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Interview mit Bandleader Alec Völkel alias "Boss Burns"

The BossHoss kommen nach KO: Zwei Stunden auf die Mütze

Koblenz Sie tragen Cowboyhüte und Feinrippunterhemden auf der Bühne. Und sie spielen beides: Country und Western.

The BossHoss sind Rocker, die den Nashville-Sound liebevoll durch den Kakao ziehen. Im Dezember kommen sie nach Koblenz - mit neuen eigenen Songs im Gepäck.

Am Samstag, 12. Dezember, 20 Uhr , gastiert die Berliner Band The BossHoss in der Koblenzer Rhein-Mosel-Halle. Die Hauptstadt-Cowboys spielen Rockmusik mit starkem Countryeinschlag, covern Popsongs im Westernstil und spielen immer mehr eigene Stücke. Im Interview spricht Mitgründer Alec Völkel, der sich in der Band Boss Burns nennt, über die Coolness von Country, die neue Tour und der Aufregung vor dem Auftritt in Wacken.

Herr Völkel, wenn ich so Ihre Musik höre, frage ich mich immer, ob Sie Country wirklich mögen oder sich einfach nur darüber lustig machen.

Musikalisch mögen wir Country durchaus, aber bei uns geht es ja um den Umgang mit den Klischees. Und Country polarisiert ja schon - deshalb ist dieser Umgang bei uns ironisch. Wir haben das Ganze am Anfang ja nie ernst gemeint. Als wir zu zweit im Kämmerchen begonnen haben, war das sehr Spaß-orientiert. Musikalisch meinen wir es aber ernst. Das war damals für uns ein neues Genre und war damit auch sehr interessant.

Und es macht Ihnen sichtlich Spaß, einen riesigen Stetson-Hut zu tragen.

Natürlich, das ist toll. Man kann sich prima darunter verstecken.

Was sagt denn die Countrypolizei, wenn sie Ihnen über den Weg läuft?

Ganz unterschiedlich. Manche sehen das erfrischend locker, andere sind da eher streng und werfen uns fast schon Blasphemie vor. Grundsätzlich habe ich nur wenig Sympathie für alle Szenen. Ich finde, Szenemenschen, ganz gleich aus welcher Szene sie kommen, sind die größten Spießer, die es gibt. Zumindest, wenn sie nicht gern über ihren Tellerrand blicken.

Am Anfang Ihrer Karriere haben Sie ausschließlich bekannte Songs genommen und sie im typischen BossHoss-Countrystil gecovert. Was muss ein Lied haben, damit das funktioniert?

Grundsätzlich muss das Lied cool sein , wir müssen es mögen. Und dann gibt es ja ganz unterschiedliche Herangehensweisen. Zum einen covern wir Songs von Künstlern, die wir großartig finden, Elvis zum Beispiel, oder die Beastie Boys ...

... oder Britney Spears?

Nein, Britney Spears nicht. Da sind wir dann bei der zweiten Kategorie, die mit Humor und Spaß zu tun hat. Das sind Songs wie Britneys "Toxic", Songs, die wir eigentlich gut finden, die aber leider vom falschen Künstler interpretiert werden. Und da müssen wir dann mal ran.

Wie gehen Sie vor, wenn Sie Songs von anderen durch den Country-Fleischwolf drehen?

Na ja, wir probieren es einfach mal aus, setzen uns mit der Gitarre hin, nehmen ein paar Demos auf. Und schauen mal.

Inzwischen haben Sie jede Menge eigene Songs aufgenommen, auf dem aktuellen Album "Do Or Die" finden sich gar keine Coverversionen mehr. Wie vertragen sich die neuen Songs mit den alten?

Gut, vor allem live passt das bestens. Da ist eben eine Entwicklung vonstatten gegangen, mit der Zeit wurde uns das reine Covern einfach zu eintönig, und wir wollten uns nicht ewig wiederholen. Wir haben immer mehr eigene Songs geschrieben, haben uns auch musikalisch gewandelt. Das finde ich sehr wichtig. Jedes Album braucht eine Entwicklung, sonst bleibt man auf der Stelle stehen.

Ihr Cowboy-Outfit auf der Bühne bleibt aber gleich.

Natürlich. Das Auge hört mit. Und das Countrymäßige ist ja auch typisch BossHoss. Musikalisch sind wir aber inzwischen vielfältiger geworden, schließlich kommen wir ja eigentlich auch aus dem Rock und haben den Country nur angenommen.

Wie war das, als Sie in Cowboyhüten und Feinrippunterhemden auf die Bühne beim Metal-Festival in Wacken betreten haben?

Super. Klar, wir waren ein wenig aufgeregter als üblich - wie man immer aufgeregt ist, wenn man irgendwo auftritt, wo man eigentlich nicht hingehört. Aber ich war schon vorher der Meinung, dass das schon gut zusammenpasst. Ich bin ja selbst auch mit Metal groß geworden, und wir sind eine Rockband. Schließlich sind wir uns auf der Bühne ja auch nicht zu schade, um nicht alle möglichen Rockklischees zu bemühen und sogar überzustrapazieren.

Jetzt geht"s wieder auf Tour - und zurück nach Koblenz. Sie haben schon mal hier gespielt. Erinnerungen?

Ja, schon, das ist allerdings schon länger her. Auch deshalb haben wir uns gesagt, dass es mal wieder Zeit wird, in die kleineren und mittleren Städte zu gehen, nachdem wir zuletzt oft in den großen Metropolen gespielt haben. Und nun werden wir auch die Rhein-Mosel-Halle in Koblenz rocken.

Was wird dann auf der Bühne passieren? Alte Songs? Neue Songs? Neue Show?

Na ja, das mit der Show ... Wir sind ja kein Varieté. Man sieht eben uns sieben auf der Bühne. Der Fokus liegt natürlich auf der neuen Scheibe. Das wird etwa die Hälfte ausmachen, der Rest ist ein bunter Ritt durch die anderen Alben. Also: zwei Stunden auf die Mütze!

Das Gespräch führte Tim Kosmetschke

Karten (36,25 Euro) für das Konzert in Koblenz am 12. Dezember gibt es unter anderem bei der Koblenz-Touristik, Tel. 0261/303 88 49. Karten auch unter www.koblenzticket.de

RZO