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Kreuzfahrtschiff «Oasis of the Seas» im Feinschliff

Turku Ein Hauch Eis liegt auf dem Teakdeck der «Oasis of the Seas».

Aber das ist nicht alles, was derzeit noch hinderlich ist: Der Besucher klettert über Farbtöpfe oder duckt sich unter Abdeckplanen hindurch.

Anfang November soll das neue Flaggschiff der Reederei Royal Caribbean International (RCI) fertig sein - und die Welt um eine Superlative reicher: Noch nie wurde ein so großes Kreuzfahrtschiff gebaut, noch nie war eines so teuer. Rund 1,4 Milliarden US-Dollar (940 Millionen Euro) kostet der Neubau, der auf der Aker Werft in Turku in Finnland gerade den Feinschliff erhält.

Mehr als 2000 Mann sind auf dem 360 Meter langen und 71 Meter breiten Kreuzfahrer in diesen Tagen unterwegs. Alle tragen blaue Overalls und Helme, gelaufen wird mitunter im Trab. «Es ist hier derzeit Betrieb wie auf einem vollen Freeway in Miami», sagt RCI-Sprecherin Elisabetta Raffo. «Aber wir sind gut im Zeitplan.» Am 30. November soll in Fort Lauderdale im US-Bundesstaat Florida die Taufe sein. Danach wird das Schiff ausschließlich in der Karibik kreuzen - wohin am 1. Dezember auch gleich die Jungfernfahrt führt.

In der Karibik sind die Inseln mitunter klein - und damit als Ziel für ein Schiff mit 6296 Passagieren bei ausgereizten Zustellbetten sowie 2160 Mann Besatzung nicht ganz passend. So macht das Schiff nur drei Stopps auf der Sieben-Tage-Tour: St. Thomas, St. Maarten und Nassau auf den Bahamas. Vier-Tage-Trips führen zur RCI-Insel Labadee bei Haiti. «In den Häfen wurden neue Abfertigungsgebäude für uns gebaut, damit wir die Sicherheitskontrollen nicht mehr auf dem Schiff machen müssen», erzählt Hoteldirektor Raimund H. Gschaider.

Ein Landgang muss aber nicht unbedingt sein. Die «Oasis of the Seas» bietet so viel, dass die einwöchigen Reisen zu kurz geraten könnten. Nun will aber wohl nicht jeder Gast die beiden Kletterwände hoch, an der Zipline über den Boardwalk schweben oder zum Eislaufen. Aber die teilweise glasüberdachte Pool- und Barlandschaft mit Teakholz und Sandstein wirkt einladend, und der größte Frischwasserpool auf See im «AquaTheater» lockt mit der Möglichkeit erster Tauchversuche. Auch ein langer Spaziergang durch Grün wird möglich sein: Im zwei Fußballfelder großen «Central Park» in der Schiffsmitte werden bis zu acht Meter hohe Bäumen stehen.

Die «Oasis of the Seas» wirkt weniger groß, als sie ist. Die Architekten haben es geschafft, das Schiff trotz seiner 18 Decks elegant und im Innenbereich fast transparent aussehen zu lassen. Was auch dem großzügigen Einsatz von Glas zu verdanken ist. So haben sie das Hauptrestaurant - in dem mehr als 2000 Menschen auf einmal speisen können - so geschickt mit Ecken, Nischen und Trennwänden aufgeteilt, dass immer nur Teilbereiche einzusehen sind.

Das Schiff ist in sieben «Erlebniswelten» aufgeteilt, und es gibt 24 Restaurants. Davon wird abends sicher die «Rising Tide»-Bar ein Anziehungspunkt sein, auf der 50 Gäste mit Hilfe eines langsames Liftes beim Cocktail von der fünften Etage zum «Central Park» in die Höhe schweben können. Die Farbgebung ist zurückhaltend, es dominieren Creme, Beige, Seegrün und -blau, ein wenig Rost und Terrakotta. Nur die Kinder- und Jugendbereiche sind farbiger. Die 2706 Kabinen haben überwiegend Balkone - nach innen zu den Arkaden oder zum Meer.

Anfang November wird die «Oasis of the Seas» Turku verlassen und über die Azoren in Richtung ihres Heimathafens Port Everglades fahren. Während der zwölftägigen Reise soll laut Hoteldirektor Gschaider die Crew eingewiesen werden. Und in Florida folgen fünf Tage Restarbeiten - unter anderem kommen die Pflanzen an Bord, die seit 1,5 Jahren in ihren Töpfen auf diesen Tag vorbereitet werden.

Webseite des Kreuzfahrtschiffes: www.oasisoftheseas.com Von Hilke Segbers, dpa

dpa-infocom