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Weiterbildungsziele müssen realistisch sein

Nürnberg Mit ihrem Job unzufriedene Arbeitnehmer können sich mit einer Weiterbildung neue Perspektiven eröffnen.

Dabei stecken sich Beschäftigte aber besser keine zu hohen Ziele - sonst sind sie beim Lernen schnell gefrustet.

«Man darf sich nicht überfordern» , sagt der Glücksforscher und Ökonom Prof. Karlheinz Ruckriegel von der Fachhochschule Nürnberg. «Das ist wie im Sport: Wenn ich im 100-Meter-Lauf gleich bei Olympia mitmachen will, ist der Frust programmiert.»

Laut einer Untersuchung der Studiengemeinschaft Darmstadt und von TNS-Infratest können Weiterbildungen ein Sprungbrett sein, um im Beruf aufzusteigen. Dieses Ziel haben 85 Prozent von rund 200 befragten Absolventen nach eigenen Angaben ganz oder zumindest teilweise erreicht. Dafür müssten Berufstätige häufig aber ihren Feierabend opfern, sagte Ruckriegel. «Diese Belastung darf man nicht unterschätzen.» Denn sonst bestehe die Gefahr, dass Teilnehmer ihre Weiterbildung abbrechen.

Um zufriedener im Beruf zu werden , sei es generell sinnvoll, sich Ziele zu setzen, erklärte Ruckriegel. Denn Unzufriedenheit rühre oft daher, dass die Arbeit nur als Job angesehen wird. Wer dagegen das Gefühl hat, auf seinen Wunschberuf hinzuarbeiten und sich stärker in seinen Aufgaben verwirklichen zu können, sei motivierter. Nicht zuletzt steige auch das Ansehen bei Kollegen, wenn Mitarbeiter neue Kompetenzen erwerben.

Allerdings dürften Beschäftigte sich dabei nicht zu sehr unter Druck setzen. Erfolgserlebnisse ließen sich vielmehr erreichen, indem Berufstätige sich selbst herausfordern, ohne sich zu überfordern, erläuterte Ruckriegel.

Dabei kann es dem Glücksforscher zufolge helfen, Weiterbildungsziele in kleine Etappen einzuteilen. Wenn zum Beispiel eine Sekretärin in die Buchhaltung aufsteigen will, kann sie sich zunächst nur zum Thema Steuerabrechnung fortbilden und muss nicht sofort ein BWL-Studium beginnen.

dpa-infocom


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