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Eines der schönsten Gewächshäuser wiedereröffnet

Berlin Berlin hat sein Gewächshaus der Superlative wieder: Nach dreijähriger Sanierung wurde das Große Tropenhaus im Botanischen Garten am Mittwoch (16. September) wiedereröffnet.

Der imposante Kuppelbau wurde mit knapp 18 Millionen Euro von Land, Bund und EU von Grund auf erneuert. Die Glas-Stahl-Konstruktion ist eines der weltweit größten freitragenden Gewächshäuser der Welt.

Nach dem Umbau zeigen sich die Pflanzen in voller Pracht: Pandanus utilis reckt sich am neuen Platz 14 Meter in die Höhe. Der Nützliche Schraubenbaum aus Madagaskar gehört zu den knapp 1360 Arten, die aus den Ausweichquartieren ins sanierte Große Tropenhaus zurückgekehrt sind. In der Nachbarschaft schlägt ein Leberwurstbaum neue Wurzeln, der seinen Namen der Form der Früchte verdankt und Patenbaum der Berliner Fleischer-Innung ist.

«Ohne die Investition hätten wir riskiert, dass die marode Heizung völlig aussteigt und die einzigartige Pflanzensammlung an einem einzigen kalten Wintertag hinüber ist», beschreibt Michael Krebs, Beauftragter der Freien Universität (FU) Berlin für die Sanierung des Gewächshauses. Nun fließt in den Rahmen von hunderten kleinen Spezialglasfenstern warmes Wasser. «Im Winter werden die Scheiben nicht mehr beschlagen», sagt Krebs zu der unsichtbaren Fassadenheizung. Zwei Umlufttürme stehen in dem denkmalgeschützten Glashaus als Urwaldbäume modelliert zwischen den Pflanzen. Speicher heben überschüssige Sonnenenergie für kühlere Tage auf. «Wir sparen künftig rund die Hälfte des bisherigen Energiebedarfs ein. Das entspricht dem, was 400 Vier-Personen-Haushalte in einem Jahr durchschnittlich verbrauchen.»

Der Botanische Garten ist seit 105 Jahren im Stadtteil Dahlem angesiedelt und gehört zu FU. Die Stahl-Glas-Konstruktion des Großen Tropenhauses wurde 1905 bis 1907 nach Plänen des Königlichen Baurats Alfred Koerner gebaut. Kein Pfeiler versperrt im Inneren den Blick auf die Pflanzen. Die gewölbten Stahl-Stützen wurden außen montiert. Die imposanten Maße sind 60 Meter Länge, 29 Meter Breite und 26,5 Meter Höhe. Im Zweiten Weltkrieg gab es schwere Schäden durch Bomben. Nur Palmenfarne konnten von Gärtnern gerettet werden. Die bis zu 200 Jahre alten Pflanzen-Methusalems haben jetzt ihren Platz über der neuen Grotte mit Wasserfall.

Das Tropenhaus wartet auch mit einer «absoluten Rarität» auf. Die Seychellen-Nuss habe der Botanische Garten als Geschenk aus dem Inselstaat bekommen, sagt Krebs. Damit der weltweit größte Pflanzensame in Berlin gut keimt, wurde eine Heizung ins Beet gelegt. Von Jutta Schütz, dpa

dpa-infocom


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