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Neue Mercedes-Ära wohl ohne Weltmeister Button

Stuttgart Mercedes muss die neue Silberpfeil-Ära in der Formel 1 wohl ohne Champion Jenson Button und seine Startnummer 1 planen.

Nach der spektakulären Übernahme von Brawn GP habe sich der Weltmeister gegen das neue Werksteam des deutschen Autobauers entschieden und einen Dreijahresvertrag mit Rivale McLaren ausgehandelt, berichteten britische Medien. Damit würde dem Team Mercedes Grand Prix in seiner Debütsaison 2010 ein wichtiger Werbeträger fehlen. Dennoch baut Daimler inmitten der Wirtschaftskrise fest auf den Imagefaktor Formel 1 und will aus dem Sparkurs der Königsklasse sportlich und wirtschaftlich Kapital schlagen.

«Es wäre eine vertane Chance , die Faszination der Marke Mercedes-Benz auf dieser Weltbühne nicht noch wirksamer in Szene zu setzen», schrieb Konzernchef Dieter Zetsche in einem Brief an die Mitarbeiter, der der Deutschen Presse-Agentur dpa vorliegt. Damit verteidigte Zetsche den Kauf einer 75,1-Prozent-Mehrheit am Konstrukteurs-Weltmeister Brawn gegen heftige Kritik des Betriebsrats.

Mit dem am 16. November verkündeten Deal wollen die Schwaben auch beweisen, dass der Rückzug ihrer Marktrivalen Honda, BMW und Toyota übereilt war. «Das wird von dem ein oder anderen neidisch betrachtet werden, und in mancher Vorstandsetage wird man darüber nachdenken, ob man eine gute Entscheidung getroffen hat», meinte Zetsche. «Was für eine Wende in der Formel 1», urteilte die italienische Zeitung «Corriere dello Sport».

Die Rechnung bei Mercedes ist einfach: Der Verkauf der 40-Prozent- Beteiligung an McLaren zurück an den britischen Rennstall spült bis 2011 wohl eine dreistellige Millionensumme in die Daimler-Kasse. Damit kann die Brawn-Übernahme finanziert werden. Honda-Nachfolger Brawn operierte schon in diesem Jahr höchst erfolgreich mit einem begrenzten Budget. Als Eigentümer kann Mercedes nun den Löwenanteil des Teams an den Formel-1-Vermarktungseinnahmen einstreichen. Wenn in den kommenden Jahren das vereinbarte Budgetlimit für alle Rennställe in Kraft tritt, könnte Mercedes GP sogar ein profitables Geschäft werden.

«Wir werden in Zukunft eine höhere Aufmerksamkeit für unsere Marke zu einem deutlich geringeren Kostenaufwand erzielen», erklärte Zetsche. Das Unternehmen werde seine Formel-1-Investitionen bis Ende 2011 auf «jährlich unter 60 Millionen Euro» drücken. «Das ist rund ein Viertel unseres Formel-1-Budgets früherer Jahre», betonte der Daimler-Chef.

Noch offen ist aber immer noch , wer die neuen Silberpfeile in die Erfolgsspur steuern soll. Die Verpflichtung des Wiesbadeners Nico Rosberg als Spitzenfahrer gilt in Branchenkreisen als sicher. Für das zweite Cockpit war Button vorgesehen. Aber die bisherige Brawn- Führung lehnt die Gehaltswünsche des Briten ab. «Wir haben mit Jenson diskutiert und ihm ein vernünftiges Gehalt geboten. Daran wird sich nichts ändern», sagte der bisherige Brawn-Geschäftsführer Nick Fry der BBC. Das Team wolle Button zwar halten, müsse aber auch auf sein Budget achten.

Button hatte am 13. November die McLaren-Fabrik im englischen Woking besichtigt und mit Teamchef Martin Whitmarsh gesprochen. «Jenson gefiel, was er sah, und sie haben auch Gefallen an ihm gefunden», zitierte die Londoner Zeitung «Guardian» eine McLaren-Quelle. Als Teamgefährte von Landsmann Lewis Hamilton könnte Button demnach bis zu acht Millionen Euro und damit deutlich mehr als bei Brawn verdienen. Noch in dieser Woche soll der Vertrag unterschrieben werden.

Für Mercedes ist die Fahrerfrage durchaus entscheidend, zumal Daimler seine Premiummarke mit einem frischeren Image positionieren will. «Mercedes hinkt bei Sportlichkeit und Dynamik hinter Audi und BMW her», sagte Sportmarketingexperte Christian von Thaden dem «Handelsblatt» (Dienstag-Ausgabe). Doch die Optionen auf dem Fahrermarkt sind begrenzt. Als Kandidaten werden derzeit Nick Heidfeld aus Mönchengladbach und der frühere Silberpfeil-Star Kimi Räikkönen gehandelt. Heidfeld sucht nach dem BMW-Ausstieg einen neuen Arbeitgeber. Der Finne Räikkönen wurde von Ferrari abgeschoben.

dpa-infocom


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