pic Zählpixel
kalaydo leftkalaydo logo
RZ-Blog  |  Twitter  Mobil&RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
 

Koblenzer Musikerinitiative "Music Live" rockt schon seit 25 Jahren

Koblenz Die Koblenzer Musikszene feiert: Die Initiative "Music Live" wird 25 Jahre alt.

Was als Interessenverband aktiver Musiker der Stadt begann, ist inzwischen ein universeller Dienstleister für Bands und Veranstalter, der mit dem Rockmobil auch kreative Jugendarbeit leistet. Und zum Geburtstag hat die Initiative einen ganz besonderen Wunsch.

Man muss Horst Gottlob und Volker Cornet ein bisschen überreden, bis sie den Stolz auf 25 Jahre "Music Live" dann doch formulieren - schließlich, so sagen die beiden heutigen Mitarbeiter der Koblenzer Musikerinitiative, waren sie damals noch nicht dabei. "Doch, ich finde, man kann da schon mit Stolz draufschauen", sagt Gottlob schließlich - und erinnert sogleich an die Pionierarbeit der ersten Generation von Koblenzer Musikern, die damals, 1984, den Verein gründeten und ihm zum Teil bis heute als Beirat zur Seite stehen.

Theo Enders und Winfried Hetger sind zwei dieser Namen, die stellvertretend für alle stehen mögen, die aus der Ursuppe Koblenzer Kreativkräfte einen Verein gründeten, der heute nicht zum alten Eisen gehört, sondern stets frisch geblieben ist. Ein Blick aufs aktuelle Vorstandstableau um den ersten Vorsitzenden Axel Menzer zeigt viele junge Menschen, die sich für die Musiker an Rhein und Mosel einsetzen. So war es immer bei "Music Live".

Der 25. Geburtstag ist nun natürlich ein Grund zum Feiern. Am Freitag, 4. Dezember, gibt es zunächst ab 13.30 Uhr eine Feier im Haus Metternich, bei der sich die Initiative in all ihren Facetten natürlich auch musikalisch vorstellt. Am Abend dann wird gerockt: "Music Live" veranstaltet das "Kulturschock"-Festival, das ab 20 Uhr 77 Musiker auf 7 Bühnen bringt - nach Genres sortiert. Im Haus Metternich gibt"s Rock, in der Kleinen Freiheit Singer-/Songwriter-Sound, im Spökes Hardcore und Metal, im Dreams treten die "Rockbuster"-Sieger auf, im Sansibar gibt"s Elektro, in der Druckluftkammer Gothic, im Mephisto Indie.

Alle Bands kommen von hier - und demonstrieren so zum Geburtstag ein wichtiges Ziel von "Music Live", an dem in 25 Jahren nie gerüttelt wurde: regionalen Bands Auftrittsmöglichkeiten verschaffen. Auch Proberäume stellt die Initiative zur Verfügung (in den Bunkern in Pfaffendorf und Neuendorf), sie steht jungen Musikern ansonsten mit Rat und vor allem Tat zur Verfügung, kann mit Bühnentechnik ebenso aushelfen wie mit Fachleuten, die sie auch bedienen können.

Ein weiteres wichtiges Standbein ist die Sozialarbeit mit dem Rockmobil, das ebenfalls einen nicht unbeachtlichen Geburtstag feiert: Seit 15 Jahren fährt der schwarze Transporter in die Koblenzer Stadtteile und bringt Jugendlichen die frohe Kunde der Livemusik. "Das ist mobile Jugendarbeit, die die Musik als Medium nutzt", erklärt Volker Cornet, der häufig mit dem Rockmobil unterwegs ist. Immer mal wieder entstehen daraus Bands, die dann von "Music Live" weiterbetreut und unterstützt werden und möglicherweise später am "Rockbuster" teilnehmen - mit der Landesarbeitsgemeinschaft Rock & Pop, die den Wettbewerb organisiert und Bands berät, unterhält "Music Live" eine Büronachbarschaft im Haus der Shell-Tankstelle am Moselring.

Neben der Hoffnung, dass möglichst viele Besucher zum jährlich geplanten "Kulturschock"-Festival kommen, hegt Horst Gottlob, der einzige hauptamtliche Mitarbeiter von "Music Live", einen besonderen Geburtstagswunsch: "Wir haben einen Antrag an die Stadt gestellt auf Errichtung eines Jugendmusikzentrums."

Die Idee der Musikerinitiative: In einem der durch den Umzug kultureller Einrichtungen auf den Zentralplatz frei werdenden Gebäude könnte ein Zentrum mit Bühne, Unterrichts-, Büro- und Proberäumen entstehen, wie es das in anderen Städten schon gibt, so Gottlob. "Wir könnten dafür sicher viele Fördergelder abrufen", sagt er in Bezug auf die Finanzierung. Frei würden das alte Kaufhaus (Mittelrhein-Museum), der Bürresheimer Hof (Kinder- und Jugendbücherei) und das Dreikönigenhaus (Zentralbibliothek).

"Wir stecken gerade in der Konzeptphase, aber wir sind uns absolut sicher, dass wir ein solches Gebäude sehr gut mit Leben füllen könnten und zeigen könnten, was die Musikszene in Koblenz ausmacht", wirbt Gottwald für die Idee.

Tim Kosmetschke

RZO