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Hochmoselübergang: Gegner hoffen noch Bauwerk stoppen zu können

Region Mittelmosel/Zeltingen- Die Gegner der Hochmoselbrücke lassen nicht locker: Noch immer sehen sie eine Chance, das Mammut-Projekt zu stoppen.

Ein Argument: Mit der Brücke habe die Mosel keine Chance, als Weltkulturerbe anerkannt zu werden.

Verschandelung einer Kulturlandschaft , negative Auswirkungen auf berühmte Weinlagen der Mittelmosel und unkalkulierbare Kosten - das sind die wesentlichen Argumente der Gegner der Hochmoselbrücke zwischen Ürzig und Zeltingen-Rachtig. Im April haben die Bauarbeiten an der B 50 oberhalb von Graach begonnen, bis zum Jahr 2017 soll die Straße inklusive Hochmoselübergang fertig sein.

Einige Brückengegner haben im September mit dem "Last Chance Wine Forum" internationale Pressevertreter nach Ürzig geholt. Berichte über die "Kulturschande", die sich die Mosel mit der Brücke leiste, standen in großen englischsprachigen Zeitungen und in renommierten Wein-Fachzeitschriften.

Georg Laska von der Vereinigung "Eifel-Mosel-Hunsrück in Bewegung" sagt: "Wir haben nach wie vor die Hoffnung, dass sich eine breite Öffentlichkeit in Deutschland dem Projekt entgegenstellt, nachdem die internationale Presse längst eindeutig Stellung bezogen hat." Die jüngste Initiative der Vereinigung waren Protestbriefe an den neuen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer.

Die Gegner setzen auch ihre Hoffnung darauf, dass nach ihrer Meinung die Mosel mit der Brücke keine Chance habe, von der Unesco als Weltkulturerbe anerkannt zu werden. Die Gegner verweisen unter anderem auf das Beispiel Dresden. Die Unesco hatte der Stadt erst vor Kurzem den Status "Weltkulturerbe" wegen des Baus der "Waldschlösschenbrücke" wieder aberkannt.

Aber: Die Mosel steht noch nicht einmal auf der deutschen Vorschlagsliste für einen Unesco-Welterbetitel. Und sie kann auch frühestens im Jahr 2017 auf die "Tentativliste" kommen. Und dann wird die Brücke wohl stehen. Wie die Unesco das Brückenbauwerk beurteilen wird, sollte die Bundesregierung überhaupt in knapp zehn Jahren einen Antrag für die Mosel stellen, weiß man auch im Mainzer Kultusministerium nicht.

Doch ganz so negativ, wie die Brückengegner behaupten, fällt die Beurteilung möglicherweise nicht aus. Denn laut Experten ist die Unesco nicht gegen die Weiterentwicklung einer Region. Und: Die Brücke überspannt ja nicht die ganze Mosel von Luxemburg bis Koblenz, sondern nur an einer Stelle.

Und es gibt ein Beispiel , wo eine Riesenbrücke keine Auswirkungen auf den Welterbestatus hatte. Im Jahr 2000 wurde die Loire (Frankreich) wegen der dort zahlreichen Schlösser zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt. Im gleichen Jahr wurde in Orléans die Loirebrücke "Pont de l'Europe" eingeweiht. Diese Stahlbeton-Brücke überspannt die Loire in einer Länge von 378 Metern, allerdings ist die Höhe wesentlich geringer.

Winfried Simon

RZO



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