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Mit Kohlegrill geheizt: Paar erstickt in Koblenz

Koblenz Tragischer Unfalltod auf einem Campingplatz am Gülser Moselbogen: Am Samstag ist ein Ehepaar durch den Rauch eines Kohlegrills erstickt.

Da beide kein Geld zum Heizen hatten wurde ihnen offenbar die Idee, mit Holzkohle für die nötige Wärme in dem Ferienhaus zu sorgen, zum Verhängnis.

Schrecklicher Unfall: Im „Freizeitpark Gülser Moselbogen“ sind am Samstag zwei Menschen auf tragische Art und Weise ums Leben gekommen. Ein 49-jähriger Mann und seine 39-jährige Ehefrau starben in ihrem Ferienhaus an einer Rauchgasvergiftung. Ralf Schomisch, Pressesprecher der Koblenzer Polizei, bestätigte auf Nachfrage entsprechende Recherchen der RZ. „Auch wenn die Obduktion erst am Mittwoch erfolgt, deuten viele Hinweise auf einen Unfall hin.“

Offenbar hatte das Paar seit Monaten mit großen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Wegen Zahlungsschwierigkeiten war der Strom in der Ferienwohnung abgestellt worden. Daher funktionierte die Heizung nicht – um sich vor der Kälte zu schützen, nutzten beide neben einigen Decken auch einen Standgrill mit Holzkohle. Offenbar ein tödlicher Fehler: Denn nach den bisherigen Ermittlungen der Koblenzer Kriminalpolizei erstickten beide an giftigen Gasen.

Geschockt reagiert auch der Verwalter der Wohnungseigentümergemeinschaft, Heinz Peifer. „Beide hatten ihren festen Wohnsitz in Koblenz, verbrachten ihre Wochenenden aber oft hier.“ So wie das vergangene: Weil die Nachbarn misstrauisch werden, verständigen sie am frühen Samstagabend den Rettungsdienst. Der Notarzt kann um 19 Uhr aber nur noch den Tod des Mannes feststellen. Die Ehefrau lebt beim Eintreffen des Arztes noch für kurze Zeit, verstirbt dann aber ebenfalls. „Auch der Hund der beiden wurde tot aufgefunden“, berichtet Schomisch, der von einem Unfall ausgeht. „Es gibt keine Hinweise auf ein Fremdverschulden oder Suizid.“ Offenbar schlafen die beiden und wachen nicht mehr auf. Besonders tragisch: Auch die Abluftanlage in dem Ferienhaus hilft den Opfern nicht, denn die funktioniert nur mit Strom.

Gestern deutet nur ein rotes Grablicht, aufgestellt von den Nachbarn, in der Häuserzeile der Ferienhaussiedlung auf das tragische Unglück hin. Das Auto der beiden Toten, ein dunkelblauer BMW-Cabrio älteren Baujahres, parkt noch vor der Tür, an einem Pfosten des Carports lehnen die beiden Fahrräder des Paares – so, als wäre hier nichts passiert. Auf der Holzpforte zum Garten hin warnt ein Schild mit Schäferhundbild: „Hier wache ich“. Doch auch Benni, der Vierbeiner der Opfer, ist tot. Erstickt. „Das waren nette, ruhige Leute. Das Haus war auch immer gepflegt, bis der Mann seine Arbeit verlor. Dann hat man richtig gesehen, wie es mit den beiden bergab ging“, erzählt ein Student, der wenige Häuser weiter wohnt.

tl/agh; Foto: Annette Hoppen

RZO