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Mehr als ein Job: Schulung für den Weihnachtsmann

Celle Wenn sich 18 Männer und zwei Frauen gleichzeitig Bärte ankleben, schwarze Gürtel umschnallen oder rot-weiße Mäntel anziehen, kann das in Stress ausarten.

Doch Hektik ist für die Teilnehmer der ersten niedersächsischen Weihnachtsmannschulung in Celle tabu.

«Der Weihnachtsmann ist geduldig und ruhig, denn er hat Zeit für jeden», heißt es in einem Ehrenkodex für Weihnachtsmänner, den Petra Henkert aus dem brandenburgischen Zeuthen zum Auftakt des Kurses verliest. Die 46-Jährige ist von Beruf Lateinamerika-Wissenschaftlerin, doch an diesem Wochenende beteiligt sie sich an der Ausbildung von 20 angehenden Rauschbärten.

«Wenn der Weihnachtsmann nach dem Ehrenkodex handelt und eine gewisse Ruhe ausstrahlt, dann haben Kinder auch keine Angst», sagt der Celler Weihnachtsmann Willi Dahmen. Er hatte die Idee für das Trainingsseminar. In zwei Wochen treten in Celle auch wieder Weihnachtsmänner aus ganz Deutschland zu einem Wettbewerb gegeneinander an. «Weihnachtsmänner spielen eine wichtige Rolle in der Familie und bei der Pflege alter Traditionen», sagt Dahmen. Leider gebe es zu wenige in Deutschland, um allen Anfragen gerecht zu werden.

Weihnachtsmanntrainer Stefan Dößereck aus Köln gibt den Studenten praktische Tipps. «Das Erste, was ich immer mache, wenn ich in mein Kostüm schlüpfe, ist meine Uhr abzulegen», berichtet er. Der Weihnachtsmann sei schließlich kein realer Mensch. «Alles, was vermenschlicht, muss weg», sagt er. Einem Weihnachtsmann gehe es nicht ums Geldverdienen, betont der Trainer. Bei seinen 1800 Auftritte in 15 Jahren habe er jeweils zwischen 30 und 55 Euro verdient. «Das macht einen Netto-Stundenlohn von fünf bis acht Euro.» Die Freude der Kinder sei da mehr wert.

Dass der Beruf des Weihnachtsmanns keine reine Männerdomäne sein muss, beweist die 22-jährige Karina Emmann aus Celle. «Ich gebe zu, ich verkörpere nicht gerade überzeugend einen Weihnachtsmann», räumt die zierliche Frau ein. Deshalb möchte sie auch als Engel oder Christkind auftreten. «Ich glaube, Kinder gehen eher auf eine Frau zu als auf groß gewachsene Männer», glaubt sie.

Klaus Effinghausen aus Celle freut sich jedes Jahr auf seine Auftritte als Weihnachtsmann. Der ehemalige Industriekaufmann ist seit 18 Jahren am Heiligabend im Einsatz. «Der Rauschebart ist bei mir übrigens echt», sagt der 62-Jährige und zupft stolz an seinem grauen Bart. «Seit August lasse ich ihn extra für den heiligen Abend wachsen.» Für ihn sei Weihnachtsmann nicht einfach ein Job, sondern Berufung. Wenn er in das Kostüm schlüpfe, sei er ein anderer Mensch, erzählt er. «Wenn ich dann in die Augen der Kinder blicke, bringt mich das selbst als langjähriger Weihnachtsmann noch immer aus der Fassung.» Von Simone Gatz, dpa

dpa-infocom



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