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Lahm und Co. bereit: «Es muss wieder losgehen»

Düsseldorf Trauerflor, Schweigeminute, Abschiedsfilm - doch nach dem stillen Gedenken an Robert Enke wird der Ball wieder rollen.

Die Premiere gegen die Elfenbeinküste ist für Joachim Löw zwar nach der Tragödie um den verstorbenen Nationaltorhüter kein uneingeschränkter WM-Test mehr, der Bundestrainer aber will das letzte Länderspiel des Jahres trotz der traurigen Umstände seriös und auch mit Spielfreude angehen.

«Wir werden alle Konzentration - so gut es geht - auf das Spiel richten. Nach der Trauerminute muss es wieder um Fußball gehen», erklärte Löw vor der Partie des deutschen Nationalteams gegen den starken WM-Teilnehmer Elfenbeinküste, bei dem Superstar Didier Drogba allerdings wegen einer Verletzung ebenso wie auf der anderen Seite Chelsea-Kollege Michael Ballack fehlen wird.

Die Spieler um Philipp Lahm, der in der Schalke-Arena von Gelsenkirchen für den leicht am Knie verletzten Ballack die Kapitäns-Binde tragen wird, fühlen sich nach dem Schock über den Verlust des beliebten Mitspielers Enke offenbar wieder bereit für die sportliche Aufgabe. «Für alle war positiv, dass wir so viel Zeit hatten zu trauern, um dann wieder einen Anfang zu finden. Es muss wieder losgehen», sagte der 26 Jahre alte Lahm, der zuletzt nach seiner Fundamental-Kritik am FC Bayern von seinem Club mit einer Geldstrafe belegt worden war. Bei der Nationalmanschaft überträgt ihm die sportliche Leitung in dem besonderen 825. Länderspiel einer DFB-Auswahl eine besondere Rolle. «Er hat sich zu einem wichtigen Führungsspieler entwickelt», betonte Teammanager Oliver Bierhoff.

«Jeder kann für sich eine eigene Motivation finden», sagte Bierhoff in Düsseldorf und formulierte nach den schweren letzten Tagen für die Partie gegen die Ivorer auch wieder ein sportliches Ziel, «auch wenn keiner genau weiß, wie es ausgeht». Natürlich werden Trauer und Betroffenheit über Enkes Tod beim «komprimierten Gedenken» vor dem Anpfiff noch einmal groß sein: «Aber wir wollen es vor dem Länderspiel nicht überfrachten. Es wäre sicher Roberts Wunsch gewesen, dass die Mannschaft mit Elan und Freude spielt», erklärte der Teammanager. Und die Mannschaft will das Länderspieljahr nicht so negativ beenden, wie es mit einem 0:1 gegen Norwegen begonnen hatte. «Dieser Ehrgeiz sollte uns schon packen», betonte Bierhoff. Insgesamt hat es 2009 nur diese eine Niederlage gegeben, danach blieb das Löw-Team in neun Spielen ungeschlagen.

Für Torhüter Tim Wiese und Stürmer Stefan Kießling wird die Motivation gegen die Elfenbeinküste noch eine ganz besondere sein; beide dürfen sich erstmals in der Startelf beweisen. «Wir wollen ihm das Gefühl geben, erstmals von Beginn an zu spielen», begründete Bierhoff die Rolle für den 28 Jahre alten Wiese. Der fünf Jahre jüngere Schalker Manuel Neuer wird in seinem Heimstadion die zweite Hälfte ins Tor rücken. «Ich bin ein bisschen reifer geworden», nannte der 25-jährige Kießling als einen «entscheidenden Punkt» für seine neuen Torjäger-Qualitäten, die er nach acht Saisontoren in der Bundesliga nun auch im Nationalteam umsetzen will. Bisher hatte er in zwei Kurzeinsätzen mit der DFB-Auswahl jeweils verloren. «Ich hoffe, dass ich mein drittes Länderspiel mit einem Sieg beende», sagte Kießling. Gut möglich, dass auch Aaron Hunt zu einem Einsatz kommt - der Bremer wäre der 32. Debütant in der Ära Löw.

Auch von einer womöglich nur halbvollen Arena - erst 26 000 der zur Verfügung stehenden 53 000 Tickets konnte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verkaufen - wollen die Spieler um Ersatz- Kapitän Lahm die langsam wiederkehrende Freude am Beruf in Leistung umsetzen. «Diejenigen Leute, die ins Stadion kommen, wollen wir einfach unterhalten. Wir wollen gut nach vorn spielen und Tore bieten», erklärte der Münchner Defensivspieler, der gegen die spielstarken Afrikaner eine attraktive Partie erwartet: «Die Elfenbeinküste spielt auch nach vorn, weil sie in der Offensive Qualitäten hat. Beide Mannschaften sind auf Tore aus.»

In Gelsenkirchen werden die deutschen Spieler erstmals im WM-Trikot für 2010 spielen. Auf dem am 17. November veröffentlichten neuen Mannschaftsfoto stellten sich 23 Spieler schon mit den Trikots vor: Zu den 19 gegen die Elfenbeinküste zur Verfügung stehenden Akteuren sowie dem verletzten Kapitän Ballack gesellten sich noch die pausierenden Leverkusener René Adler, Patrick Helmes und Simon Rolfes. Es sieht schon ein bisschen aus wie ein WM-Kader - nur Miroslav Klose fehlte. Der Münchner weilt nach der Schweinegrippe-Erkrankung seiner Söhne allerdings aus Vorsicht nicht beim Nationalteam.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Deutschland: Wiese (Werder Bremen/28 Jahre/1 Länderspiel) - Boateng (Hamburger SV/21/1), Mertesacker (Hannover 96/25/58), Westermann (FC Schalke 04/26/16), Lahm (Bayern München/26/62) - Hitzlsperger (VfB Stuttgart/27/50), Gentner (VfL Wolfsburg/24/4) - Schweinsteiger (Bayern München/Bayern München/25/71), Özil (Werder Bremen/21/6), Podolski (1. FC Köln/24/68) - Kießling (Bayer Leverkusen/25/2)

Elfenbeinküste: Zogbo (Maccabi Netanja/27/4) - Eboué (FC Arsenal London/26/36), Demel (Hamburger SV/28/20), Kolo Touré (Manchester City/28/74), Boka (VfB Stuttgart/26/54) - Yaya Touré (FC Barcelona/26/44), Zokora (FC Sevilla/28/79), Kouassi (OSC Lille/22/8) - Keita (Galatasaray Istanbul/28/47), Kalou (FC Chelsea London/24/22), Dindane (FC Porthmouth/28/48)

Schiedsrichter: Kuipers (Niederlande)

dpa-infocom



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