta, American Airlines, Continental und British Airways, die zusammen einen Großteil der Flüge über den Nordatlantik anbieten. Continental etwa hat zum 15. September eine ähnliche Regelung wie United eingeführt, und zwar für bestimmte Tarife in der «Holzklasse». Wer den vollen Economy-Ticketpreis bezahlt, ist dagegen von der neuen Gepäckbeschränkung ausgenommen. Bei British Airways gilt die Gebühr für den zweiten Koffer seit dem 7. Oktober. Entsprechendes Übergepäck kostet auf dem Flughafen 40 Pfund (43 Euro). Nach Angaben der Airline gibt es auch hier einen Nachlass für das Einchecken im Internet.

Für Nordamerika-Reisende heißt das: Vor Buchungen lohnt sich noch mehr als bisher ein genauer Blick aufs Kleingedruckte. «Jeder hat da seine eigenen Regeln», sagt Martin Gaebges, der Generalsekretär des Airline-Verbandes Barig in Frankfurt. Passagiere sollten sich also in den Beförderungsbedingungen «sachkundig machen», um für Zusatzgepäck nicht am Flughafen unerwartet ihre Geldbörse zücken zu müssen.

Das Thema Gepäck sei bei Nordamerika-Flügen inzwischen «sehr komplex» geworden, sagt Gaebges - auch deshalb, weil zum Beispiel für Sportgepäck wie Golfausrüstungen oder Surfbretter je nach Anbieter wieder ganz andere Bedingungen gelten können. Air France und KLM etwa lassen Golftaschen bis 23 Kilogramm Gewicht weiterhin kostenlos zu, und zwar zusätzlich zum normalen Gepäck. Für Fahrräder oder Ski gilt dies dagegen nicht. Außerdem erhöhen die Franzosen und Niederländer nun ihre Gebühren für den Fall, dass Haustiere in einer Transportbox mitgenommen werden - innerhalb der Passagierkabine zum Beispiel von 150 auf 200 Euro, wie Air-France-Sprecherin Julia Lange erläutert.

Die vielen und nicht immer leicht zu durchschauenden Unterschiede bei den Gepäckregeln haben ihre Ursache darin, dass «der Wettbewerb beinhart geworden ist», wie Gaebges es ausdrückt. Die derzeit eher günstigen Grundpreise für die Flugtickets führten dazu, dass die Airlines versuchten, «Zusatzerlöse zu generieren» - etwa beim Gepäck. Dies ist auch wichtig für Weltreisende, die Nordamerika nur als Zwischenstopp auf einer längeren Tour ansehen. Denn der früher gern gegebene Tipp, über die USA zum Beispiel nach Neuseeland oder Australien zu fliegen, weil dann mehr Gepäck mitgenommen werden darf als bei Flügen über Asien, gilt für viele Anbieter nun nicht mehr.

Von den drei größten europäischen Linienfluganbietern hält jetzt nur noch die Lufthansa bei Nordamerika-Flügen am «Two-Piece-Konzept» fest. Wie lange noch, ist aber offen: Auch die «Kranich-Airline» denkt laut ihrem Sprecher Michael Lamberty in Frankfurt inzwischen darüber nach, ihre Gepäckregeln «den Marktgegebenheiten anzupassen».

dpa-infocom