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Kunst

Köln zeigt Kunst-Crossover aus zwei Jahrtausenden

Köln Kunst und Kunsthandwerk aus 2000 Jahren zeigen rund 90 Galerien aus dem In- und Ausland auf der Kölner Kunstmesse Cologne Fine Art & Antiques.

Erstmals bereichern Spezialabteilungen für herausragende Design-Objekte sowie Fotografie in Original-Abzügen die Messe.

Die Stücke vom Ausgrabungsobjekt über edles Mobiliar bis zur Pop-Art sowie außereuropäische Kunst aus Asien und Afrika werden seit Mittwoch an vielen Ständen als «crossover» in direkter Nachbarschaft präsentiert. Die bis zum 22. geöffnete Veranstaltung hat mit ihrem neuem Konzept rund 30 Kunsthändler zur Rückkehr an den Rhein oder erstmaligen Teilnahme bewegen können, hieß es zu Messebeginn.

«Sehr gute Stücke verkaufen sich sehr gut», berichtet ein Moderne-Händler über den Kunstmarkt zu Krisenzeiten. Oft mangele es sogar am Nachschub. Dass es auf dem ehemals überhitzten Kunstmarkt aber zu den oft zitierten «Preisregulierungen» gekommen ist, lässt sich in den Bilderrahmen ablesen: Von Franz von Stucks Radierung «Kämpfende Faune» (2 200 Euro/1889) über das Beuys-Blatt «Honiggefäß» (1982/1 600 Euro) gibt es «Schnäppchen»; selbst das absolut museumswürdige vollständige Jugendstil-Speisezimmer (1902) von Design-Urvater Peter Behrens erscheint mit 170 000 Euro sehr günstig bewertet. «Das viel prognostizierte Galerien-Sterben findet nicht statt», bilanziert zudem der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Galerien und Editionen (BVDG), Klaus Gerrit Friese.

Nicht nur mit einem erstmaligen Design-Schwerpunkt, sondern auch mit neuer Nachbarschaft der Weltkulturen buhlt die Herbst-Kunstmesse um Käufer-Gunst: Da begegnen im «crossover» fein gezierte osmanische Kacheln (8 000 Euro) amerikanischem Pop, schweift der Blick über einen kraftvollen Kultsitz der Luba/Hemba aus dem Kongo (110 000 Euro) auf ein jüngeres Nagelrelief Günter Ueckers zu 38 000 Euro.

Kunsthistorisch Gesichertes hat in Köln selbstverständlich seinen Preis: Max Liebermanns stimmungsvolles Ölgemälde «Nach dem Bade» (1903) soll 450 000 Euro kosten, eine Reiterskulptur des Italiener Marino Marini von 1937 wird mit 1,45 Millionen Euro bewertet und ein ungewöhnlich schönes Blumenbild Emil Noldes trägt das Preisschild 1,85 Millionen Euro. Das Querformat «Clematis» von 1944 ist allerdings eine Rarität, da es zu den nur insgesamt neun Gemälden Noldes aus der Zeit des Malverbotes während der NS-Diktatur zählt.

Den vom Galeristen-Bundesverband und der Kölnmesse vergebenen Cologne Fine Art Preis in Höhe von 10 000 Euro erhält in diesem Jahr der Künstler Georg Baselitz. Seine besonderen Verdienste im Bereich der Druckgrafik sind in einer Messe-Sonderschau zu überprüfen. Den überraschenden ästhetischen Verwandtschaften zwischen der Abstraktion in der westlichen Kunst und der traditionellen Teppichkunst des Orients widmet sich eine weitere Sonderschau der Kölner Messe.

www.cofaa.de

dpa-infocom