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Minister: Hochschulen Adressaten der Proteste

Magdeburg - Die bundesweiten Studentenproteste richten sich nach Einschätzung von Sachsen-Anhalts Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz (parteilos) weniger an die Politik, sondern vor allem an die Hochschulen.

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An deut­schen Hoch­schu­len braut sich was zusam­men.

Diese müssten ihre Angebote so planen, dass sie studierbar seien und mit den jeweiligen Budgets finanziert werden könnten, forderte Olbertz, der Koordinator der unionsgeführten Bundesländer für die Wissenschaft ist, in einem Gespräch mit der dpa in Magdeburg. Die praktische Umstellung von Diplom- auf Bachelor- und Masterstudiengänge, Studieninhalte oder Prüfungsrhythmen seien nicht Aufgabe der Politik.

«Die Politik kann und muss für eine auskömmliche Finanzierung sorgen, das wird immer ein Streitpunkt sein, gerade in der Finanzkrise», sagte Olbertz. Aber: «Die Hochschulen haben jede Menge Gestaltungsmöglichkeiten, und wenn sie die nicht nutzen, ist der Reflex schnell da zu sagen, die da hinten in der Politik sind zuständig, nicht wir.»

«Man hat versucht, das, was früher in einem Diplomstudium verlangt wurde, in einem verkürzten Bachelorstudium unterzubringen. Ein intelligenter Bachelorstudiengang muss aber von Anfang bis Ende neu durchkomponiert werden.» Überlastung und Überforderung, die teilweise fehlende Anrechenbarkeit von Studienleistungen bei einem Wechsel der Hochschule und Prüfungsstress seien die Folgen, gegen die Studenten derzeit protestierten. «Es wird aber auch vieles der Reform angelastet, was uns schon früher zu schaffen gemacht hat», sagte Olbertz. Die Unterfinanzierung von Hochschulen und mangelndes Engagement von Wissenschaftlern in der Lehre seien nicht neu.

Den bundesweiten Protesttag an diesem Dienstag bezeichnete Olbertz als verfrüht. «Jetzt muss mal einen Moment Atempause sein, damit die Dinge, die die Studentenproteste angestoßen haben, überhaupt aufgenommen und verwirklicht werden können.»

dpa-infocom