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Plötzlich ohne Job: Was Ältere beachten müssen

Berlin/Wuppertal Für Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet haben, ist es ein Schock, wenn sie arbeitslos werden.

Und bei der Suche nach einem neuen Job haben es ältere Arbeitslose besonders schwer. Programme der Arbeitsagenturen helfen aber weiter.

Wer das Kündigungsschreiben erhalten hat, sollte es genau unter die Lupe nehmen, rät Martina Perreng, Expertin für Arbeitsrecht beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in Berlin. «Wenn Arbeitnehmern gekündigt wird, muss der Betriebsrat vorher angehört worden sein.»

Oft wollen Arbeitgeber älteren Mitarbeitern den schnellen Abschied durch eine Abfindung versüßen. Das sollte aber nicht überstürzt werden. «Wenn Arbeitgeber eine Abfindung anbieten, liegt das meistens daran, dass eine ordentliche Kündigung nicht möglich ist», erklärt Perreng. «So wird manchmal versucht, vermeintlich weniger leistungsfähige ältere Arbeitnehmer loszuwerden.»

Nach der Entlassung steht ein Termin bei der Arbeitsagentur an: «Man muss sich innerhalb einer Woche persönlich arbeitslos melden», erklärt Harald Thomé, Vorstand der Arbeitsloseninitiative Tacheles in Wuppertal. Ältere Arbeitslose haben dabei längere Ansprüche als jüngere: Für Menschen ab 58 Jahren gibt es je nach Dauer der Beschäftigung bis zu 24 Monate Arbeitslosengeld. Bei unter 50-Jährigen sind es 12 Monate.

Wer länger als zwei Jahre arbeitslos ist, erhält Arbeitslosengeld II, das sogenannte Hartz IV. Viele Ältere hätten zunächst aber keinen Anspruch auf diese Form der Unterstützung, sagt Thomé. «Oft haben ältere Arbeitslose zuvor ein größeres Vermögen angespart und müssen dieses zunächst aufbrauchen.» Das Schonvermögen beträgt 150 Euro je Lebensjahr des Arbeitslosen und seines Ehe- oder Lebenspartners. Bei vor 1948 Geborenen erhöht sich der Betrag auf 520 Euro. Hinzu kommen Freibeträge für minderjährige Kinder und die Altersvorsorge.

«Es kann möglicherweise sinnvoll sein, dass derjenige das angesparte Kapital in eine Selbstständigkeit investiert», rät Harald Thomé. «Eine weitere Möglichkeit ist, dass man von dem Vermögen ein Haus kauft und bewohnt.» Solches selbst genutztes Wohneigentum muss beim Bezug von Hartz IV nicht angetastet werden.

Laut der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg gab es im September 2009 genau 886 326 Arbeitslose im Alter über 50 Jahre. Das waren 26,5 Prozent aller Erwerbslosen. Im September 2003 lag der Anteil noch bei 24,4 Prozent. Je älter ein Arbeitsloser wird, desto schwieriger werde es, ihn in den Arbeitsmarkt zu vermitteln, sagt BA-Sprecherin Anja Huth. Eines der Instrumente ist dabei der Eingliederungszuschuss. Damit können Arbeitsagenturen einem Arbeitgeber für einen befristeten Zeitraum einen Zuschuss zum Lohn zahlen, wenn er einen Langzeitarbeitslosen beschäftigt.

Für die Zielgruppe der älteren Arbeitslosen gibt es in vielen Arbeitsagenturen ein Programm namens «Perspektive 50plus». Nach BA-Angaben wurden in den ersten zwei Jahren von 80 000 älteren Langzeitarbeitslosen 22 500 vermittelt. Harald Thomé rät aber, nicht allein auf Hilfe von außen zu setzen: «Wer sich auf die Arbeitsagentur verlässt, ist verlassen.» Denn viele Firmen schrieben Stellen heute gar nicht mehr über die Arbeitsagentur aus.

Literatur: Anke und Karl-Heinz Seyfried: Fünfzig plus und jetzt arbeitslos, Stiftung Warentest, ISBN: 978-3940580023, 9,90 Euro. Von Sebastian Knoppik, dpa

dpa-infocom



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